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Nur flankierende Massnahmen garantieren den Lohnschutz in der Schweiz

Der heutige Bericht des seco zur Umsetzung der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr, stellt den flankierenden Massnahmen ein gutes Zeugnis zum Schutz der Löhne in der Schweiz aus. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden ist klar, dass die flankierenden Massnahmen unabdingbar sind, um den Lohnschutz in der Schweiz zu garantieren. mehr

Die flankierenden Massnahmen wurden zeitgleich mit der Personenfreizügigkeit eingeführt, um die in- und ausländischen Arbeitnehmenden vor Verstössen gegen die schweizerischen minimalen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schützen. Auch wenn der Bericht etwas gar schönfärberisch daher kommt, teilt Travail.Suisse die Meinung, dass dank den flankierenden Massnahmen ein erodieren der Löhne auf breiter Front verhindert werden konnte. „Die flankierenden Massnahmen sind ein wichtiges Element des erfolgreichen Arbeitsmarktes in der Schweiz und helfen entscheidend mit, die Löhne in der Schweiz zu schützen. Besser jedenfalls als dies eine willkürliche und diskriminierende Beschränkung der Einwanderung tun könnte“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Flankierende Massnahmen bei Branchen mit Mindestlohn besonders effektiv

Auffällig ist, dass in Branchen mit einem GAV (und damit einem Mindestlohn) bei 33 Prozent der Entsendebetriebe (resp. 25 Prozent der CH-Betriebe) Lohndumping vermutet wird. Im Gegensatz dazu liegen diese Zahlen bei Branchen ohne GAV mit 15 Prozent Lohndumping bei Entsendebetrieben (resp. 8 Prozent bei CH-Betrieben) bedeutend tiefer. Nur in Branchen mit einem Mindestlohn kann die Lohnunterbietung effektiv nachgewiesen werden. Das Abstützen auf orts- und branchenüblichen Löhnen ist schwammig und zum Teil willkürlich und mit tiefen Refernzlöhnen kann die Schwelle für Lohndumping bei sehr tiefen Löhnen festgesetzt werden. Für Gabriel Fischer ist klar, „dass die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen erleichtert werden muss, damit die flankierenden Massnahmen effektiv angewandt werden können und der Lohnschutz in der Schweiz funktioniert“.

Für weitere Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, 076 412 30 53

05 mai 2014, Gabriel Fischer, Responsable politique économique Drucker-icon

Vorstand von Travail.Suisse sagt Ja zur Mindestlohninitiative

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat an der Vorstandssitzung vom 4. Februar die Parole für die Mindestlohninitiative gefasst, über die das Stimmvolk am 18. Mai abstimmen wird. Der Vorstand sagt Ja zum gesetzlichen Mindestlohn und anerkennt damit den dringenden Handlungsbedarf bei den tiefen Löhnen. mehr

Die Mindestlohninitiative fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde, was einem Monatslohn von rund 4000 Franken entspricht. Travail.Suisse anerkennt die Probleme der Personen in den Tieflohnbranchen und ortet insbesondere im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit und dem damit zusammenhängen Lohn- und Beschäftigungsdruck Handlungsbedarf.

Kein Entgegenkommen aus der Politik

Travail.Suisse hat auf verschiedenen Ebenen auf einen indirekten oder einen direkten Gegenvorschlag zur Mindestlohninitiative hingearbeitet, was als Zeichen für eine funktionierende Sozialpartnerschaft hätte gewertet werden dürfen. Schliesslich wurde die Initiative durch das Parlament ohne den kleinsten Schritt des Entgegenkommens abgelehnt. „Die Politik hätte die Chance gehabt, einen Mittelweg zu finden. Da kein Entgegenkommen spürbar war, sagt Travail.Suisse Ja zur Mindestlohninitiative“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Für mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 031/370’21’11

05 février 2014, Gabriel Fischer, Responsable politique économique Drucker-icon

Lohnrunde 2014: Mässige Löhne trotz guter Wirtschaftslage

Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in der Schweiz ausgesprochen solid präsentiert und sich die Aussichten in den letzten Monaten kontinuierlich verbessert haben, zeigt die Lohnrunde 2014 ein durchzogenes Bild. Die Ergebnisse variieren von Nullrunden bis zu Lohnerhöhungen von 2,5%. Durchschnittlich ergeben sich für das nächste Jahr Lohnerhöhungen im Bereich von einem Prozent. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, beurteilt diese Lohnrunde als nur knapp zufriedenstellend. mehr

Die Schweizer Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren in einem schwierigen Umfeld sehr gut gehalten. Insbesondere der Binnenmarkt zeigt sich als sehr dynamisch. In den vergangenen Monaten haben sich die Aussichten weiter verbessert: Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat seine Wachstums-prognosen für die Schweiz für 2013 von 1.4% auf 1.8% und für 2014 gar von 2.1% auf 2.3% laufend erhöht (Konjunkturtendenzen Herbst 2013).

Zähe Verhandlungen – nur knapp zufriedenstellende Resultate

Trotz guter wirtschaftlicher Ausgangslage verliefen die Verhandlungen zur Lohnrunde 2014 äusserst zäh, viele Unternehmen traten deutlich auf die Lohnbremse. Insgesamt vermögen die Resultate nur knapp zufriedenzustellen. „Die Arbeitnehmenden leisteten im 2013 einen sehr grossen Einsatz und zeigten sich sehr flexibel, am erfreulichen Wirtschaftsverlauf werden sie aber zu wenig beteiligt “, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Kein Top, aber Flop bei den Frauenlöhnen

Die Ergebnisse der Lohnrunde 2014 reichen von Nullrunden bis zu Abschlüssen im Bereich von 2,5% (Details zu den einzelnen Branchen siehe Tabellen in den Unterlagen). Bei den Mindestlöhnen zeigt sich im Vergleich zu den letzten Jahren etwas mehr Dynamik: Mit der erstmaligen Verankerung von Min-destlöhnen im GAV mit der MEM-Industrie, der überproportionalen Anhebung der Mindestlöhne bei einigen Detailhändlern sowie mit den Anpassungen der Mindestlöhne bei etlichen Betrieben aus dem Gewerbe und bei der Post gibt es einige erfreuliche Lichtblicke für Tiefverdiener. Es ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, deren Entwicklung aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Absolut enttäu-schend verlief die Lohnrunde mit Blick auf die Korrektur der Lohnungleichheit zwischen den Ge-schlechtern. Die Forderungen nach einer spezifischen Berücksichtigung der Frauenlöhne in der Lohn-runde 2014 waren sehr unergiebig. Zusammen mit dem Bekanntwerden des Endes des Lohngleich-heitsdialoges am vergangenen Dienstag, 10. Dezember 2013, zeigt dies die beschränkten Möglichkei-ten der Sozialpartnerschaft, diesem Problem ernsthaft zu begegnen. Gabriel Fischer: „Die Politik wird hier nicht um griffigere Massnahmen und Lösungsvorschläge herumkommen. Für Travail.Suisse ist es sonnenklar, dass es jetzt automatische Kontrollen der Lohngleichheit braucht“.

Mehr Informationen:
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse,
Tel. 076 412 30 53
• Arno Kerst, Vizepräsident Syna,
Tel. 079 598 67 70
• Eric Dubuis, Mitglied der Geschäftsleitung und Sekretär Romandie Hotel & Gastro Union,
Tel. 079 290 76 26
• Matthias Humbel, wissenschaftlicher Mitarbeiter transfair,
Tel. 078 845 07 99

((Box))
Nein zur gefährlichen Abschottungsinitiative der SVP
Trotz schwierigem Umfeld hat sich die Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahren gut gehalten und die Wachstumsprognosen können laufend erhöht werden. Trotzdem sind bei Lohnverhandlungen keine wirklich guten Resultate zu erreichen. Dass es der Schweizer Wirtschaft gerade aufgrund der geordneten Beziehungen zu den europäischen Nachbaren so gut geht, wird gerne vergessen. Würde die Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar angenommen, so stünde es noch schlechter um die Löhne Schweizer Arbeitnehmenden, denn sie sieht überhaupt keinen Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen vor und stellt gleichzeitig das gesamte Paket der bilateralen Verträge in Frage. Dies wiederum stellt eine grosse Bedrohung für die Beschäftigung dar. Für Travail.Suisse ist klar: Die Probleme in Zusammenhang mit dem freien Personenverkehr können nicht über eine Kontingentierung der Zuwan-derung gelöst sondern müssen über starke flankierende Massnahmen erreicht werden. Deshalb empfiehlt Travail.Suisse die eidgenössische Volksinitiative „Gegen Masseneinwanderung“ klar zur Ablehnung.

Annexe Dimension

2013 12 16 Travail‬Suisse G-Fischer d.doc 49 KB

2013 12 16 Syna A Kerst d.doc 135 KB

2013 12 16 transfair M-Humbel d.docx 42 KB

2013 12 16 HotelGastroUnion E-Dubuis d.docx 518 KB

16 décembre 2013, Gabriel Fischer, Responsable politique économique Drucker-icon

Neuerscheinung Clever 18 „Mein Lohn und alles, was dazugehört!“

Travail.Suisse hat eine neue Informationsbroschüre in der Reihe Clever publiziert. Clever 18 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Lohn, Lohnbestandteile und Zulagen. Die Broschüre richtet sich an interessierte Arbeitnehmende. Sie kann direkt bei Travail.Suisse oder den Regionalsekretariaten der angeschlossenen Verbände bezogen werden. mehr

„Bekomme ich den 13. Monatslohn, wenn ich unter dem Jahr die Stelle verlasse?“ „Was mache ich, wenn der Betrieb den Lohn nicht rechtzeitig zahlt?“ „Erhalte ich Lohn, wenn ich verspätet aus den Ferien zurückkehre?“ Diese und weitere Fragen stellen sich den Arbeitnehmenden. Clever gibt in kurzer und prägnanter Form Auskunft.

