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Weiterbildung: Die Arbeitgeber sind gefordert!

Der Anpassungsdruck aufgrund des wirtschaftlichen und technologischen Wandels zwingt die Arbeitnehmenden, sich laufend weiterzubilden. Dabei sind sie auf die finanzielle, zeitliche und organisatorische Unterstützung ihrer Arbeitgeber angewiesen. Diese müssen dafür sorgen, dass – um die vielfältigen Herausforderungen (z.B. Frankenstärke, demografische Probleme und Fachkräftemangel) bewältigen zu können – ihre Belegschaft fit gemacht und fit gehalten wird. Das neue Weiterbildungsgesetz setzt diesbezüglich neue Massstäbe, auf die sich die Arbeitgeberseite vorbereiten muss. mehr

Am 1. Januar 2017 tritt das erste eidgenössische Weiterbildungsgesetz WeBiG in Kraft. Sein Zweck ist es, die Weiterbildung im Bildungsraum Schweiz zu stärken (vgl. Art. 1.1 WeBiG).

Das neue Weiterbildungsgesetz verlangt unter anderem von den öffentlichen und privaten Arbeitgebern, dass sie die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begünstigen (Art. 5.2 WeBiG). Konkret bedeutet dies, dass sie ihre Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeitenden auch im Hinblick auf die Weiterbildung wahrzunehmen haben. Dazu haben sie zum Beispiel ein günstiges Umfeld für Bildung im Unternehmen zu schaffen. Bei der Umsetzung der Fürsorgepflicht appelliert das WeBiG an die Selbstverantwortung der Arbeitgeber. Aus Arbeitnehmersicht darf daher erwartet werden, dass ein Arbeitgeber in einem betrieblichen Weiterbildungsleitbild den Mitarbeitenden aufzeigt, wie er seine „Selbstverantwortung“ in Bezug auf die Weiterbildung wahrnehmen will und wie er seine finanzielle, zeitliche und organisatorische Unterstützung der Mitarbeitenden im Hinblick auf die Weiterbildung sieht.

Von Bedeutung ist dabei, dass er allen Mitarbeitenden die Chance eröffnet, an Weiterbildung teilzunehmen. Denn alle Arbeitnehmenden stehen bildungsmässig im Verlaufe ihres Arbeitslebens vor vielfältigen Herausforderungen. Sie haben eine Weiterbildungsstrategie zu entwickeln, welche Dequalifizierungen vorbeugt, Antworten auf mögliche Gesundheitsprobleme bereit hält, die berufliche Motivation bewahrt, Berufswechsel und horizontale Karrieren ermöglicht, und zwar in einem Umfeld, das sowohl von persönlichen, technologischen und betrieblichen Veränderungen wie auch von einer überaus vielfältigen Bildungswelt mit unterschiedlichsten Angeboten geprägt ist. Insbesondere auch gering qualifizierte Personen sind bei der Bewältigung dieser Aufgaben auf Unterstützung der Arbeitgeber angewiesen.

Die Arbeitgeber sind aber nicht nur durch die Fürsorgepflicht herausgefordert, ein Weiterbildungsleitbild zu entwickeln. Auch die aktuellen Probleme (technische und soziale Veränderungen, Frankenstärke, demografische Probleme und Fachkräftemangel) rufen nach vielfältigen Bildungsmassnahmen, welche die Belegschaft fit machen und fit halten sollen für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben.

Auch wenn das Weiterbildungsgesetz die Arbeitnehmendenverbände nicht erwähnt, so tragen wir nach unserem Verständnis trotzdem eine Verantwortung für die Weiterbildung der Arbeitnehmenden. Wir haben die Aufgabe, uns für optimale Rahmenbedingungen für die Weiterbildung der Arbeitnehmenden einzusetzen und ihnen auch bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Weiterbildungsstrategie zu helfen. Dazu stehen uns insbesondere das Instrumente der Gesamtarbeitsverträge, die politische Arbeit, aber auch ein eigenes Bildungsinstitut zur Verfügung. Wichtig für uns ist aber auch das «Barometer Gute Arbeit», welches uns hilft, die Unterstützung der Arbeitnehmenden durch die Arbeitgeber regelmässig zu messen.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident von Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik, Tel. 079 348 71 67

18 janvier 2016, Adrian Wüthrich, Président et Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

Flächendeckende Nullrunden verhindert – Lohnerhöhungen zwischen 0.5 und 1 Prozent

Die diesjährigen Lohnverhandlungen waren schwierig und anspruchsvoll. Priorität hatte die Verhinderung von flächendeckenden Nullrunden unter dem Vorwand der Frankenstärke. Auch wenn Nullrunden im Gewerbe und in der Industrie verbreitet sind, kommen die Arbeitnehmen-den in der Schweiz mehrheitlich in den Genuss von Lohnerhöhungen. Diese sind allerdings sehr bescheiden und liegen mehrheitlich zwischen 0.5 und 1 Prozent. Travail.Suisse, der un-abhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, beurteilt die Ergebnisse der Lohnrunde für die Arbeitnehmenden als ungenügend. mehr

Mit der immer noch hängigen Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung einerseits und der starken Überbewertung des Frankens nach dem Entscheid der Nationalbank von Anfang Jahr ande-rerseits fanden die diesjährigen Lohnverhandlungen unter äusserst anspruchsvollen Voraussetzun-gen statt. Nach dem SNB-Entscheid wurden wirtschaftliche Horrorszenarien an die Wand gemalt und Vertreter der Arbeitgeber forderten Erhöhungen der Arbeitszeiten und Lohnsenkungen. Für Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair hatte deshalb die Verhinderung von flächendeckenden Nullrunden unter dem Vorwand des überbewerte-ten Frankens Priorität.

Zähe Verhandlungen mit ungenügenden Resultaten
Die Verhandlungen zur Lohnrunde 2016 verliefen sehr schwierig. In diversen Branchen und Betrieben konnte zwischen den Sozialpartnern keine Einigung über die Lohnmassnahmen erzielt werden – dies betrifft mehr und mehr auch Unternehmen aus den Branchen des Service public (z.B. BLS AG, Groupe e, local.ch u.a.m.). Travail.Suisse ruft die Arbeitgeber auf, insbesondere in den Lohnver-handlungen wieder vermehrt Hand zu einer gelebten Sozialpartnerschaft zu bieten.

Viele Arbeitnehmende werden auf das nächste Jahr keine oder nur geringfügige Lohnerhöhungen erhalten. Mit der Begründung der unsicheren Zukunft treten viele Unternehmen deutlich auf die Lohnbremse. Immerhin konnte vermieden werden, dass es mit dem Vorwand der Frankenstärke zu flächendeckenden Nullrunden für die Arbeitnehmenden gekommen ist. Neben etlichen Nullrunden (vor allem in Gewerbe und Industrie, aber auch beim Bundespersonal) werden den Arbeitnehmenden mehrheitlich bescheidene Lohnerhöhungen zugestanden. Das Gros der Abschlüsse liegt dabei zwi-schen 0.5 und 1 Prozent, was aus Sicht von Travail.Suisse ungenügend ist.

Kaum Fortschritte bei den Frauenlöhnen und dem Vaterschaftsurlaub
Die Arbeitgeber waren auch in diesem Jahr nicht bereit, bei der Gleichstellung der Frauenlöhne einen besonderen Effort zu leisten. Travail.Suisse unterstützt daher die politische Lösungsfindung. Die Vorschläge des Bundesrates sind zwingend umzusetzen, müssen allerdings noch mit griffigen Mas-snahmen im Bereich der Kontrollen und Sanktionen ergänzt werden, um das Ziel der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern wirklich zu erreichen.

Auch in Bezug auf den Vaterschaftsurlaub konnten nur ungenügende Fortschritte erzielt werden. Mit Ausnahme des neuen GAV der Post (neu 10 statt 2 Tage), des erstmaligen GAV der Spitäler beider Basel (neu 10 Tage), von Aldi (neu 10 statt 5 Tage) und der SZU (neu 10 statt 2 Tage) konnten keine Verbesserungen erzielt werden. Es verbleiben zuviele Arbeitnehmende beim gesetzlichen Minimum von einem Tag Vaterschaftsurlaub – gleichviel wie für einen Wohnungswechsel. Travail.Suisse ist entschlossen, dem Anliegen nach einem gesetzlichen Vaterschaftsurlaub mit einer Volksinitiative zum Durchbruch zu verhelfen.

