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Communiqués de presse récents

Wer eine Ausbildung beginnt, soll eine korrekte Zulage erhalten

Die Sozialkommission des Nationalrats (SGK-N) berät morgen die Parlamentarische Initiative Müller-Altermatt (16.417). Die Initiative will, dass Ausbildungszulagen nicht erst ab Vollendung des 16. Lebensjahrs ausbezahlt werden, sondern ab Ausbildungsbeginn. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert die Kommissionsmitglieder auf, der parlamentarischen Initiative zuzustimmen. mehr

Im 2006 beschlossenen Familienzulagengesetz wurden endlich schweizweit einheitliche Mindestansätze für Kinder- und Ausbildungszulagen eingeführt. Um dem kantonalen Wirrwarr ein Ende zu bereiten, muss seither nach dem Grundsatz „ein Kind, eine Zulage“ mindestens eine Kinderzulage von 200 Franken oder eine Ausbildungszulage von 250 Franken ausgerichtet werden. Ausbildungszulagen werden dabei jedoch erst nach dem 16. Geburtstag ausbezahlt. Doch das ist nicht mehr zeitgemäss: Seit 2006 wurde der Einschulungszeitpunkt in verschiedenen Kantonen vorverschoben (Stichwort Harmos). „Das kann sich auf den Beginn einer Berufslehre oder einer weiterführenden Schule auswirken, denn heute beenden viele Jugendliche schon kurz nach ihrem 15. Geburtstag die obligatorische Schule“, sagt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. „Diese Jugendlichen beginnen ihre Ausbildung meist mit 15 Jahren und ihre Eltern bekommen während einem Jahr eine zu tiefe Zulage ausbezahlt, was schmerzhaft fürs Familienbudget sein kann.“

Geld auszahlen, wenn es benötigt wird

Die Parlamentarische Initiative von Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat und Präsident des Personalverbands transfair, will diesen Missstand beheben und fordert, dass die höheren Ausbildungszulagen bereits ab Ausbildungsbeginn ausbezahlt werden. Travail.Suisse, der Dachverband von transfair, unterstützt dieses Anliegen: „Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass das Ende der Ausbildungszulage an das Ausbildungsende geknüpft ist, der Anfang hingegen nicht an den Beginn der Ausbildung“, sagt Kuert Killer, denn gerade wegen des Ausbildungsbeginns haben viele Familien Anschaffungen zu tätigen, die ins Geld gehen. „Es braucht jetzt eine gesamtschweizerische Lösung im Familienzulagengesetz. Sonst züchten wir bereits die nächsten interkantonalen Unterschiede heran und das will niemand“, ist Kuert Killer überzeugt.

Mehr Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, 079 777 24 69

11 mai 2017, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Jugendrat 2017: Jeunesse.Suisse stellt die Weichen neu

Am Wochenende vom 28. und 29. April 2017 tagte der Jugendrat von Jeunesse.Suisse, der Jugendkommission von Travail.Suisse, in Bern. Jeunesse.Suisse beschäftigte sich mit drei Themen: dem Problem der Praktika, der Diskriminierung von jungen Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt und dem Nationalen Qualifikationsrahmen NQR. Neu wird Jeunesse.Suisse durch ein Co-Präsidium geführt. Nadine Walker (Syna, *1997) und Roman Helfer (Hotel&Gastro Union, *1993) wurden von den Teilnehmenden des Jugendrates einstimmig gewählt. mehr

Die Arbeit von Jeunesse.Suisse orientiert sich am Massnahmenplan 2016–2019, der sich besonders des Problems des Einstiegs in den Arbeitsmarkt widmet. In drei Workshops wurden dazu die Themen Praktika, Diskriminierung und Nationaler Qualifikationsrahmen NQR bearbeitet und das kurz- und mittelfristige Arbeitsprogramm definiert.

Jeunesse.Suisse engagiert sich für die Vaterschaftsurlaubs-Initiative

Neben diesen drei Hauptthemen engagierte sich Jeunesse.Suisse stark in der Unterschriftensammlung für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – und wird die Initiative auch weiterhin unterstützen. Ebenfalls unterstützt wurden im vergangenen Jahr die Volksinitiative AHVplus und die Abstimmung für die vereinfachte Einbürgerung der 3. Generation von Ausländerinnen und Ausländer. In beiden Abstimmungen war Jeunesse.Suisse präsent. Für letztere wurde zusätzlich ein Video produziert, das viral grossen Erfolg verbuchen konnte.

Bei den statutarischen Geschäften hat die Jugendkommission von Travail.Suisse beschlossen, für das kommende Jahr ein Co-Präsidium zu wählen, in dem die Sprachregionen, die grossen Verbände und die Geschlechter optimal abgebildet sind. Das erste Co-Präsidium teilen sich Nadine Walker (neu, Syna) und Roman Helfer (bisher, Hotel & Gastro Union). Sie werden unterstützt von einer neunköpfigen Jugendkommission. Besonders gedankt wurde Mirco Gurini (transfair) für seine engagierte Arbeit als Vizepräsident. Er wird sich auch weiterhin bei Jeunesse.Suisse engagieren.

Weitere Informationen:
- Nadine Walker, Co-Präsidentin Jeunesse.Suisse (deutsch),
- Roman Helfer, Co-Präsident Jeunesse.Suisse (französisch), 079 540 78 37

08 mai 2017, Roman Helfer, Vice-président Jeunesse.Suisse

Nationalrat hilft Familien bei der Vereinbarkeit

Die familienergänzende Betreuung kostet Eltern in der Schweiz unverhältnismässig viel. Während die Vollkosten der Angebote in der Schweiz vergleichbar mit dem benachbarten Ausland sind, tragen Schweizer Eltern einen viel höheren Kostenanteil selber. Deshalb lohnt sich in der Schweiz die Erwerbstätigkeit beider Elternteile häufig nur bedingt oder gar nicht. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst deshalb den heutigen Entscheid des Nationalrates, den Verpflichtungskredit von 100 Millionen Franken für mehr bezahlbare Kinderbetreuungsplätze zu sprechen. mehr

Eine gute familienexterne Kinderbetreuung ist ein Schlüsselfaktor für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie und damit entscheidend, wenn es darum geht, den Fachkräftemangel mit einer höheren Erwerbsbeteiligung der Mütter zu bekämpfen. Ohne zusätzliche Investitionen geht dies nicht – sie lohnen sich aber: „Pro investiertem Franken kommen langfristig 2.6 bis 3.5 Franken an die öffentliche Hand zurück. Am besten ist das Kosten-Nutzen Verhältnis für den Bund. Deshalb ist es angezeigt, dass der Bund bei der Finanzierung mithilft“, sagt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse.

Höhere Steuerabzüge reichen bei weitem nicht

Heute ist es für viele Eltern schwierig, ein passendes und vor allem bezahlbares Betreuungsangebot zu finden. Der Bundesrat will deshalb für die nächsten Jahre diejenigen Kantone gezielt unterstützen, welche die finanzielle Unterstützung der familienergänzenden Kinderbetreuung für Eltern ausbauen. Zudem will er Projekte für Betreuungsangebote mit erweiterten Öffnungszeiten unterstützen. Dies ist gerade für Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten und für die Betreuung während der Schulferien wichtig. Der Nationalrat ist heute seiner Kommission und dem Ständerat gefolgt und hat den dafür vorgesehenen Verpflichtungskredit angenommen. „In die Kinderbetreuung zu investieren lohnt sich immer – für alle Seiten. Wird die Vereinbarkeit unterstützt, so hilft das gegen Fachkräftemangel und fördert die Gleichstellung der Elternteile“, sagt Kuert Killer.

Eine Minderheit vertrat die Meinung, die Situation könne alleine mit höheren Steuerabzügen für Drittbetreuungskosten gelöst werden. Deshalb sei die zusätzliche Anstossfinanzierung obsolet. Travail.Suisse befürwortet zwar die Steuerabzüge für Drittbetreuungskosten. Damit ist es aber bei weitem nicht getan. Denn obwohl der negative Einfluss der Steuern auf den Erwerbsanreiz gegeben ist, übersteigt ihn der Einfluss der hohen familienexternen Betreuungskosten meistens um ein Mehrfaches. Die grössten negativen Erwerbsanreize bestehen in der Schweiz, weil die Kinderbetreuungskosten zu einem grossen Teil auf die Eltern überwälzt werden. Um dies zu ändern, braucht es die vorgeschlagene Anstossfinanzierung als ersten Schritt.

