Themen – Bildung – Berufliche Grundbildung

Totalrevision des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 über die Förderung der ausserschulischen Jugendarbeit (Jugendförderungsgesetz, JFG)

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VL Jugendförderungsgesetz.pdf 123 KB

14. Januar 2010, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Der Wert der Berufsbildung

Die Akademien der Wissenschaften haben einen Bericht zur Zukunft der Bildung in der Schweiz vorgelegt. In einem Interview hat ein Mitautor dieses Berichtes betont, dass die Berufsbildung ein Auslaufmodell sei. Er hat damit massive Kritik hervorgerufen, auch von Seiten von Travail.Suisse. Es läuft zwar auch in der Berufsbildung nicht alles perfekt. Aber ihre Leistungen sind doch überaus beachtlich. Eine kleine Bestandesaufnahme mag dies bestätigen.

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PD Wert der Berufsbildung.doc 37 KB

05. Oktober 2009, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Lehrstellensituation stabil — Berufseinstieg für Jugendliche mit Migrationshintergrund weiterhin erschwert

Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ist laut Lehrstellenumfrage des BBT weiterhin stabil. Es ist erfreulich, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe trotz wirtschaftlicher Krise nicht nachgelassen hat. Dass sich die Lage auf dem Lehrstellenmarkt so stabil präsentiert, ist auch auf die sinkende Zahl der Schulabgänger und Schulabgängerinnen zurückzuführen. In Zukunft wird mindestens ein Viertel der Schulabgänger und Schulabgängerinnen Jugendliche mit Migrationshintergrund sein. Diese werden bei der Lehrstellenvergabe nachweislich benachteiligt. mehr

Anstrengungen zum Erhalt des Lehrstellenangebots sollten in den nächsten Jahren daher auf folgende Punkte abzielen:

- Die Ausbildner/innen und Verantwortlichen in den Lehrbetrieben sind auf die Problematik der Diskriminierung von Migrant/innen aufmerksam zu machen (z.B. in Berufsbilderkursen, durch Lehrstellenförderer).

- Den Lehrbetrieben sind Instrumente in die Hand zu geben, die eine faire Lehrlingsselektion ermöglichen. So hat Travail.Suisse eine Webseite entwickelt, die Klein- und Kleinstbetrieben ein einfach anzuwendendes Hilfsmittel zur Lehrlingsselektion anbietet. Siehe www.zukunftstattherkunft.ch.

- Die öffentliche Verwaltung soll im Sinne des Diversity Managements die Schulabgänger/innen mit Migrationshintergrund bei der Lehrstellenvergabe angemessen berücksichtigen. In ihrer Vorbildfunktion soll sie zudem Attestlehren anbieten, um auch vorwiegend praktisch begabten Jugendlichen einen Berufseinstieg zu ermöglichen.

- Die Brückenangebote sollen vermehrt auf junge Migrantinnen ausgerichtet werden. Sie laufen am ehesten Gefahr, den Berufseinstieg nicht zu schaffen. Mentoringprojekte, Peer-to-peer-Projekte wie „rent-a-stift“ und die Erweiterung ihres Berufswahlspektrums sollten im Zentrum der Anstrengungen stehen.

- Das Ziel des BBT, bis 2015 die Abschlussquote auf Sek II Stufe auf 95 Prozent zu erhöhen, kann nur erreicht werden, wenn die Branchenorganisationen ihre Mitglieder sensibilisieren und ihnen Anleitung geben, wie sie Diskriminierung vermeiden können.

Gelingt es in den nächsten Jahren nicht, die Lehrstellensituation stabil zu halten und vermehrt Jugendliche mit Migrationshintergrund in die Berufsbildung zu integrieren, steigt die Zahl der Jugendlichen ohne Erstausbildung wieder an. Eine mangelhafte oder gar misslungene Integration in den Arbeitsmarkt und die Gefahr, soziale Sicherungssysteme über längere Zeit beanspruchen zu müssen, sind die Folgen.

08. September 2009, Angela Zihler, Projektleiterin Drucker-icon

Zukunft Bildung Schweiz: Provokation ja, Dummheit nein!

Die Akademie der Wissenschaften Schweiz provoziert. Das ist ihr Recht. Sie fordert eine „deutliche Vereinfachung und Vereinheitlichung der Strukturen im gesamten schweizerischen Bildungssystem“. Dazu eine massive Erhöhung der Maturitätsquote (70% eines Jahrganges) in der Schweiz. Dadurch sollen die Universitäten zu ihren Talenten kommen. Das duale Berufsbildungssystem hingegen wird in Frage gestellt. Damit bekommen die Vorschläge aus Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, etwas Irrationales. Denn gerade über die Berufsbildung gewinnt die Schweiz heute ihren Grossteil der höher ausgebildeten Personen. mehr

Die universitären Hochschulen haben im Jahre 2008 rund 20’000 Abschlüsse abgegeben. Man mag darüber streiten, ob das genug ist. Die Fachhochschulen und die Höhere Berufsbildung haben miteinander 2008 aber rund 40’000 Abschlüsse abgegeben. Diese Abschlüsse sind aus der Berufsbildung herausgewachsen. Diese Abschlüsse sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Sind die Universitäten fähig, diese Personen in ihr System aufzunehmen? Haben dann die Abschlüsse die gleiche Arbeitsmarkttauglichkeit? Wo ordnen sich die Personen mit Maturität, die den Zugang zu den Universitäten nicht erhalten, im Arbeitsmarkt ein?

Travail.Suisse kommt nicht umhin zu sagen, dass es der Akademie der Wissenschaften gut anstehen würde, sich in die Berufsbildung Schweiz zu vertiefen. Auch wenn man provoziert, braucht es Sachkenntnisse, sonst bekommt das Ganze einen Anstrich von Dummheit. Wer sich vertieft mit der Berufsbildung auseinandersetzt, kommt nämlich zum Ergebnis, dass es wirkliche bildungspolitische Probleme gibt. Diese hängen damit zusammen, dass sich die akademische Welt noch zu stark von der Berufsbildungswelt abschottet und so die Durchlässigkeit zwischen diesen Welten zu wenig klappt.

31. August 2009, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Integration von Migrantinnen und Migranten in die Berufsbildung

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben bei der Lehrstellensuche schlechtere Karten als Schweizer Jugendliche. Lehrstellen werden in vielen Betrieben über informelle Kanäle vergeben, zu denen erstere kaum Zugang haben. In Klein- und Kleinstbetrieben erfolgt die Auswahl meist unsystematisch, unter Zeitdruck und durch Nichtspezialisten. Das Projekt www.zukunftstattherkunft.ch setzt bei diesen Lehrbetrieben an.

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PD Integration von Migrantinnen und Migranten in die Berufsbildung.doc 47 KB

24. August 2009, Angela Zihler, Projektleiterin Drucker-icon