Für mehr Informationen:
•Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse,
Tel. 076 412 30 53
•Arno Kerst, Präsident Syna,
Tel. 079 598 67 70
•Eric Dubuis, Mitglied der Geschäftsleitung und Sekretär Romandie Hotel & Gastro Union,
Tel. 079 290 76 26
•Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat und Präsident des Personalverbands transfair,
Tel. 076 332 15 26

21 décembre 2015, Gabriel Fischer, Responsable politique économique

Berufliche Vorsorge ist für die Versicherungsindustrie eine Milchkuh

Die 2. Säule bleibt für die Lebensversicherer ein hochinteressantes Geschäft: 2014 haben sie mit der beruflichen Vorsorge 686 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet. Damit sind in den letzten 10 Jahren fast 5 Milliarden Franken aus dieser Sozialversicherung in die Taschen der Versicherungskonzerne und ihrer Aktionäre und Manager geflossen. Das zeigt die neuste Analyse von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden. mehr

Travail.Suisse analysiert seit der Einführung der Mindestquoten-Regelung (Legal Quote) die Gewinne, welche die Versicherungsindustrie aus der 2. Säule abschöpft. Die neuste Analyse zeigt, dass es im letzten Jahr wiederum über 686 Millionen Franken waren. Damit stammen fast zwei Drittel der 2014 von den Lebensversicherern erzielten Gewinne aus einer Sozialversicherung.

In den letzten 10 Jahren sind insgesamt fast 5 Milliarden Franken aus der beruflichen Vorsorge an die Lebensversicherer abgeflossen. Ein Grossteil davon ungerechtfertigt. Leidtragende sind die versicherten Arbeitnehmenden, welche über ihren Arbeitgeber einer Sammelstiftung einer Lebensversicherungsgesellschaft angeschlossen sind. „Für sie sind es verlorene Milliarden, welche nicht zur Sicherung der Renten zur Verfügung stehen“, stellt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse, fest.

Gewinne werden zur Hypothek für die Reform der Altersvorsorge

Dass bezüglich der Legal Quote Handlungsbedarf besteht, hat auch der Bundesrat erkannt. In der dem Parlament unterbreiteten Vorlage zur Reform der Altersvorsorge 2020 hat er vorgeschlagen, die Legal Quote von 90 auf 92 Prozent zu erhöhen. Das würde bedeuten, dass mehr Geld bei den Versicherten bleibt und die Gewinne der Lebensversicherer etwas reduziert würden. Der stark mit der Versicherungsindustrie verflochtene Ständerat hat den Vorschlag in der Herbstsession jedoch dreist abgelehnt. Travail.Suisse fordert, dass der Nationalrat diesen Entscheid unbedingt korrigiert und dafür sorgt, dass nicht nur 92, sondern mindestens 95 Prozent des Ertrags den Versicherten zukommen. Wenn es zu keiner Korrektur kommt, werden die privatisierten Gewinne in der Sozialversicherung Berufliche Vorsorge zur Hypothek für die Akzeptanz der Reform der Altersvorsorge. „Den Arbeitnehmenden wird mit dieser Reform viel zugemutet; es wäre für sie deshalb nicht einsichtig, wieso sich die Versicherungsindustrie weiterhin grosszügig an ihrem Pensionskassengeld bedienen kann, während sie bluten müssen“, warnt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079 777 24 69

05 octobre 2015, Adrian Wüthrich, Président et Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Stress und Sorge um den Arbeitsplatz belasten die Arbeitnehmenden in der Schweiz

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat heute den «Barometer Gute Arbeit » präsentiert. Basierend auf einer repräsentativen Umfrage bewerten die Arbeitnehmenden ihre Arbeitsbedingungen. Schlecht benotet werden insbesondere die gesundheitlichen Belastungs-Kriterien und die Förderung der Weiterbildung. Auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist weit verbreitet. mehr

Mit dem «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse existiert ein menschliches Mass zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach guter Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln. Auf der Basis einer repräsentativen Umfrage bei 1‘500 Erwerbstätigen in der Schweiz werden 20 Kriterien aus den drei zentralen Dimensionen „Gesundheit“, „Motivation“ und „Sicherheit“ bewertet. Es bestätigen sich dabei Ergebnisse, welche uns durch Schilderungen der Mitglieder unserer Verbände und die alltägliche Arbeit bekannt sind.