Mehr Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, 079 777 24 69

02 mai 2017, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Gratisarbeit? Mehr Nachtarbeit? Mehr Stress? Weniger Vereinbarkeit? – Nein danke!

Den von den Ständeräten Graber und Keller Sutter lancierten Grossangriff auf geregelte und bezahlte Arbeitszeiten werden die Gewerkschaften vereint abwehren. Die beiden Ständeräte wollen mit ihren Parlamentarischen Initiativen für einen bedeutenden Teil der Beschäftigten die Arbeitszeiterfassung und die Vorschriften zur Begrenzung der Arbeitszeit eliminieren. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Travail.Suisse sowie die ihnen angeschlossenen Gewerkschaften, insbesondere Unia und Syna, werden eine solch radikale und einseitige Flexibilisierung der Arbeitszeit in einem breiten Bündnis vehement bekämpfen. mehr

Diese wilde Flexibilisierung wird unweigerlich zu mehr Fremdbestimmung, zu mehr Stress und zu mehr Burnouts führen. Dabei zeigen diverse Studien und eine aktuelle europäische Erhebung, dass die Arbeitnehmenden in der Schweiz zunehmend an einseitig durch die Arbeitgeber festgelegten Arbeitszeiten leiden. Und dies mehr als im EU-Raum. Graber und Keller Sutter sprechen zwar von Kadern und Spezialisten. Weil diese Begriffe im Arbeitsgesetz nicht definiert sind, können mehr als ein Drittel der Beschäftigten gefährdet sein.

Der Vorstoss von Ständerat Graber würde für Kader und Spezialisten in den Dienstleistungen bei Voraussetzung einer durchschnittlichen 45-Stunden-Woche die arbeitsgesetzlichen Vorschriften für Nacht- und Sonntagsarbeit, zur Dauer der Arbeit und zu den Pausen schlicht streichen. Damit wären immer wieder sehr lange Arbeitswochen mit Sonntags- und Nachtarbeit möglich. Eine solche Wildwest-Flexibilität schädigt nicht nur die Gesundheit. Sie verunmöglicht auch die Vereinbarkeit von Familie und Erwerb.

Beide Vorstösse zusammen werden letztlich zu mehr Gratisarbeit führen. Den Beschäftigten – und auch den Sozialversicherungen – entgehen durch die Eliminierung resp. die verunmöglichte Feststellbarkeit von Überzeit und Überstunden insgesamt Milliarden von Franken.

Arbeitszeitkontrolle ist kein alter Zopf. Sie ist ein Mittel gegen Überarbeitung sowie zur Festhaltung von Mehrarbeit – und damit einer fairen Entlöhnung. Im digitalen Zeitalter ist sie einfach zu handhaben. Kommt dazu, dass die Sozialpartner mit Hilfe des Bundesrates in langen Verhandlungen zu einer geregelten und kontrollierten Ausnahme von der Erfassung gefunden haben. Kaum war zu Beginn 2016 die entsprechende Verordnung erlassen, kam der Frontalangriff.

Besorgt über die Radikalität der Vorstösse ist auch die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Sie kritisiert, dass der Verzicht auf Arbeitszeiterfassung für viele „einen Marsch in die Selbstausbeutung und in das Burnout" darstelle. Ihr Befund ist klar: Werden die Vorschriften des Arbeitsgesetzes zu den Ruhezeiten und zur zeitlichen Lage der Arbeit noch mehr aufgeweicht, dann werden Erschöpfung und muskuloskelettale Probleme zunehmen.

Auskünfte:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93
Paul Rechsteiner, Präsident SGB, 079 277 61 31
Arno Kerst, Präsident Syna, 079 598 67 70
Vania Alleva, Präsidentin Unia, 079 620 11 14
Prof. Dr. Brigitta Danuser, Schweiz. Gesellschaft für Arbeitsmedizin/FMH, 076 339 84 46

02 mai 2017, Adrian Wüthrich, Président

DV von Travail.Suisse sagt Ja zur Altersreform 2020

Die Delegierten von Travail.Suisse haben an ihrer heutigen Versammlung nach einer engagierten Diskussion die Ja-Parole zur Altersreform 2020 und zur daran gekoppelten Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent beschlossen. Am 24. September 2017 erfolgt die Volksabstimmung. Ausserdem wurde eine Resolution zu Unterstützungsmassnahmen für pflegende Angehörige und eine zur Steuervorlage 17 verabschiedet. mehr

