Themen – Arbeit – Arbeitsmarkt

Lohnunterbietungen müssen sanktioniert werden

Der Bundesrat hat heute die Ratifizierung von zwei Übereinkommen des Europarates beschlossen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst diese Vereinfachung der Durchsetzung der flankierenden Massnahmen (FlaM). Die Einführung einer Pflicht, wonach ausländische Entsendebetriebe für die Zeit ihrer Tätigkeit in der Schweiz über eine inländische Zustelladresse verfügen müssen, sollte dennoch ernsthaft geprüft werden. mehr

Der Entscheid des Bundesrates zur Ratifizierung des Europäischen Übereinkommens über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland (Übereinkommen Nr. 94) könnte mithelfen, ein Problem aus der Anwendung der flankierenden Massnahmen zu entschärfen. Die Zustellung von amtlichen Dokumenten ins Ausland ist oftmals schwierig, langwierig und teilweise nicht erfolgreich.

„Werden Sanktionen bei Lohnunterbietungen durch ausländische Entsendebetriebe nicht durchgesetzt, so leidet die Glaubwürdigkeit der flankierenden Massnahmen“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Eine vereinfachte und raschere Zustellung der Entscheide aus der Anwendung der FlaM stärkt das Schutzdispositiv zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen und verbessert die Rechtsgleichheit. Für Travail.Suisse ist die Ratifizierung dieses europäischen Abkommens ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte die Einführung einer Pflicht für ausländische Entsendebetriebe in der Schweiz über eine Zustelladresse zu verfügen ernsthaft geprüft werden, so wie dies von einem Postulat (14.3106) gefordert wird.

Mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 031 370 21 11, Mobil: 076 412 30 53

Anhang Grösse

2016 05 18 MM-TravailSuisse FlaM Sanktionen d.docx 46 KB

18. Mai 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Lohnunterbietungen sind eine Realität – Es braucht einen Ausbau der flankierenden Massnahmen

Das SECO hat heute den FlaM-Bericht veröffentlicht. Dieser zeigt deutlich, dass Unterbietungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung sind. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist klar, dass der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen wichtig ist und zukünftig noch wichtiger wird. Nur mit funktionierenden und effektiven flankierenden Massnahmen können die politischen Aufgaben der Zukunft bewältigt werden. mehr

Im Bericht zu den Flankierenden Massnahmen des SECO wird detailliert Buch geführt über die Durchführung und Ergebnisse der Kontrollen auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt. „Es wird deutlich, dass die flankierenden Massnahmen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen leisten, dass aber gleichzeitig Lohnunterbietungen eine Realität sind“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Ein besonderes Risiko für Unterbietungen herrscht in Branchen ohne AVE GAV, da es dort keine verbindlichen Mindestlöhne gibt. Dies bedeutet einerseits, dass bei den Kontrollen auf schwammige und teilweise willkürliche orts- und branchenübliche Löhne abgestützt werden muss. Andererseits können Lohnunterbietungen nicht sanktioniert werden, es bleibt lediglich das Instrument des Verständigungsverfahrens. Der Bericht weist nun aus, dass in diesem Bereich 2015 bei 1‘014 Schweizer Betrieben und bei 681 Entsendebetrieben Lohnunterbietungen festgestellt wurden. Die Lohnunterbietungsquoten stiegen bei Schweizer Arbeitgebern auf 11% und den Entsendebeitreiben auf 14 % und liegen damit so hoch wie noch nie. Gleichzeitig sind die Verständigungsverfahren bei den Schweizer Arbeitgebern nur zur Hälfte (50%) erfolgreich, während die Erfolgsquote 2013 noch bei 69 Prozent lag.

Auch in Branchen mit Mindestlöhnen gibt es Verstösse, wobei hier immerhin Sanktionsmöglichkeiten bestehen. Probleme gibt es allerdings, wenn Arbeitgeber die Mindestlöhne umgehen, sei es über den Einsatz von Scheinselbständigen und falsch deklarierten Löhnen oder wenn die Sanktionen bei ausländischen Entsendebetrieben nicht durchgesetzt werden können, weil effiziente Kanäle fehlen.

Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen muss verbessert werden

Der FlaM-Bericht macht deutlich, dass dem Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen auch zukünftig grösste Beachtung geschenkt werden muss. Für Travail.Suisse ist daher eine Erleichterung der Allgemeinverbindlicherklärung von GAV, eine Analyse der bestehenden Instrumente gegen die Scheinselbständigkeit und eine Garantie für die Durchsetzung der Sanktionsentscheide bei Lohnunterbietungen zentral, wie es die Delegiertenversammlung von Travail.Suisse von Ende April in einer Resolution beschlossen hat (siehe Anhang).

Gerade für die grosse politische Herausforderung der Umsetzung von Art. 121 a der BV sind effektive flankierende Massnahmen und ein funktionierender Lohnschutz in der Schweiz unabdingbar. „Der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen muss sichergestellt, die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt verbessert, die Arbeitsmarktpartizipation der Frauen erhöht und der Verbleib von älteren Arbeitnehmenden im Arbeitsmarkt gesichert werden. Nur so wird es gelingen, die Bevölkerung weiter vom bilateralen Weg mit der europäischen Union zu überzeugen“, so Fischer.

Für weitere Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, 076 412 30 53

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2016 04 29 DV Resolution Arbeitsmarkt.pdf 110 KB

12. Mai 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Nationale Konferenz ältere Arbeitnehmende: Vernachlässigungen rächen sich

Um die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden zu erhalten, braucht es frühzeitig gezielte Weiterbildungsmassnahmen. Vernachlässigungen bei der Weiterbildung rächen sich. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, begrüsst daher, dass die Konferenz ältere Arbeitnehmende den Nutzen von Standortbestimmungen in der Mitte des Erwerbslebens bekräftigt und auch die Förderung von Weiterbildung von bestimmten Zielgruppen ins Auge gefasst hat. mehr

Die Arbeitslosigkeit von älteren Arbeitnehmenden nimmt überdurchschnittlich zu. Travail.Suisse begrüsst Massnahmen insbesondere im Mentoringbereich, die dazu beitragen, dass erwerbslose ältere Arbeitnehmende den Weg in den Arbeitsmarkt zurückfinden. Für Travail.Suisse ist aber auch wichtig, dass längerfristige Massnahmen im Auge behalten werden. Gut geplante Weiterbildungen und Karriereplanungen sind der beste Schutz vor Kündigungen. Travail.Suisse setzt sich daher vor allem dafür ein, dass der vom Bundesrat in Aussicht gestellte Sonderkredit für Weiterbildungsmassnahmen für ältere Arbeitnehmende dem Parlament auch unterbreitet wird. Das ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Ein ausführliches Dokument finden Sie im Anhang.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93

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2016 04 18 Aeltere-Arbeitnehmende-unter-Druck d.pdf 403 KB

21. April 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Nationale Konferenz ältere Arbeitnehmende: Vernachlässigungen rächen sich

Um die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden zu erhalten, braucht es frühzeitig gezielte Weiterbildungsmassnahmen. Vernachlässigungen bei der Weiterbildung rächen sich. Travail.Suisse , die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, begrüsst daher, dass die Konferenz ältere Arbeitnehmende den Nutzen von Standortbestimmungen in der Mitte des Erwerbslebens bekräftigt und auch die Förderung von Weiterbildung von bestimmten Zielgruppen ins Auge gefasst hat. mehr

Die Arbeitslosigkeit von älteren Arbeitnehmenden nimmt überdurchschnittlich zu. Travail.Suisse begrüsst Massnahmen insbesondere im Mentoringbereich, die dazu beitragen, dass erwerbslose ältere Arbeitnehmende den Weg in den Arbeitsmarkt zurückfinden. Für Travail.Suisse ist aber auch wichtig, dass längerfristige Massnahmen im Augen behalten werden. Gut geplante Weiterbildungen und Karriereplanungen sind der beste Schutz vor Kündigungen. Travail.Suisse setzt sich daher vor allem dafür ein, dass der vom Bundesrat in Aussicht gestellte Sonderkredit für Weiterbildungsmassnahmen für ältere Arbeitnehmende dem Parlament auch unterbreitet wird. Das ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Ein ausführliches Dokument finden Sie im Anhang.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93

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2016 04 18 Aeltere-Arbeitnehmende-unter-Druck d.pdf 403 KB

21. April 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Investitionen in die älteren Arbeitnehmenden zahlen sich aus!