Stress und psychische Belastung mit schlechtester Bewertung

Der Stress und die psychische Belastung der Arbeit, werden durch die Arbeitnehmenden am schlechtesten beurteilt. So fühlen sich 40 Prozent der Arbeitnehmenden oft oder sehr häufig durch ihre Arbeit gestresst und ein Drittel nimmt die Arbeit als psychologische Belastung wahr. Im Zusammenhang mit dem Wegfall des Euro-Mindestkurses hat der Druck auf die Arbeitnehmenden noch einmal deutlich zugenommen. „Diese Produktivitätspeitsche führt zu einer Überbelastung der Arbeitnehmenden, mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der einzelnen Arbeitnehmenden, aber auch mit hohen Kosten für die Volkswirtschaft insgesamt“, sagt Adrian Wüthrich, designierter Präsident von Travail.Suisse.

Gesundheitsförderung und Förderung der Weiterbildung ungenügend

Weiter zeigt sich, dass die Arbeitnehmenden nicht zufrieden sind mit den Massnahmen, welche der Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung getroffen hat. Während für 14 Prozent überhaupt keine Massnahmen getroffen wurden, reichen für weitere 29 Prozent die Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus. Ebenfalls ungenügend ist die Förderung der Weiterbildung der Arbeitnehmenden durch die Arbeitgeber. Mit 46 Prozent erfährt fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung ihrer Weiterbildung. Für Nationalrat Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse, ist klar: „Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Probleme von älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt, ist es essenziell, dass die Arbeitnehmenden in ihren Weiterbildungsaktivitäten stärker durch die Arbeitgeber unterstützt werden“.

Ausgeprägte Sorge um den Arbeitsplatz

Dass die Schweiz ein Problem mit den älteren Arbeitnehmenden hat, unterstreicht der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse eindrücklich. Bereits in der kurzfristigen Perspektive sehen die älteren Arbeitnehmenden ihre Arbeitsplätze stärker bedroht als die übrigen Alterskategorien. Erschreckend wird das Bild aber insbesondere in der mittelfristigen Perspektive. So glauben mit 65 Prozent beinahe zwei Drittel der 46- bis 64-Jährigen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt kaum daran, bei freiwilligem- oder unfreiwilligem Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Einkommen zu finden. Es braucht dringend eine massgeschneiderte Bildungspolitik und Laufbahnberatung für ältere Arbeitnehmende wie auch eine Korrektur der Anstellungspolitik der Unternehmen. „Gelingt es nicht, die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden zu sichern, haben wir ein europapolitisches Problem“, betont Adrian Wüthrich, zukünftiger Präsident von Travail.Suisse.

Kongress von Travail.Suisse nimmt Problemfelder aus dem Barometer auf

Unter dem Motto „Für Arbeit mit Zukunft“ findet morgen Samstag 12, September 2015 in Bern der Kongress von Travail.Suisse statt. Neben der Wahl von Adrian Wüthrich als neuer Präsident steht auch die Verabschiedung des Kongressdokumentes durch die Delegierten auf dem Programm. Darin sind etliche Forderungen enthalten, welche sich direkt mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» in Verbindung bringen lassen. Faire Arbeitszeitregelungen, die Förderung der Weiterbildung und ein spezielles Augenmerk auf die Probleme der älteren Arbeitnehmenden sind zentrale Punkte dieses Dokuments.

Der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse liefert ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz aus Sicht der Arbeitnehmenden. Er ist damit auch eine Handlungsanleitung für unsere gewerkschaftliche und politische Arbeit. Es ist geplant, den Barometer in regelmässigen Abständen zu erheben, um so künftig auch Veränderungen über die Zeit aufzeigen zu können.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, designierter Präsident Travail.Suisse, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat, Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Projektleiter «Barometer Gute Arbeit»,
Tel. 076 412 30 53

11 septembre 2015, Gabriel Fischer, Responsable politique économique et Jacques-André Maire, Vice-président et conseiller national

