Themen – Bildung – Berufliche Grundbildung

Jugendschutzalter 20 zentral für eine attraktive Berufsbildung

Der Nationalrat berät demnächst über eine Senkung des Jugendschutzalters für Nacht- und Sonntagsarbeit. Eine solche Senkung bei Lehrlingen ist für Travail.Suisse inakzeptabel. Sie gefährdet den Lernerfolg der Jugendlichen, setzt sie zusätzlichen gesundheitlichen Risiken aus und führt letztlich zu einem Attraktivitätsverlust der dualen Berufsbildung.

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12. Juni 2006, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Zu wenig Lehrstellen: Dringende Massnahmen gefordert

Rund 4 Monate vor Lehrbeginn haben 27’000 Jugendliche, welche eine Lehrstelle suchen, noch keinen Lehrvertrag. In dieser angespannten Situation ist es besonders enttäuschend, dass die Anzahl Unternehmen, die Lehrlinge ausbildet, abgenommen hat. Nun sind von Bund und Kantonen dringend Massnahmen gefordert. mehr

Der Lehrstellenbarometer des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie zeigt gegenüber letztem Jahr ein nahezu unverändertes Bild. Rund 4 Monate vor Lehrbeginn haben 27’000 Jugendliche, welche eine Lehrstelle suchen, noch keinen Lehrvertrag. Die rund 1000 neu geschaffenen Lehrstellen reichen gerade knapp, um den Anstieg der Anzahl Schulabgängerinnen und Schulabgänger zu bewältigen. Tausende von Jugendlichen befinden sich aber bereits in Zwischenlösungen und suchen weiterhin eine Lehrstelle.

Weniger Unternehmen bilden aus
Besonders enttäuschend ist, dass die Anzahl Unternehmen, die eine Lehrstelle anbieten, sogar noch gesunken ist. Nur knapp ein Drittel der Unternehmen bietet Lehrstellen an. Bund, Kantone und Branchenverbände sind nun gefordert, in der verbleibenden Zeit bis zum August 2006 Anreize für zusätzliche Lehrstellen zu bieten. Betriebe, die seit mindestens fünf Jahren in der Lehrlingsausbildung tätig sind, sollen für jede neue zusätzliche Lehrstelle vorübergehend finanziell unterstützt werden.

Neue innovative Modelle wie Ausbildungsverbünde müssen noch stärker bei den Unternehmen bekannt gemacht werden. Betriebe, die nicht ausbilden, sollen dafür auch zur Kasse gebeten werden und in Berufsbildungsfonds einzahlen müssen.

Zwischenlösungen werden zunehmend zu Warteschlaufen
Ein Drittel der Jugendlichen mit Interesse an einer Lehrstelle wird wegen der fehlenden Lehrstelle ein Zwischenjahr absolvieren müssen. Ein solches Zwischenjahr ist jedoch nur für 12% der Unternehmen eine Anstellungsvoraussetzung. Ursprünglich gedacht zur Behebung individueller Defizite, werden Zwischenjahre (Brückenangebote, Motivationssemester, 10. Schuljahre, etc.) so immer mehr zu Warteschlaufen.

Gelingt es der Wirtschaft in naher Zukunft nicht, genügend Lehrstellen anzubieten, ist die Zukunft des dualen Systems in Frage gestellt. Insbesondere für Jugendliche mit tiefen Schulqualifikationen müssen mehr Lehrstellen für die neue zweijährige Attestlehre angeboten werden. Auch Lösungsansätze wie die Einführung von Basislehrjahren oder vermehrte vollschulische Angebote müssen stärker geprüft werden. Es kann keine Lösung sein, dass immer mehr Jugendliche bei der Sozialhilfe landen.

08. Juni 2006, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Junge Erwachsene ohne Berufsausbildung: Eine zweite Chance gewähren

Die erste gesamtschweizerische Sozialhilfestatistik zeigt, dass junge Erwachsene ohne beruflichen Ausbildungsabschluss ein besonders hohes Sozialhilferisiko haben. Für Travail.Suisse ist das ein ernstzunehmender Hinweis dafür, dass die Nachholbildung für Erwachsene ohne Berufsabschluss gefördert werden muss.

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22. Mai 2006, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Travail.Suisse zur Sozialhilfestatistik: Nachholbildung muss gefördert werden

Die erste gesamtschweizerische Sozialhilfestatistik zeigt, dass junge Erwachsene ohne beruflichen Ausbildungsabschluss ein besonders hohes Sozialhilferisiko haben. Für Travail.Suisse ist das ein ernstzunehmender Hinweis dafür, dass die Nachholbildung gefördert werden muss. mehr

Bildung ist heute das A und O, um in der Berufswelt eine Chance zu haben. Es ist deshalb verständlich, dass alles unternommen werden muss, dass Jugendliche eine Berufslehre machen können. Der Bund stellt diesbezüglich den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt über den Innovationsfonds Geld für Projekte zur Lehrstellenförderung zur Verfügung. Zugleich führt er selber ein grosses Lehrstellenprojekt unter dem Titel „Chance 06“.

In den letzten Jahren haben aber viele Jugendliche trotz Anstrengungen von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt und trotz Ausbau des Lehrstellenangebots um mehr als 10 Prozent den Weg in die Berufsausbildung nicht gefunden. Für die jungen Erwachsenen über 20 Jahre muss die Nachholbildung gefördert werden. Ihnen muss eine zweite Chance gegeben werden, in die Berufsbildung einzusteigen zu können. Travail.Suisse fordert daher ein mehrjähriges Aktionsprogramm für wenig Qualifizierte Personen in der Schweiz.

15. Mai 2006, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Integrationsbericht: Der Zugang zur Berufsbildung ist zentral für die Integration der Migrantinnen und Migranten

Bis zu 20 Prozent eines Jahrgangs ausländischer Jugendlicher – rund 3’000 junge Menschen jährlich – machen keine berufliche Ausbildung. So erstaunt es nicht, dass 25’000 ausländische Jugendliche erwerbslos sind. Der Zugang zur Berufsbildung ist für Migrantinnen und Migranten nicht nur erschwert, weil sie eine tiefere Schulbildung mitbringen, sondern auch weil sie bei der Lehrstellenselektion diskriminiert werden. Travail.Suisse fordert deshalb von der Politik Massnahmen, die ausländische Jugendliche besser an die Berufsbildung heran führen, und von der Wirtschaft faire Bewerbungsverfahren für ausländische Jugendliche.

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08. Mai 2006, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon