Thèmes – Formation

Das neue Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz

Das neue HFKG ist ein für die Schweizer Bildungslandschaft einzigartiges Projekt: Alle Hochschulen – also Universitäten, ETH, EPFL, Fach- und Pädagogische Hochschulen – werden ab 2015 zentral gefördert und koordiniert. Diese Umstrukturierung bewegt das Hochschul-Umfeld: Neue Organisationen haben sich gebildet, alte verändern sich und die Mitsprache wurde verstärkt. Auch Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, redet mit.

Aus diesem Anlass versenden wir periodisch ein Info-Mail und beleuchten für Sie Akteure, Stärken und noch offene Baustellen des neuen HFKG. Wollen Sie das Info-Mail ebenfalls erhalten, dann tragen Sie sich bitte hier ein:










Ici vous trouvez les textes des Info-Mail :

Startbereit, um die begehrten Zulassungen zu erteilen

Seit Ende Februar steht fest, welche Personen 1 über die Akkreditierungen der Hochschulen entscheiden werden. Der neu gewählte Akkreditierungsrat wird genau hinschauen, ob die Institutionen das Qualitätslabel verdienen, kündigt dessen Präsident an. mehr

Innerhalb der nächsten sieben Jahre müssen sich sämtliche Hochschulen neu akkreditieren lassen. Dies ist die Voraussetzung, um Teil des Schweizerischen Hochschulraums zu sein und Bundesgelder zu erhalten. Das letzte Wort über die Zulassung liegt beim Akkreditierungsrat. In seiner ersten Sitzung Ende Februar hat die Schweizerische Hochschulkonferenz das 18-köpfige Gremium eingesetzt. Dabei hat er auf eine ausgewogene Besetzung geachtet: Neben Professoren, Dozenten und Assistenten verschiedener Hochschulen und Fachrichtungen sind ausländische Qualitätsexperten vertreten sowie die Studierenden und die Organisationen der Arbeitswelt. Auch die geographische und geschlechtsspezifische Durchmischung wurde berücksichtigt. „Ich bin sehr zufrieden mit der Zusammensetzung“, sagt der neu gewählte Präsident Jean-Marc Rapp. Der Rechtsprofessor war bis 2006 Rektor der Universität Lausanne und gleichzeitig Präsident der Rektorenkonferenz der Schweizerischen Universitäten. Danach präsidierte er die European University Association.

Der Akkreditierungsrat arbeitet eng mit der Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung (AAQ) zusammen. Sie ist es, die Expertenteams vor Ort sendet und die Institutionen überprüft. Dabei geht es nicht darum, einzelne Vorlesungen oder Studiengänge zu beurteilen. Viel mehr setzen die Gutachter bei den internen Qualitätsmanagement-Systemen an. Diese müssen gewährleisten, dass allfällige Mängel auf jeder Ebene erkannt und korrigiert werden und dass die Schulen ihre Ziele erreichen. Denkbar ist, dass auch weitere Qualitätsagenturen zum Einsatz kommen, zum Beispiel aus dem grenznahen Ausland.

Nicht nur abnicken

Der Akkreditierungsrat werde sich wohl in den meisten Fällen nach den Empfehlungen der AAQ richten, sagt Jean-Marc Rapp. Handelt es sich also lediglich um ein Abnicker-Gremium? Nein, betont Rapp. Es könne durchaus vorkommen, dass einzelne Personen Fragen aufwerfen oder Lücken im Ablauf der Qualitätssicherung entdecken. „Sechs Augen sehen mehr als zwei.“ Da die Mitglieder des Akkreditierungsrats nicht selber vor Ort sind und mit den Hochschulvertretern zu tun haben, nehmen sie eine etwas distanziertere Perspektive ein als die Agentur. Mitglieder müssen in den Ausstand treten, wenn über den eigenen Arbeitgeber verhandelt wird. Der Rat hat die Möglichkeit, Akkreditierungen mit Auflagen auszusprechen. Im Ausnahmefall könne es auch vorkommen, dass der Akkreditierungsrat den Bericht zur Überarbeitung an die Agentur zurückschickt, sagt Rapp. Die Art, wie die beiden Organisationen zusammen arbeiten, entspreche dem internationalen Standard.