Clever 18 präsentiert sich in einem neuen Kleid. Die Broschüre reiht sich in eine Folge von Publikationen, die verschiedene Themen im Erwerbsleben aufgreift und verständlich erklärt. Clever richtet sich an ein breites Publikum und beantwortet die wichtigsten Fragen zu einem bestimmten Thema aus der Arbeitswelt (Lohn, Kündigung, Lehre, Schwangerschaft/Mutterschaft). Alle Titel von Clever können Sie unter: http://www.travailsuisse.ch/service/broschueren_und_produkte ansehen und bestellen.

Es würde uns freuen, wenn Sie in Ihrer Publikation auf die Neuerscheinung aufmerksam machen könnten. Falls gewünscht, stellen wir Ihnen gerne ein Probeexemplar zu.

Für weitere Informationen:
Angela Zihler, Schlussredaktion Clever, 031 370 21 11 oder 079 242 67 21

09 septembre 2013, Angela Zihler, Responsable de projet Drucker-icon

Spürbare Lohnerhöhungen liegen drin

Die Schweizer Wirtschaft läuft 2013 äusserst robust und die Aussichten für nächstes Jahr sind noch besser. Mit hoher Flexibilität und grossem Einsatz haben die Arbeitnehmenden zur Überwindung der Krise und zur Anpassung an die Währungsturbulenzen beigetragen. Damit wurde Spielraum geschaffen für spürbare Lohnerhöhungen. Travail.Suisse und die Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair verlangen fürs Jahr 2014 Lohnerhöhungen von 1 bis 2 Prozent. mehr

Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 konnte von der Schweizer Wirtschaft erfreulich gut überwunden werden. Bereits Mitte 2010 wurde das Vorkrisenniveau wieder erreicht und seither hat die Schweizer Wirtschaft in schwierigem Umfeld – Stichwort Eurokrise – ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Die Arbeitnehmenden haben dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet, der nun zu honorieren ist.

Travail.Suisse und die Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair gehen wie gewohnt differenziert vor und tragen den spezifischen Branchen- und Betriebssituationen Rechnung. Die Hauptforderungen sind:

• Lohnerhöhungen von ein bis zwei Prozent: Mit hoher Flexibilität und grossem Einsatz haben die Arbeitnehmenden zur Überwindung der Wirtschaftskrise und zur Anpassung der Schweizer Wirtschaft an den schwachen Euro beigetragen. Damit wurden Produktivitätssteigerungen erreicht und so Spielraum für spürbare Lohnerhöhungen im Umfang von ein bis zwei Prozent geschaffen.
• Anstehende Korrekturen jetzt vornehmen: Nach wie vor grosser Korrekturbedarf besteht bei der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern sowie bei den Mindestlöhnen. Monatlich 100 Franken höhere Mindestlöhne sowie ein Effort bei der Lohngleichheit sind weitere Forderungen der Verbände von Travail.Suisse.
• Generelle und reguläre Lohnerhöhungen anstatt Boni und Einmalzahlungen: Zu Wirtschaftswachstum und Produktivitätsfortschritte tragen alle Arbeitnehmenden bei. Entsprechend sollen auch alle Arbeitnehmenden von generellen und regulären Lohnerhöhungen profitieren dürfen. Generelle und reguläre Lohnerhöhungen sind zudem das beste Mittel, um den Mittelstand zu stützen.

Substanzielle Lohnerhöhungen, notwendige Korrekturen bei Mindestlöhnen und der Lohngleichheit sowie generelle und reguläre Lohnerhöhungen stützen den privaten Konsum und tragen somit dazu bei, die Schweizer Wirtschaft auf dem Wachstumspfad zu halten.

Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 076/412.30.53
Arno Kerst, Vizepräsident Syna, Tel.079/598.67.70
Matthias Humbel, wissenschaftlicher Mitarbeiter transfair, Tel. 078/845.07.99
Eric Dubuis, Westschweizer Sekretär Hotel & Gastro Union, Tel. 079/290.76.26

Annexe Dimension

PK 050813 Text G Fischer.doc 72 KB

PK 050813 Text A Kerst.doc 93 KB

PK 050813 Text E Dubuis.doc 542 KB

PK 050813 Text M Humbel.doc 56 KB

05 août 2013, Gabriel Fischer, Responsable politique économique Drucker-icon