Die statutarischen Geschäfte zum erfolgreichen Verbandsjahr 2016 waren an der Delegiertenversammlung schnell behandelt, Diskussionen gab es beim Thema Altersvorsorge 2020. Nach hartem Ringen hat das Parlament in der Frühlingssession die Reform der Altersvorsorge verabschiedet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde diskutiert, welche Reformvariante die beste sei. Jetzt gilt: Entweder diese Reform oder gar keine. Wegen der Wichtigkeit der Vorlage hat der Vorstand von Travail.Suisse die Parolenfassung der Delegiertenversammlung unterbreitet. Der Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen, Jürg Brechbühl, hat den Delegierten die Vorlage vorgestellt. Nach einer engagierten Diskussion haben die Delegierten entschieden, dass diese Reform besser ist als gar keine und mit 53:3 bei einer Enthaltung die Ja-Parole zur Altersreform und zur Erhöhung der Mehrwertsteuer beschlossen. Für Travail.Suisse wurden die wichtigsten Ziele erreicht: Das Rentenniveau kann gehalten werden, die Finanzierung der AHV ist bis 2030 gesichert, für Teilzeitarbeitende und ältere Arbeitslose konnten Verbesserungen erreicht werden.

Von den Gegner/-innen der Reform wird vor allem das höhere Frauenrentenalter ins Feld geführt. Auch die Delegierten von Travail.Suisse machen diese Konzession nicht gerne. Die Delegierten sind aber der Überzeugung, dass im Rahmen des Gesamtpakets mit dem AHV-Zuschlag und der verbesserten Versicherung von Teilzeitarbeit auch Verbesserungen für Frauen erreicht wurden, die mit einer Ablehnung der Vorlage aufs Spiel gesetzt würden. Für Präsident Adrian Wüthrich ist nun der Abstimmungskampf entscheidend: „Wir müssen die Vorlage gut erklären und für ein Ja werben. Bei einem Nein am 24. September wird im Parlament schnell das Rentenalter erhöht und die Finanzierung der AHV wäre erst recht nicht gesichert.“

Ja zur Resolution für Unterstützungsmassnahmen für pflegende Angehörige

Noch dieses Jahr wird der Bundesrat einen Gesetzesentwurf für die Unterstützung pflegender Angehöriger in die Vernehmlassung schicken. Er hat erkannt, dass weder die Gesellschaft noch die Wirtschaft auf jene Männer und Frauen verzichten können, die zusätzlich zu ihrer Berufstätigkeit Angehörige (Kinder und Erwachsene) pflegen. Eine bessere Vereinbarkeit tut not, denn mangels geeigneter Rahmenbedingungen treibt diese Doppelbelastung die Betreuenden zur Erschöpfung, zur Krankheit, in einigen Fällen sogar zur Aufgabe der Berufstätigkeit und schliesslich in die Armut. Die Bereitstellung angemessener Rahmenbedingungen zur Förderung der generationenübergreifenden Hilfe erfordert beträchtliche Investitionen der öffentlichen Hand. Im Gesetz muss für die betreuenden Angehörigen zwingend eine situationsunabhängige Entschädigung verankert werden.
>> zu den Forderungen zum Gesetzesentwurf für die Unterstützung pflegender Angehöriger

Ja zur Resolution zur Steuervorlage 17: ein USR III-Flickwerk würde erneut scheitern

Nach der klaren Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III gab der Bundesrat den Startschuss zu einem neuen Gesetzesentwurf, der Steuervorlage 17. Um ein erneutes Scheitern zu vermeiden, müssen die Abschaffung der kantonalen Sondersteuerstatus und die Vermeidung von Steuerausfällen, für die das Volk die Zeche in Form von Leistungskürzungen oder Steuererhöhungen zahlen müsste, im Fokus dieser Vorlage stehen. Allfällige Steuerausfälle müssen durch die Wirtschaft gegenfinanziert werden.
>> zur den Forderungen zur Steuervorlage 17

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, Mobil: 079 287 04 93

28 avril 2017, Adrian Wüthrich, Président

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