Erste Akkreditierungen noch nicht sofort

Bis der Rat über die ersten institutionellen Akkreditierungen entscheiden kann, wird es aber noch eine Weile dauern. Denn die Hochschulen haben sieben Jahre Zeit, die Aufgabe anzupacken. Danach müssen sie den Prozess alle sieben Jahre wiederholen. In den ersten Sitzungen des Akkreditierungsrats gehe es vor allem darum, sich kennen zu lernen sowie Abläufe und Richtlinien festzulegen, erklärt Jean-Marc Rapp. Zudem wird das Gremium Vorschläge für die Gebühren ausarbeiten, welche die Agenturen den Hochschulen verrechnen dürfen.

Neben den vorgeschriebenen institutionellen Akkreditierungen, bei denen die gesamte Hochschule unter die Lupe genommen wird, sind freiwillige Akkreditierungen einzelner Studiengänge möglich. Zudem stehen beim AAQ Gesuche vonseiten privater Bildungsinstitutionen an, die ebenfalls gerne als offizielle Schweizer Hochschule gelten möchten. Die Auszeichnung ist begehrt: Sie gilt einerseits als Qualitätslabel und gewährleistet anderseits die Mitsprache in den wichtigen Organen.

1 http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/38503.pdf

23 mars 2015, Andrea Söldi, libre journaliste RP

Hochschulpolitik: Wettbewerbsfähigkeit durch Zusammenarbeit stärken

Ein Zweck der Hochschulpolitik ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des gesamtschweizerischen Hochschulbereichs zu stärken . Doch was bedeutet das konkret? Mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen Hochschulen oder mehr Zusammenarbeit und Aufgabenteilung? Das Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz HFKG schafft neu durch projektgebundene Beiträge Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit. mehr

Seit dem 1. Januar 2015 ist das neue Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz HFKG in Kraft. Bei den Diskussionen rund um die Ausgestaltung des neuen Gesetzes kam die Sprache vermehrt auch auf die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Hochschulen.

Wie soll der Wettbewerb aussehen?

Einerseits wurde der Wettbewerb zwischen den Hochschulen untereinander betont. Der Tenor auf der einen Seite ging klar in die Richtung, dass diejenigen Hochschulen ihren Erfolg ausbauen können, die über ein klares Profil im Bildungs- und Forschungsbereich verfügen. Andererseits verlangen aber die Begrenztheit der öffentlichen Mittel und die Globalisierung des Bildung- und Forschungsbereiches eine „gesamtschweizerische Abstimmung, Bereinigung und Aufteilung gewisser Aufgaben“ . Nur durch Konzentration der Kräfte kann ein kleines Land wie die Schweiz im internationalen Wettbewerb bestehen – so die zweite Sichtweise.

Wichtige koordinierende Funktion des HFKG

Aus diesem Grund sieht das HFKG vor, dass der Hochschulrat in besonders kostenintensiven Bereichen eine Aufgabenteilung beschliessen kann . In anderen Bereichen obliegt es hingegen den autonomen Hochschulen, ihre Zusammenarbeit zu definieren. Das HFKG kann sie dabei durch projektgebundene Beiträge unterstützen, zum Beispiel beim Aufbau von Kompetenzzentren, die von mehreren Hochschulen getragen werden, bei der Verwirklichung von international herausragenden Programmen oder bei der Profilbildung und der Aufgabenteilung unter den Hochschulen. Bewilligt werden solche Projekte vom Hochschulrat, die Leistungsvereinbarung schliesst der Bund ab.

Positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit haben in den letzten Jahren beispielsweise die Fachhochschulen beim Aufbau der Masterstudiengänge gemacht. Travail.Suisse ist gespannt, ob die Zusammenarbeit zwischen FH und Universitäten im Bereich des 3. Zyklus für FH-Abgänger/innen eine Problemlösung bringt. Denn diese ist nötig, damit die Fachhochschulen die benötigten Lehrenden und Dozierenden mit den fachhochschulspezifischen Kompetenzen rekrutieren und damit wettbewerbsfähig bleiben können.

