Thèmes – Formation

Der gesunde Menschenverstand obsiegt – im Interesse aller

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation von 170’000 Arbeitnehmenden, freut sich über die Annahme der Motion Barthassat durch den Ständerat, die verlangt, dass Junge ohne gesetzlichen Status, die in der Schweiz ihre Schulpflicht absolviert haben, künftig auch eine Lehre machen können. Damit wird verhindert, dass in Zukunft und für die Zukunft wertvolle Talente verschwendet werden. mehr

Für die jungen Sans-Papiers, die ihre Schulpflicht in der Schweiz absolviert haben, ist die Lehre oder die Berufsausbildung die logische Folge ihrer Schulbildung. Diese jungen Leute dürfen nicht für die rechtliche Situation ihrer Eltern bestraft werden.

Es ist erfreulich, dass der Ständerat angesichts der für den Arbeitsmarkt ungünstigen demographischen Entwicklung, deren Auswirkungen nach und nach spürbar werden, erkannt hat, dass es ein Unding ist, der Wirtschaft Talente und Kompetenzen vorzuenthalten, die bereits in der Schweiz vorhanden sind. Dies umso mehr als bekannt ist, dass die Schweiz einem Fachkräftemangel entgegensteuert und die EU eine ähnliche Entwicklung erwartet. Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal zwischen den verschiedenen Ländern wird härter werden. Es wäre deshalb nicht nur ungerecht, den Jungen Sans-Papiers eine Lehre vorzuenthalten, sondern würde den Interessen der Wirtschaft und der Gesellschaft als Ganzes widersprechen.

Wie es auch die Debatte im Ständerat klar gemacht hat, ist es sinnvoller, den jungen Sans-Papiers eine berufliche Perspektive zu bieten als sie zu marginalisieren. Man schlägt damit zwei Fliegen auf einen Schlag: einerseits tut man etwas für die berufliche Nachfolge, andererseits beugt man der Delinquenz und Gewalt vor.

14 septembre 2010, Martin Flügel, Président

Validierung von Bildungsleistungen: Für Jugendliche keine Alternative zur Berufslehre

Ein Validierungsverfahren, das zu einem Berufsabschluss führt, ist keine Alternative zur ordentlichen Lehre für Jugendliche. Die Befürchtung, Jugendliche könnten nach der Schule den direkten Einstieg in die Arbeitswelt suchen und erst nach fünf Jahren Berufspraxis mit einem Validierungsverfahren einen Abschluss nachholen, ist unbegründet. Das Validierungsverfahren ist ein Bildungsangebot, das sich an Erwachsene richtet und hohe Anforderungen an die Selbstkompetenz und Reflexionsfähigkeit stellt.

06 septembre 2010, Angela Zihler, Responsable de projet

Mit einem Validierungsverfahren zu einem gleichwertigen Berufsabschluss

Erwachsene mit der erforderlichen Berufserfahrung können über ein Validierungsverfahren einen Berufsabschluss erlangen. Dieser Berufsabschluss besitzt den gleichen Wert wie ein Abschluss nach einer „ordentlichen“ Lehre. Aufgabe der zuständigen Organisationen der Arbeitwelt — d.h. der Berufsverbände und Branchenorganisationen — ist es, diese Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses herzustellen. Sie bestimmen die Bildungsinhalte, stellen die Prüfungsexperten und nehmen Einsitz im Validierungsorgan. Damit sorgen die zuständigen Berufsverbände und Branchenorganisationen selbst für die inhaltliche Qualität ihrer Validierungsverfahren.

21 juin 2010, Angela Zihler, Responsable de projet

Erwerbslose Personen stützen, Ausbildung stärken

Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich in einer tiefen Krise, die noch länger dauern wird. Um die katastrophalen Folgen abzuwenden, die Arbeitslosigkeit und Aussteuerung für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft mit sich bringen, fordert Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, Sofortmassnahmen in der Arbeitslosenversicherung. Gleichzeitig muss der Arbeitsmarkt fit für die Zukunft gemacht werden. An einer Medienkonferenz in Bern hat Travail.Suisse heute im Hinblick auf die Sondersession zur Arbeitslosigkeit entsprechende Vorschläge präsentiert.
Der Arbeitsmarkt der Schweiz befindet sich zurzeit voll in der Krise. Die Arbeitslosigkeit hat sich innert 18 Monaten fast verdoppelt. Heute sind ungefähr 180‘000 Menschen erwerbslos und täglich werden es immer mehr. Die Prognosen verheissen zudem keine wesentliche Besserung in diesem oder im nächsten Jahr.
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Arbeitslosenversicherung muss die Betroffenen absichern

Das wichtigste Instrument zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bzw. von deren Folgen ist in der Schweiz die Arbeitslosenversicherung. Ihre Hauptaufgabe ist die finanzielle Absicherung der Arbeitnehmenden bei vorübergehender, konjunktureller Arbeitslosigkeit. Travail.Suisse fordert, dass die Arbeitslosenversicherung der hohen Arbeitslosigkeit angepasst wird, damit sie auch in der Krise den Schutz bietet, den die Arbeitnehmenden brauchen und verdienen. In diesem Sinne ist die Taggeldbezugsdauer auf 520 Tage zu erhöhen. Zudem sind Erwerbslose ab 63 Jahren von der Pflicht der Stellensuche zu befreien (vgl. Beilage, Vorstösse von NR Meinrado Robbiani, Vizepräsident von Travail.Suisse).

Bereits heute hat die Arbeitslosenversicherung auch die Aufgabe, strukturelle Schwächen zu bekämpfen, z.B. indem sie Weiterbildungsangebote für erwerbslose Personen bereit stellt. Diese strukturelle Stossrichtung muss gestärkt bzw. ergänzt werden, indem die Ausbildung von erwerbslosen Personen mit gezielten Massnahmen gefördert wird. Die Ausbildung von erwerbslosen Personen ist zentral dafür, dass die Unternehmen im nächsten Aufschwung Erwerbslose anstellen können und nicht wiederum im Ausland qualifizierte Arbeitnehmende suchen (müssen) (vgl. Beilage, Vorstösse von NR Josiane Aubert, Vizepräsidentin von Travail.Suisse).

Ergänzt werden muss die strukturelle Stossrichtung der Arbeitslosenversicherung mit einer gezielten Stärkung der erwerbslosen Personen in der Schweiz gegenüber Arbeitnehmenden aus dem Ausland. Dazu braucht es Anreize für die Unternehmen, erwerbslose Personen anzustellen (vgl. Beilage, Vorstoss von Meinrado Robbiani).

Krise zur Chance machen

Von der Krise als Chance ist zurzeit viel die Rede. Häufig ist das aber nur eine Ausrede, um nichts gegen die Krise unternehmen zu müssen. Von alleine wird aber aus keiner Krise eine Chance. Dazu braucht es rasches und entschlossenes Handeln. Nur wenn es uns gelingt, jetzt die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft zu schaffen, können wir die Krise zur Chance machen. Krise als Chance heisst also für Travail.Suisse nicht nichts tun, sondern mehr tun.

25 février 2010, Susanne Blank, Responsable politique économique

Totalrevision des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 über die Förderung der ausserschulischen Jugendarbeit (Jugendförderungsgesetz, JFG)

14 janvier 2010, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

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