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«Barometer Gute Arbeit»: Neuste Ergebnisse liegen bald vor

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden hat letztes Jahr den «Barometer Gute Arbeit» lanciert. Auf Basis einer repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz, findet eine Bewertung der Arbeitsbedingungen statt. Mit der zweiten Befragungswelle in diesem Jahr wird es möglich, die Veränderung über die Zeit zu betrachten, wie auch eine Regionen- oder Branchenspezifische Bewertung der Arbeitsbedingungen vorzunehmen. Die Ergebnisse werden am 21. November an einer Medienkonferenz präsentiert. mehr

Die bezahlte Erwerbsarbeit geniesst in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Sie dient nicht nur der materiellen Existenzsicherung sondern geht weit über das hinaus. Allein durch die zeitliche Dimension nimmt die Arbeit einen wichtigen Teil in unseren Leben ein und ist ein wichtiger Faktor für die persönliche Entwicklung. Die Arbeit beeinflusst so auch andere Lebensbereiche und die Qualität der Arbeit – die Arbeitsbedingungen – beeinflussen damit massgeblich unsere Lebensqualität. Die Qualität der Arbeit ist damit für das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden absolut zentral. Es ist diese Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen, die Arbeit – aus Sicht der Arbeitnehmenden – zu guter oder eben schlechter Arbeit werden lässt.

Eine Arbeitsgestaltung, die insbesondere den Schutz der Gesundheit achtet und eine Ausgewogenheit zwischen Belastung und Entlastung bietet, gehört zu den Kernpunkten von guter Arbeit. Dies deckt sich mit der arbeitswissenschaftlichen Forderung nach einer schädigungslosen und beeinträchtigungsfreien Arbeitsgestaltung. Weiter bedeutet gute Arbeit ein verlässliches Einkommen zu erhalten und eine gewisse Beschäftigungssicherheit zu haben. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit muss ebenso erkennbar sein wie Gestaltungsspielraum vorhanden sein muss, um die eigenen Fähigkeiten in die Arbeit einbringen zu können. Die Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch den Vorgesetzten ist genau so entscheidend wie eine von Vertrauen geprägte Beziehung zum Arbeitgeber als Ganzes. Es braucht ausreichend Einflussmöglichkeiten und eine Förderung der beruflichen Entwicklung damit sich eine Zufriedenheit mit der Arbeit im Generellen und der eigenen Karriere im Speziellen einstellt. Mit dem «Barometer Gute Arbeit» präsentiert Travail.Suisse ein Instrument, welches geeignet ist die Bewertung der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Arbeitnehmenden abzubilden. Diese Beurteilung durch die Arbeitnehmenden ist folglich als menschliches Mass für die Bewertung der Arbeit zu verstehen, welches mindestens genau gleichviel Berechtigung hat wie betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach einer guten Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit soll die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln.

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Rückblick erste Befragungswelle (2015)

Im Bereich der Dimension Gesundheit wurden insbesondere die Belastungsfaktoren negativ beurteilt. So fühlen sich 40% der Arbeitnehmenden durch ihre Arbeit oft oder sehr häufig gestresst und rund ein Drittel fühlt sich nach einem Arbeitstag oft oder sehr häufig emotional erschöpft. Und auch der Präsentismus – das Arbeiten trotz Krankheit – ist weit verbreitet. 30% der Beschäftigten geben an, dass sie oft oder sehr häufig arbeiten auch wenn sie krank sind und lediglich 19% stehen bei Krankheit nie im Einsatz. Im Bereich der Entlastungsfaktoren zeigt sich vor allem bei der Gesundheitsförderung noch Nachholbedarf. So halten die Arbeitgeber für 14% der Arbeitnehmenden keine Massnahmen zur Gesundheitsförderung bereit und für weitere 29% reichen die getroffenen Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus.

Die Dimension Motivation erhielt grundsätzlich die besten Bewertungen durch die Arbeitnehmende. Es ist dies Ausdruck einer hohen Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit und einer grossen Identifikation mit der eigenen Arbeit. Eher schlecht wurden dagegen die Entwicklungsmöglichkeiten beurteilt. So erfährt mit 46% fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber. Bemerkenswert sind auch die Unterschiede in der Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber je nach Ausbildungsstand der Arbeitnehmenden. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber steigt mit zunehmenden Bildungsstand der Arbeitnehmenden kontinuierlich an.

In der Dimension Sicherheit ist es insbesondere die mittelfristige Perspektive, welche den Arbeitnehmenden Sorge bereitet. Dieses mittelfristige Unsicherheitsempfinden entsteht aus einer verbreiteten Erwartung von zunehmender Arbeitsbelastung in naher Zukunft, dem Eindruck kaum Einfluss auf Veränderungen am eigenen Arbeitsplatz zu haben und insbesondere der Sorge, dass es schwierig wäre, bei Verlust des jetzigen Arbeitsplatzes, eine vergleichbare Arbeit mit ähnlichem Lohn zu finden. Eine solch eingeschränkte Arbeitsmarktmobilität empfindet eine Mehrheit der Arbeitnehmenden als Realität. Ausserdem steigt sie mit zunehmenden Alter stark an und macht bei den 46-64-jährigen rund zwei Drittel der Arbeitnehmenden aus.

Ausblick zweite Befragungswelle (2016)

Für die diesjährige zweite Befragungswelle konnte die Berner Fachhochschule als Kooperationspartner gewonnen werden. Dadurch und dank des jetzt vorliegenden Datenmaterials aus zwei Zeitpunkten sind vertieftere Auswertungen der repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz möglich. Während mit der letztjährigen Durchführung ein Bild der Bewertung der Arbeitsbedingungen entstanden ist, können dieses Jahr bereits erste Entwicklungen über die Zeit sichtbar gemacht werden. Eine Art Monitoring über die Veränderung der Bewertung von einzelnen Aspekten der Arbeitsbedingungen ist für eine sich wandelnde Wirtschaft und unter dem Eindruck von wirtschaftlichen, politischen und arbeitsmarktlichen Veränderungen (z.B. Frankenstärke, Zunehmende Digitalisierung, Auflockerung der Pflicht zur Arbeitzeiterfassung usw.) sicherlich sinnvoll und gewinnbringend. Gleichzeitig können durch die jetzt vorliegende breitere Datenbasis bereits Unterschiede nach verschiedenen Merkmalen aufgezeigt werden. Dabei liegt der Fokus dieses Jahr auf der Darstellung von regionalen und branchenspezifischen Unterscheiden. Und schliesslich konnte auch eine Evaluation und Weiterentwicklung des Fragebogens vorgenommen werden. So lassen insbesondere die neu integrierten Fragen zur Pausensituation, den Mitarbeitergesprächen, den Möglichkeiten zum home-office und der Arbeitszeiterfassung spannende neue Einblicke in die Arbeitsrealität der Arbeitnehmenden in der Schweiz erwarten.

Weitere Informationen zur letztjährigen Durchführung des Barometer Gute Arbeit und die Ankündigung der Präsentation der diesjährigen Resultate hier

Die diesjährigen Ergebnisse werden an der Medienkonferenz vom 21. November in Bern präsentiert.

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09. November 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Qualität der Arbeitsbedingungen im Fokus: Zunahme von Stress, unregelmässigen Arbeitszeiten und Angst um den Arbeitsplatz

Vor einigen Wochen hat das Bundesamt für Statistik eine Broschüre zur Qualität der Beschäftigung in der Schweiz herausgegeben. Dabei wird auf eine Vielzahl bestehender Quellen der öffentlichen Statistiken zurückgegriffen, um mit einer Auswahl an Indikatoren die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz und deren Entwicklung in den letzten zehn Jahren zu beurteilen. Im Vergleich mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse bestätigen sich einige Kernerkenntnisse. In beiden Untersuchungen lassen sich eine starke Verbreitung von Stress und psychosozialen Belastungen, eine Zunahme von unregelmässigen Arbeitszeiten sowie eine grosse Sorge um den Arbeitsplatz als Folge eines Verlustes von Arbeitsmarktfähigkeit und eingeschränkter Arbeitsplatzmobilität ausmachen. mehr

In der Einleitung der Broschüre „Qualität der Beschäftigung in der Schweiz“ des BfS heisst es etwas salopp, dass sich mit den vorgestellten Indikatoren jede Leserin und jeder Leser ein eigenes Urteil über die Qualität der Beschäftigung machen kann. Hier setzt das «Barometer Gute Arbeit» an, das diesen Herbst von Travail.Suisse in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule BFH lanciert wurde. Das «Barometer Gute Arbeit» zeichnet auf der Basis einer repräsentativen Umfrage ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Entscheidend ist, dass dabei nicht nur das Auftreten von bestimmten Arbeitssituationen erhoben wird, sondern immer auch, ob sich diese als negative Belastung auf die Arbeitnehmenden auswirkt. Die Bewertung erfolgt so durch die Arbeitnehmenden selbst, schliesslich sind sie die Hauptbetroffenen der Bedingungen, unter denen sie arbeiten.

Der Vergleich der Ergebnisse der Studie des BfS und des «Barometer Gute Arbeit» lässt einige interessante Erkenntnisse zu.

Psychosoziale Risiken sind stark ausgeprägt

Das BfS beginnt mit der erfreulichen Feststellung, dass sowohl Berufskrankheiten wie auch nicht-tödliche und tödliche Berufsunfälle im Vergleich zu 2004 deutlich abgenommen haben. Gleichzeitig finden sich aber sehr ausgeprägte psychosoziale Risiken. Insbesondere starker Zeitdruck, Arbeitsüberlastung und eine starke emotionale Belastung werden am häufigsten genannt. Dieser Befund bestätigt sich auch im «Barometer Gute Arbeit». So erhalten der Stress und die psychische Belastung die schlechtesten Werte in der gesamten Untersuchung. Es ist dies Ausdruck dafür, dass sich 40 Prozent der Arbeitnehmenden durch ihre Arbeit oft oder sehr häufig gestresst fühlen und rund ein Drittel der Arbeitnehmenden die Arbeit als eine psychische Belastung wahrnimmt. Besonders frappant ist der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Stress und der davon ausgehenden negativen Belastungswirkung. Während Arbeitnehmende, welche oft oder sehr häufig mit Stress konfrontiert sind, diesen auch als starke oder eher starke negative Belastung wahrnehmen, stellt er für Arbeitnehmende, welche selten Stress erleben, auch eine deutlich geringere Belastung dar (vgl. Grafik 1).

Grafik 1: Zusammenhang zwischen Häufigkeit von Stress und negativer Belastungswirkung
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Quelle: Travail.Suisse, “Barometer Gute Arbeit”

Die negativen Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit sind erwiesen. In der Stressstudie 2010 des SECO wird nicht nur eine starke Zunahme von Stress in den letzten Jahren nachgewiesen, sondern es werden gleichzeitig die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten auf 10 Milliarden Franken jährlich geschätzt.

Zeitliche Belastung ist hoch – Unregelmässige Arbeitszeiten nehmen zu

Im europäischen Vergleich sind die Wochenarbeitszeiten in der Schweiz überdurchschnittlich lang. In einer europaweiten Studie wird die Wochenarbeitszeit im Jahr 2010 in der Schweiz mit durchschnittlich 44.3 Stunden ausgewiesen, während das europäische Mittel bei 42.5 Stunden und in den direkten Nachbarländern der Schweiz noch einmal darunter liegt. Dass die zeitliche Belastung für die Arbeitnehmenden hoch ist, wird auch aus dem «Barometer Gute Arbeit» ersichtlich. Überstunden sind für 90 Prozent der Beschäftigten eine Realität. Mehr als die Hälfte gibt gar an, dass sie oft oder sehr häufig Überstunden leisten. Und mit 27 Prozent ist auch der Anteil der Arbeitnehmenden hoch, welche oft oder sehr oft überlange Arbeitstage (mehr als 10 Arbeitsstunden) absolvieren. Einen weiteren Aspekt der zeitlichen Belastung präsentiert das BfS in seinem Überblick über die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz: den zunehmenden Zeitbedarf für den Arbeitsweg. Während im Jahr 2000 lediglich 17.8 Prozent der Arbeitnehmenden mehr als 30 Minuten für den Arbeitsweg benötigten, sind es 2013 bereits 31.9 Prozent. Auch sehr lange Arbeitswege (mehr als 60 Minuten) sind für immer mehr Arbeitnehmende eine Realität (vgl. Grafik 2).

Grafik 2: Veränderung der Dauer für den Arbeitsweg 2000-2013
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Quelle: BfS, Qualität der Beschäftigung in der Schweiz; eigene Darstellung

Neben der effektiv geleisteten Arbeitszeit und der benötigten Zeit für den Weg zum Arbeitsplatz sind auch die Planbarkeit und Regelmässigkeit der Arbeitseinsätze für die Arbeitnehmenden zentral. In Bezug auf die Regelmässigkeit weist das BfS für 2014 eine Zunahme der Abendarbeit (von 16% auf 17.1%), der Nachtarbeit (von 4.7% auf 5%) und der Sonntagsarbeit (von 9.7% auf 10.6%) gegenüber 2004 aus. Lediglich bei der Samstagsarbeit zeigt sich eine Abnahme (von 21.5% auf 20.5%). Auch wenn diese atypischen Arbeitszeiten nicht zwingend unregelmässig sein müssen, stellen sie doch für die Arbeitnehmenden eine Erschwerung der Vereinbarkeit von Beruf, Familien- und Privatleben dar, resp. erschweren die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Zur Planbarkeit sind keine verlässlichen Daten vorhanden. Während das BfS zwar zwischen 2004 und 2014 einen Rückgang der Arbeit auf Abruf (von 6.1% auf 4.8%) ausweist, sind Travail.Suisse aus dem gewerkschaftlichen Alltag vermehrt Klagen von Arbeitnehmenden bekannt, welche in geregelten Arbeitsverhältnissen zunehmend Probleme mit der Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten haben. So sind kurzfristige Einsatzplanung, Wechsel der geplanten Einsätze und spontane Verkürzungen oder Verlängerungen der geplanten Einsätze im Gesundheitswesen, im Detailhandel und in den privaten Dienstleistungen zunehmend Teil des Arbeitsalltages.

Sorge um den Arbeitsplatz – Verlust der Arbeitsmarktfähigkeit

Aus Sicht der Arbeitnehmenden ist auch die Sicherung der Beschäftigung, resp. die Arbeitsmarktmobilität entscheidend für die Qualität der Beschäftigung. Das BfS erwähnt in seiner Broschüre, dass die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen ihren Arbeitsplatz als gesichert beurteilt. Mit Blick auf die verwendeten Daten aus dem Jahr 2012 hätten 40 Prozent „gar keine und weitere 46.4 Prozent eher keine Angst, ihre aktuelle Stelle zu verlieren. Knapp die Hälfte der Befragten gaben an, bei einem eventuellen Stellenverlust sehr oder eher leicht eine gleichwertige Stelle wiederzufinden“. Diese Aussagen des Bundesamtes für Statistik müssen aufgrund der Ergebnisse des «Barometer Gute Arbeit» mit zwei Überlegungen ergänzt werden. Erstens zeigen zwar auch unsere Ergebnisse, dass nur eine Minderheit von 14 Prozent ihren Arbeitsplatz als unmittelbar bedroht sieht. Aber gleichzeitig zeigt sich, dass diese Situation für die Betroffenen eine grosse bis sehr grosse Belastung darstellt. Anders ausgedrückt: Fast jeder siebte Arbeitnehmende erfährt eine grosse negative Belastung aufgrund einer als unsicher empfundenen Arbeitsplatzsituation. Zweitens rechnet offensichtlich die Hälfte der Arbeitnehmenden mit Problemen beim Stellenwechsel. Dies deckt sich mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse. Besonders deutlich wird die Einschränkung der Arbeitsmarktmobilität, wenn noch das Alter und der Bildungsstand mitberücksichtigt werden. So glauben über 60 Prozent der Personen mit einem Abschluss der obligatorischen Schule und gar zwei Drittel der 46- bis 64-jährigen kaum daran, bei Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Lohn zu finden (vgl. Grafik 3).

Grafik 3: Erwartete Schwierigkeiten beim Jobwechsel nach Alter und Bildungsstand
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Quelle: Travail.Suisse, “Barometer Gute Arbeit”

«Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse
Das Barometer Gute Arbeit von Travail.Suisse zeichnet ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen orientiert sich dabei an der Kernfrage nach einer guten Arbeit im Sinn von zukunftsfähiger Arbeit. Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln. Die Bewertung erfolgt durch die Arbeitnehmenden selbst und bildet so ein menschliches Mass für die Bewertung der Arbeit. Das Barometer ist so konzipiert, dass es durch regelmässige Wiederholung auch Veränderungen im Bereich der Arbeitsbedingungen in der Schweiz wahrzunehmen und abzubilden vermag.

Die Ergebnisse des Barometer Gute Arbeit finden sich unter:
www.travailsuisse.ch/themen/arbeit/barometer_gute_arbeit

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15 12 14 Qualität der Arbeit.doc 466 KB

14. Dezember 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Barometer Gute Arbeit

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2015 09 09 Bericht Barometer v DEF.pdf 1528 KB

12. September 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Stress und Sorge um den Arbeitsplatz belasten die Arbeitnehmenden in der Schweiz

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat heute den «Barometer Gute Arbeit » präsentiert. Basierend auf einer repräsentativen Umfrage bewerten die Arbeitnehmenden ihre Arbeitsbedingungen. Schlecht benotet werden insbesondere die gesundheitlichen Belastungs-Kriterien und die Förderung der Weiterbildung. Auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist weit verbreitet. mehr

Mit dem «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse existiert ein menschliches Mass zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach guter Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln. Auf der Basis einer repräsentativen Umfrage bei 1‘500 Erwerbstätigen in der Schweiz werden 20 Kriterien aus den drei zentralen Dimensionen „Gesundheit“, „Motivation“ und „Sicherheit“ bewertet. Es bestätigen sich dabei Ergebnisse, welche uns durch Schilderungen der Mitglieder unserer Verbände und die alltägliche Arbeit bekannt sind.