23 mars 2015, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

Hochschulkonferenz: Werden die Chancen gepackt?

Der 26. Februar 2015 war ein wichtiger Tag für die Hochschullandschaft Schweiz. An diesem Tag hat sich die Hochschulkonferenz zum ersten Mal getroffen und sich konstituiert. Die neuen Strukturen bauen auf dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz HFKG und der Vereinbarung zwischen dem Bund und den Kantonen über die Zusammenarbeit im Hochschulbereich ZSAV auf. Die Frage, die sich stellt: Packen die Akteure die Chancen, die mit den neuen Strukturen vorgegeben werden? mehr

Für Travail.Suisse ist klar: Die neuen Strukturen, die durch das HFKG und die ZSAV geschaffen wurden, bieten verschiedene Chancen. Kritiker warnen zwar, dass die Komplexität der Organstrukturen zu hoch sei. Die Chancen auf Verbesserungen gegenüber dem heutigen System seien daher nicht gegeben. Travail.Suisse ist jedoch anderer Meinung. Die neuen Strukturen beinhalten ein klares Verbesserungspotential, das allerdings gepackt werden muss. Auf drei wichtige Chancen sei hier hingewiesen:

1. Die neuen Strukturen ermöglichen eine gesamtheitliche Sicht auf den Hochschulbereich
Bisher war die Hochschullandschaft aufgesplittert in verschiedene Gremien, die sich mit je einem Hochschultyp beschäftigten. Diese Aufsplittung wurde aufgehoben. Hochschulpolitische Diskussionen werden nun in Gremien wie etwa der Hochschul- oder der Rektorenkonferenz geführt, in denen alle Hochschultypen präsent sind. Dies sollte positive Auswirkungen in Bezug auf die Vorbereitung von Entscheidungen wie auch auf die Entscheidungen selber haben.

2. Neu haben alle Kantone Zugang zur Hochschulkonferenz
Von der Hochschulpolitik sind alle Kantone mindestens über die interkantonalen Finanzierungsvereinbarungen betroffen. Bisher war es nicht für alle Kantone möglich, in den entsprechenden Gremien, die sich zum Beispiel mit Fragen der Universitäten oder Fachhochschulen beschäftigten, präsent zu sein. Neu sind alle Kantone mindestens ins Plenum der Hochschulkonferenz integriert und haben dort die Möglichkeit, ihre Anliegen einzubringen. Das ist ein realer Fortschritt gegenüber dem heutigen System.

3. Der Blick auf das gesamte Bildungssystem ist möglich
Die Hochschulen bilden nur einen Teil des Bildungssystems der Schweiz. Aus Sicht von Travail.Suisse ist es wichtig, dass bei hochschulpolitischen Entscheidungen immer auch die Auswirkungen auf die anderen Bildungsbereiche und den Arbeitsmarkt berücksichtigt werden. Dies wird einerseits durch Regierungsrät/innen ermöglicht, die in ihren Kantonen auch für die anderen Bildungsbereiche (z.B. berufliche Grundbildung, Höhere Berufsbildung) verantwortlich sind, andererseits aber auch durch die vier Vertreter/innen der Arbeitswelt.

Travail.Suisse setzt alle Hoffnungen darauf, dass die Hochschulkonferenz wie auch die Rektorenkonferenz diese Chancen packt und zugunsten einer zukunftsfähigen Bildungslandschaft Schweiz nutzt.

23 mars 2015, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

„Wir unterstützen die Hochschulen bei ihrer eigenen Qualitätssicherung“

Alle sieben Jahre erhalten Hochschulen künftig Besuch von Gutachtern der Akkreditierungsagentur. Diese wollen wissen, wie sie ihren Kurs korrigieren, wenn etwas schief läuft. mehr

Was ist eine gute Hochschule?
Christoph Grolimund*: Es ist nicht unsere Aufgabe, die Qualität einer Hochschule zu beurteilen. Der internationale Wettbewerb sorgt bereits für genügend Anreiz, dass jede zu den besten gehören will. Die Institutionen verfügen über ein eigenes Qualitätsmanagement. Dort setzen wir an.

Das OAQ ist also sozusagen der Qualitätssicherer der Qualitätssicherung?
Ja, genau. Im Grundsatz schauen wir vier Punkte an:
- Weiss die Schule, wohin sie will?
- Hat sie einen Plan, wie sie dort hinkommt?
- Wie überprüft sie, ob sie auf dem richtigen Weg ist?
- Falls sie vom Kurs abkommt, wie korrigiert sie die Richtung?

Das tönt verblüffend simpel.
Eine Hochschule ist ein grosser Laden. Es braucht Qualitätssicherungs-Instrumente für alle Bereiche: Die Lehre – von den Studiengängen über die Weiterbildungen bis zu den Doktoratsprogrammen -, die Forschung, Dienstleistungen, Bologna-Kompatibilität, Organisationsstrukturen und Wirtschaftlichkeit. Hinzu kommen weitere Kriterien: Eine Hochschule muss verschiedene Studienrichtungen anbieten – pädagogische Hochschulen ausgenommen – und Mitwirkungsrechte für Hochschulangehörige gewährleisten. Wir schauen auch, wie es mit der Chancengleichheit der Geschlechter und anderer Gesellschaftsgruppen steht, mit der Nachwuchsförderung beim Lehrkörper und der Nachhaltigkeit. Beim Entwurf für das Akkreditierungsreglement, das der Hochschulrat Anfang nächstes Jahr genehmigen muss, arbeiteten fast 50 Leute mit und brachten ihre Interessen ein.

Sie messen die Institutionen an ihren eigenen Zielen. Wer sich nicht zu viel vornimmt, fährt also besser? Während sich zum Beispiel eine Hochschule mit einer rollstuhlgängigen Rampe zufrieden gibt, schafft eine andere eine Stelle, die sich um die Integration von Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen kümmert. Wie kann das funktionieren?
Wir gehen von der Redlichkeit aller Schulen aus. Gerade bei diesem Beispiel muss man die baulichen und personellen Begebenheiten berücksichtigen. Eine kleine PH kann nicht dasselbe leisten wie eine grosse Uni. Zudem erhalten Hochschulen Rückmeldungen über diverse Kanäle: Der Zulauf vonseiten der Studierenden und angesehener Dozierenden ist von ihrem Ruf abhängig. Finden etwa viele Abgänger keine Arbeit, weil die Studieninhalte nicht exzellent waren, so wird sich das herumsprechen. Und wenn etwas nicht rund läuft, sind die Medien sofort zur Stelle.

Apropos Medien: Ein grosses Thema waren kürzlich die mangelhafte Doktorarbeiten an der Universität Zürich. Wird das neue Verfahren helfen, solche Skandale zu vermeiden?
In diesem Fall waren die Kontrollinstrumente wohl da, aber sie wurden nicht angewendet. Genau auf solche Dinge legen wir den Finger: Die Kreisläufe müssen geschlossen werden – Stichworte Überprüfung der Richtung und Kurskorrektur. Beim Beispiel der Dissertationen wäre es wichtig, dass sie von mehreren Personen betreut werden, damit die Doktoranden ihrem Professor weniger stark ausgeliefert sind.

Neu sind Sie für die Qualitätssicherung an allen drei Hochschultypen zuständig. Taugt ein einziges Instrument für so verschiedene Institutionen wie etwa eine PH und eine ETH?
Das war ein Diskussionspunkt: Brauchen wir drei verschiedene Standards oder reicht einer? Wir favorisieren ein einziges Instrument, das jedoch nicht zu tief ins Detail geht, weil das einfacher ist. Denn wie bereits erklärt: Die Institutionen müssen mit ihren eigenen Qualitätsmanagements ihre Selbstverantwortung wahrnehmen. Der entscheidende Schritt dazu wurde bereits Anfang Jahrtausend gemacht: Genossen die einzelnen Professoren bis dahin viel Autonomie, fand damals ein Umbau zu geleiteten Hochschulen statt. Die externe Qualitätssicherung soll sie im Prozess unterstützen.