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst die zweite Konferenz Ältere Arbeitnehmende, die am kommenden Donnerstag als Teil der Fachkräfteinitiative des Bundes durchgeführt wird. Es gilt jetzt, endlich konkrete Massnahmen zugunsten der älteren Arbeitnehmenden zu ergreifen. Insbesondere fordert Travail.Suisse den Bundesrat auf, dem Parlament einen Sonderkredit für Weiterbildungsmassnahmen älterer Arbeitnehmenden zu unterbreiten. mehr

Aus mehreren Gründen müssen die älteren Arbeitnehmenden von Politik und Wirtschaft mehr in den Fokus gerückt werden:

• Mit der demografischen Entwicklung wird ihr Anteil an den Erwerbstätigen in den nächsten Jahren überproportional steigen.
• Die Zahl der über 50jährigen Erwerbslosen ist seit 2013 um über 10 Prozent gestiegen.
• Der Anteil der Sozialhilfebeziehenden ist in den letzten 10 Jahren bei den über 45jährigen stärker gestiegen als in anderen Alterskategorien.
• Der Anteil der älteren Arbeitnehmenden unter den Temporärarbeitenden hat in diesem Zeitraum markant zugenommen.

Diese Zahlen zeigen, dass die älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt vermehrt mit Problemen konfrontiert sind. Und bei jenen mit einer Festanstellung nimmt die Sorge um den Arbeitsplatz zu. Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage zum «_Barometer Gute Arbeit_», welche Travail.Suisse 2015 durchgeführt hat, beurteilten sie ihre mittelfristige Perspektive als negativ. Tatsächlich glauben in der Gruppe der 46- bis 64jährigen 65 Prozent der Befragten nicht daran, bei freiwilligem oder unfreiwilligem Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Lohn zu finden. Die Arbeitsplatzunsicherheit ist in dieser Alterskategorie wesentlich höher als bei den jüngeren Arbeitnehmenden (51 Prozent).

Aus den genannten Gründen und aufgrund des Fachkräftemangels – sowie wegen der angenommenen Masseneinwanderungsinitiative – muss in die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden investiert werden. Die Arbeitgeber sind aufgerufen, das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszunutzen und zu fördern statt sich zu schnell auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu bedienen. Entscheidend ist für Travail.Suisse eine Bildungspolitik, welche bereits in der Mitte des Erwerbslebens – kurz nach dem 40. Lebensjahr – ansetzt. Eine Standortbestimmung mit einer Laufbahnberatung muss für die Arbeitnehmenden in diesem Alter zum Standard werden. Mitarbeitergespräche müssen gezielt für die Personalentwicklung genutzt und Personen sollen auch nach ihrem 40. Altersjahr mit Weiterbildung gefördert werden, um ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten.

Travail.Suisse fordert vom Bund die Finanzierung einer Weiterbildungsoffensive. Dafür soll der Bundesrat einen Sonderkredit für Weiterbildungsmassnahmen für ältere Arbeitnehmenden vorsehen. Heute können die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren keine längerfristigen Bildungsmassnahmen finanzieren. Hier besteht Handlungsbedarf. Ende der 90er-Jahre wurde mit den Lehrstellenbeschlüssen auf die damalige Lehrstellensituation reagiert; nun gilt es auch zu handeln, wenn die älteren Arbeitnehmenden Probleme haben. Damit wird nicht nur dem Fachkräftemangel entgegengewirkt, sondern vor allem auch der weit verbreiteten Unsicherheit der älteren Arbeitnehmenden.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 076 412 30 53

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2016 04 18 Aeltere-Arbeitnehmende-unter-Druck d.pdf 403 KB

2015 09 09 Bericht Barometer v DEF.pdf 1528 KB

19. April 2016, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik und Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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Donnerstag, 23. November 2017, 9.30 Uhr, Welle 7 (Deck 4, Raum-Nummer 4.13), Schanzenstrasse 5, Bern

Thema:
Barometer Gute Arbeit Qualität der Arbeitsbedingungen aus der Sicht der Arbeitnehmenden – repräsentative Ergebnisse für die Jahre 2015 bis 2017

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