Stress und psychische Belastung mit schlechtester Bewertung

Der Stress und die psychische Belastung der Arbeit, werden durch die Arbeitnehmenden am schlechtesten beurteilt. So fühlen sich 40 Prozent der Arbeitnehmenden oft oder sehr häufig durch ihre Arbeit gestresst und ein Drittel nimmt die Arbeit als psychologische Belastung wahr. Im Zusammenhang mit dem Wegfall des Euro-Mindestkurses hat der Druck auf die Arbeitnehmenden noch einmal deutlich zugenommen. „Diese Produktivitätspeitsche führt zu einer Überbelastung der Arbeitnehmenden, mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der einzelnen Arbeitnehmenden, aber auch mit hohen Kosten für die Volkswirtschaft insgesamt“, sagt Adrian Wüthrich, designierter Präsident von Travail.Suisse.

Gesundheitsförderung und Förderung der Weiterbildung ungenügend

Weiter zeigt sich, dass die Arbeitnehmenden nicht zufrieden sind mit den Massnahmen, welche der Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung getroffen hat. Während für 14 Prozent überhaupt keine Massnahmen getroffen wurden, reichen für weitere 29 Prozent die Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus. Ebenfalls ungenügend ist die Förderung der Weiterbildung der Arbeitnehmenden durch die Arbeitgeber. Mit 46 Prozent erfährt fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung ihrer Weiterbildung. Für Nationalrat Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse, ist klar: „Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Probleme von älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt, ist es essenziell, dass die Arbeitnehmenden in ihren Weiterbildungsaktivitäten stärker durch die Arbeitgeber unterstützt werden“.

Ausgeprägte Sorge um den Arbeitsplatz

Dass die Schweiz ein Problem mit den älteren Arbeitnehmenden hat, unterstreicht der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse eindrücklich. Bereits in der kurzfristigen Perspektive sehen die älteren Arbeitnehmenden ihre Arbeitsplätze stärker bedroht als die übrigen Alterskategorien. Erschreckend wird das Bild aber insbesondere in der mittelfristigen Perspektive. So glauben mit 65 Prozent beinahe zwei Drittel der 46- bis 64-Jährigen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt kaum daran, bei freiwilligem- oder unfreiwilligem Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Einkommen zu finden. Es braucht dringend eine massgeschneiderte Bildungspolitik und Laufbahnberatung für ältere Arbeitnehmende wie auch eine Korrektur der Anstellungspolitik der Unternehmen. „Gelingt es nicht, die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden zu sichern, haben wir ein europapolitisches Problem“, betont Adrian Wüthrich, zukünftiger Präsident von Travail.Suisse.

Kongress von Travail.Suisse nimmt Problemfelder aus dem Barometer auf

Unter dem Motto „Für Arbeit mit Zukunft“ findet morgen Samstag 12, September 2015 in Bern der Kongress von Travail.Suisse statt. Neben der Wahl von Adrian Wüthrich als neuer Präsident steht auch die Verabschiedung des Kongressdokumentes durch die Delegierten auf dem Programm. Darin sind etliche Forderungen enthalten, welche sich direkt mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» in Verbindung bringen lassen. Faire Arbeitszeitregelungen, die Förderung der Weiterbildung und ein spezielles Augenmerk auf die Probleme der älteren Arbeitnehmenden sind zentrale Punkte dieses Dokuments.

Der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse liefert ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz aus Sicht der Arbeitnehmenden. Er ist damit auch eine Handlungsanleitung für unsere gewerkschaftliche und politische Arbeit. Es ist geplant, den Barometer in regelmässigen Abständen zu erheben, um so künftig auch Veränderungen über die Zeit aufzeigen zu können.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, designierter Präsident Travail.Suisse, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat, Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Projektleiter «Barometer Gute Arbeit»,
Tel. 076 412 30 53

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2015 09 09 Bericht Barometer v DEF.pdf 1528 KB

2015 09 11 Redetext A Wuethrich.docx.pdf 125 KB

2015 09 11 Redetext Jacques Andre Maire.docx.pdf 129 KB

11. September 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Jacques-André Maire, Vizepräsident und Nationalrat Drucker-icon

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Donnerstag, 23. November 2017, 9.30 Uhr, Welle 7 (Deck 4, Raum-Nummer 4.13), Schanzenstrasse 5, Bern

Thema:
Barometer Gute Arbeit Qualität der Arbeitsbedingungen aus der Sicht der Arbeitnehmenden – repräsentative Ergebnisse für die Jahre 2015 bis 2017

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