*Christoph Grolimund ist Direktor des Organs für Akkreditierung und Qualitätssicherung (OAQ), das nächstes Jahr zur Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung (AAQ) umbenannt wird.

20 novembre 2014, Andrea Söldi, libre journaliste RP

Wer dazu gehören will, muss Qualität gewährleisten

Welche Institutionen dürfen sich Schweizer Hochschule nennen? Mit dieser Frage beschäftigen sich ab nächstem Jahr zwei Gremien, die eng zusammenarbeiten. Die verschiedenen Hochschultypen werden dem gleichen Verfahren unterzogen. mehr

Ganz gleich, ob es sich um eine relativ neue Institution oder eine jahrhundertealte, renommierte Universität handelt: Um Teil der neuen Schweizerischen Hochschullandschaft zu sein, braucht es künftig eine Akkreditierung. Nur so darf man sich mit einem der drei geschützten Begriffe Universität, Fachhochschule oder Pädagogische Hochschulen schmücken. Zudem ist die Akkreditierung eine Voraussetzung, um Bundesgelder zu erhalten. Waren bisher unterschiedliche Stellen für die Qualitätssicherung der drei verschiedenen Hochschultypen zuständig, so wird es ab kommendem Jahr der Akkreditierungsrat sein – eines der drei Organe des neuen Hochschulraums.

Das Gremium, das von der Hochschulkonferenz ernannt wird, besteht aus 15 bis 20 Vertretern der Hochschulen – neben Leitungspersonen auch solche aus dem Lehrkörper und Studierende – sowie aus der Arbeitswelt. Um eine Anbindung an Qualitätsstandards anderer Länder zu gewährleisten, sollen mindestens 5 davon hauptsächlich im Ausland tätig sein.

Agentur leistet Vorarbeit

Bei seinen Beschlüssen wird sich der Rat auf die Empfehlungen der Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung (AAQ) stützen. Dessen Vorgängerorganisation, das Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung, wurde Anfang Jahrtausend geschaffen und war bis anhin nur für die Quality Audits und die freiwilligen Akkreditierungen der universitären Hochschulen zuständig. Denkbar ist auch, dass mit der Zeit weitere Agenturen, zum Beispiel aus dem deutschsprachigen Ausland, beauftragt werden. Im Gegenzug kann die AAQ auf kostendeckender Basis Mandate anderer Institutionen annehmen.

Im Akkreditierungsverfahren muss eine Hochschule zuerst einmal eine umfassende Selbstbeurteilung erstellen und in einem Bericht festhalten. Nach dem Studium dieser Dokumentation nimmt eine Gruppe von Gutachtern einen Augenschein vor Ort. Auch bei diesen Personen wird eine ausgewogene Zusammensetzung angestrebt; ein Vertreter soll aus dem Kreis der Studierenden stammen. Die Agentur erstellt danach einen Bericht zuhanden des Akkreditierungsrats, der die Akkreditierung mit oder ohne Auflagen aussprechen oder ablehnen kann.

Hochschulraum ist begehrt

Neben den institutionellen Akkreditierungen, bei der die gesamte Hochschule beurteilt wird, sind auch freiwillige Akkreditierungen einzelner Studiengänge möglich. Nach Inkrafttreten des HFKG nächstes Jahr, werden sämtliche Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen bis Ende 2022 einer ersten institutionellen Akkreditierung mit den neu geschaffenen Standards unterzogen. Ein erneutes Verfahren erfolgt etwa alle sieben Jahre. Zudem stehen beim AAQ Gesuche von weiteren Bildungsinstitutionen an. So etwa vonseiten zweier katholisch-theologischer Fakultäten in den Kantonen Tessin und Chur sowie privater Bildungsinstitutionen aus dem Raum Genf, die sich an Personen aus dem Umfeld der internationalen Organisationen wenden. Bereits unter dem bisherigen System akkreditiert wurde kürzlich die international ausgerichtete Franklin University in Lugano. In den nächsten Jahren ist also eine Erweiterung des Hochschulraums nicht ausgeschlossen.

20 novembre 2014, Andrea Söldi, libre journaliste RP

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