Lohnerhöhungen sind trotz überbewertetem Franken möglich

Der Entscheid der Nationalbank zur Aufhebung des Mindestkurses von Anfang Jahr und die starke Überbewertung des Frankens belastet das wirtschaftliche Umfeld in der Schweiz. In den existenziell betroffenen Unternehmen steht der Schutz der Arbeitsplätze im Vordergrund. Doch in etlichen Branchen sind Lohnerhöhungen durchaus möglich, zeigen doch die neusten Zahlen, dass eine breite Krise der Volkswirtschaft nicht zu erwarten ist und dass das Bruttoinlandprodukt selbst für 2015 ein bescheidenes Wachstum ausweist. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel&Gastro Union fordern deshalb, dass im Lohnherbst 2015 Nullrunden die Ausnahme bleiben und den meisten Arbeitnehmenden Lohnerhöhungen zwischen 0.5 und 1.5 Prozent gewährt werden. mehr

Der überbewertete Franken stellt die Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Betroffen von den Schwierigkeiten sind insbesondere der Tourismus und Unternehmen der Exportindustrie. Bei den existenziell betroffenen Unternehmen bieten sich sozialpartnerschaftliche Lösungen zum Schutz der Arbeitsplätze an. In diesen Ausnahmesituationen kann als weiterer Beitrag zum Schutz der Arbeitsplätze auf eine Lohnerhöhung verzichtet werden.

Eine breite Krise der Volkswirtschaft ist aber nicht zu erwarten und das SECO prognostiziert selbst fürs 2015 ein Wirtschaftswachstum von 0.8 Prozent und von 1.6 Prozent fürs 2016. Lohnerhöhungen liegen also auch in diesem anspruchsvollen Jahr durchaus drin.

Lohnerhöhungen zwischen 0.5 und 1.5 Prozent für die meisten Arbeitnehmenden

Die Lohnerhöhungen seit 2010 sind trotz ansprechender Wirtschaftsentwicklung sehr bescheiden ausgefallen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt auch in wirtschaftlich anspruchsvolleren Zeiten kontinuierlich Lohnerhöhungen gewährt werden – so entspricht es der Tradition in der Schweiz: Moderat in wirtschaftlich guten Zeiten, dafür kontinuierlich in anspruchsvolleren Zeiten.

Die Managerlohnstudien von Travail.Suisse zeigen, dass sich die Lohnschere in den letzten Jahren stark geöffnet hat. Während die Teppichetage ihre Bezüge um ein Mehrfaches erhöht hat, blieben für die normalen Arbeitnehmenden nur geringfügige Lohnerhöhungen übrig. Aber nur regelmässige Lohnerhöhungen für alle Arbeitnehmenden garantieren eine gerechte Verteilung des Wohlstandes und unterstützen den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Durch den überbewerteten Franken wird die Teuerung auch im 2015 rückläufig bleiben. Für Travail.Suisse bietet dies die Möglichkeit, mit der Erhöhung der Mindestlöhne den tiefsten Einkommen ein spürbares Reallohnwachstum zu ermöglichen. Nur ein Reallohnwachstum kommt als gesteigerte Kaufkraft wieder der Volkswirtschaft zu Gute kommt und stützt über eine Stärkung des privaten Konsums die Konjunktur als Ganzes. Daneben ist auch die Erhöhung der Frauenlöhne in den Fokus zu rücken. Der freiwillige Lohngleichheitsdialog ist ergebnislos gescheitert. Es ist jetzt an der Zeit zu beweisen, dass Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern nicht nur ein toter Buchstabe in der Verfassung bleibt, sondern im Lohnherbst 2015 auch aktiv angestrebt wird. Gleichzeitig wird der Bundesrat aufgefordert, endlich, die seit langem versprochenen, griffigeren Massnahmen zur Bekämpfung der Lohnungleichheit zu präsentieren.

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel&Gastro Union fordern deshalb, dass im Lohnherbst 2015 Nullrunden die Ausnahme bleiben und den meisten Arbeitnehmenden Lohnerhöhungen zwischen 0.5 und 1.5 Prozent gewährt werden.

Mehr Informationen:
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 076 412 30 53
• Arno Kerst, Präsident Syna, Tel. 079 598 67 70
• Eric Dubuis, Mitglied der Geschäftsleitung und Sekretär Romandie Hotel & Gastro Union, Tel. 079 290 76 26
• Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat und Präsident des Personalverbands transfair, Tel. 076 332 15 26

11 août 2015, Gabriel Fischer, Responsable politique économique

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