Themen – Arbeit – Managerlöhne

Problem „Managerlöhne“ ungelöst: OR-Transparenzvorschrift geht zu wenig weit und genügt allein nicht

Abzockerskandale haben in den letzten Jahren das Vertrauen in die Wirtschaft erschüttert. Die Rechnung bezahlen die Arbeitnehmenden. Sie sind über Massenentlassungen und Lohnstagnation besonders von den Entscheidungen der Führungsspitze betroffen. Deshalb haben sie ein Interesse an einer transparenten Entschädigungspolitik. mehr

Der Nationalrat berät in der Frühjahrssession die Änderung des Obligationenrechts für mehr Transparenz bezüglich Entschädigungen an Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder in Unternehmen. Doch der Gesetzesentwurf bleibt auf halbem Weg stehen.

Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert:

- Die Transparenzvorschrift muss für alle grossen Unternehmen in der Schweiz gelten, nicht nur für die börsenkotierten.

- Die individuelle Offenlegungspflicht muss sowohl für die Mitglieder des Verwaltungsrates als auch für jene der Geschäftsleitung gelten.

- Die Generalversammlung muss bezüglich der Höhe der Entschädigungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung das letzte Wort haben.

Die Transparenzrichtlinie löst das Problem der masslosen Managerentschädigungen nicht. Die stossenden Missverhältnisse zwischen Chefetage und der restlichen Belegschaft bezüglich Entschädigung und Leistungsbeurteilung bleiben bestehen.

Travail.Suisse will dazu beitragen, dass Ungereimtheiten aufgedeckt, Unwahrheiten richtig gestellt und Ungerechtigkeiten bekämpft werden. Die Lohnschere (CEO-to-Worker-Pay Ratio) hat sich in gewissen Unternehmen in den letzten zwanzig Jahren verzehnfacht. Deshalb muss das Verhältnis zwischen Höchst- und Tiefstlohn jährlich publiziert werden. Die Lohnschere innerhalb der Unternehmen darf sich nicht weiter öffnen.

28. Februar 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Corporate Governance: Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der Unternehmen

Die Zeit der Generalversammlungen ist wieder da. In diesem Jahr werden Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen vieler Grossunternehmen ihre Aktionäre mit Milliardengewinnen entzücken und sich selbst für ihre Leistung fürstlich belohnen. Wie aber sieht die Situation aus für die Belegschaft? Sind die Arbeitsplätze sicher? Stimmt der Lohn? Travail.Suisse, die Dachorganisation der Arbeitnehmenden, analysiert Geschäftsberichte und gibt Antworten, wie es um die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der Unternehmen steht.

Anhang Grösse

PD Verteilungsgerechtigkeit in Unternehmen.doc 34 KB

24. Januar 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon