Thèmes – Formation

Höhere Fachschulen brauchen eine bessere Positionierung

Die Motion 18.3392 der WBK-Nationalrat verlangt, „dass die höheren Fachschulen mit eidgenössisch anerkannten Bildungsgängen und ihre Abschlüsse national und international klar als Teil der schweizerischen Berufsbildung positioniert sind.“ Diese Motion wurde heute vom Nationalrat ohne Abstimmung und mit Zustimmung des Bundesrates überwiesen. mehr

Aus Sicht von Travail.Suisse ist dies ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Höheren Fachschulen, die durch ihre arbeitsmarktnahe tertiäre Ausbildung für die Wirtschaft wichtige höhere Fach- und Führungskräfte ausbilden. Die Motion ermöglicht sowohl den bisher fehlenden Schutz der Bezeichnung «Höhere Fachschule» wie auch einen klaren eidgenössischen Bezug ihrer Titel und Diplome. Schliesslich öffnet sie die Möglichkeit für die Schulen, ergänzend zur bewährten Anerkennung von Bildungsgängen, auch als anerkannte Institutionen zu gelten.

Für mehr Information :
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse, Mobile: 079 348 71 67

26 septembre 2018, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

Ständerat sagt Ja zur Stärkung der Höheren Fachschulen

Die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen sind arbeitsmarktnahe Ausbildungen auf Tertiärstufe. An diesem Grundsatz soll nicht gerüttelt werden. Aber Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist der Meinung, dass sie endlich einen Bezeichnungsschutz erhalten sollen. mehr

Nur noch Höhere Fachschulen, die über einen vom Bund anerkannten HF-Bildungsgang verfügen, sollen sich Höhere Fachschule nennen können. Zudem sollen die Absolventinnen und Absolventen eines HF-Bildungsganges ein eidgenössisches Diplom erhalten und damit auf die gleiche Stufe gestellt werden mit Personen aller anderen Berufsbildungsabschlüssen. Schliesslich sollen vor allem international ausgerichtete Höhere Fachschulen eine institutionelle Anerkennung beim Bund beantragen können, damit sie mit ausländischen Schulen auf institutioneller Ebene vertragsfähig werden.

Der Ständerat hat heute Morgen die Motion Fetz (18.3240) mit dem Titel „Die Höheren Fachschulen stärken“ mit 31 gegen 6 Stimmen trotz Ablehnung durch den Bundesrat angenommen. Damit hat er ähnlich wie die WBK-N (18.3392) den Handlungsbedarf im Bereich der Höheren Fachschulen anerkannt. „Für die Abgängerinnen und Abgänger ist das ein wichtiger Entscheid, denn sie sind die Leidtragenden der heutigen Situation“, sagt Bruno Weber, Leiter Bildungspolitik bei Travail.Suisse. „Trotz arbeitsmarktnahen Ausbildung auf Tertiärstufe verfügen sie heute über keinen Titel, der eindeutig identifiziert werden kann, weil die Bezeichnung HF nicht geschützt ist, das Diplom nicht eidgenössisch ist und die Schule über keine eidgenössische Anerkennung verfügt“. Travail.Suisse begrüsst daher die Annahme der Motion sehr.

Weitere Informationen:
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse, Mobile: 079 348 71 67

06 juin 2018, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

Vorbereitungskurse im Spannungsfeld von Berufsbildung und akademischer Bildung

Am 1. Januar 2018 treten neue Regelungen im Zusammenhang mit der Finanzierung von Vorbereitungskursen auf Berufs- und Höhere Fachprüfungen in Kraft. Die Hochschulen sind davon auch betroffen – auch sie können Vorbereitungskurse anbieten. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist es wichtig, dass die Hochschulen eine klare Vorstellung davon haben, unter welchen Bedingungen sie Vorbereitungskurse ausschreiben und durchführen. mehr

Berufsprüfungen (BP) und Höhere Fachprüfungen (HFP) sind wichtige formale Abschlüsse zur Höherqualifizierung von Fachleuten auf Tertiärstufe. Pro Jahr erreichen rund 18‘000 Personen einen solchen Abschluss. Die grosse Mehrzahl bereitet sich mit einem Vorbereitungskurs auf diese Prüfungen vor. Wer die Prüfung ablegt, hat das Recht, von der öffentlichen Hand 50% der anrechenbaren Kosten für die Vorbereitungskurse zurückzuerhalten – unabhängig vom Prüfungserfolg.

Ein Angebot der Berufsbildung

Die Berufs- und Höheren Fachprüfungen sind Abschlüsse der Berufsbildung und werden im nationalen Qualifikationsrahmen der Berufsbildung eingestuft. Anders als beim Qualifikationsrahmen der Hochschulen wird im Qualifikationsrahmen der Berufsbildung jeder Abschluss individuell eingestuft. Entsprechend bewegen sich zum Beispiel die Abschlüsse der Höheren Fachprüfungen von Niveau 6 bis Niveau 8 1 . Diese an der Praxis orientierten Abschlüsse können daher auch für eine Person mit einem akademischen Abschluss von Interesse sein.

Hochschulen können Vorbereitungskurse anbieten

Auch Hochschulen können Vorbereitungskurse auf Berufs- und Höhere Fachprüfungen anbieten. Eine Voraussetzung für alle Anbieter, also auch für die Hochschulen, ist, dass sie ihr Angebot auf der elektronischen Liste des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI eintragen. Nur dann können die Teilnehmenden von der öffentlichen Finanzierung profitieren.

Anders als die Abschlüsse sind die Vorbereitungskurse auf die BP und HFP non-formal. Aus Hochschulsicht unterliegen sie daher den Regelungen, die das HFKG 2 auf der Grundlage des Weiterbildungsgesetz WeBiG 3 festlegt. Diese Regelungen sind gegenwärtig in Bearbeitung. Aus Sicht von Travail.Suisse ist es vor allem wichtig, dass in Bezug auf die Vorbereitungskurse im Kontext der Hochschulen Klarheit darüber herrscht, wer

a. das Zielpublikum ist und wer daher Zugang zu den Vorbereitungskursen hat, welche die Hochschulen anbieten und
b. wie das Verhältnis der Vorbereitungskurse zu den anderen Hochschulweiterbildungen gestaltet ist, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Durchlässigkeiten und der Anrechenbarkeit.

Insbesondere weil sich in den Vorbereitungskursen auf BP und HFP, die von den Hochschulen angeboten werden, das Berufsbildungssystem und das akademische System überschneiden, macht es aus Sicht von Travail.Suisse Sinn, dass sich die Hochschulen diesbezüglich klare Regelungen geben.


1 https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20151046/index.html#app1ahref1
2 HFKG, Art. 12.3.a.4 unter Berücksichtigung von Art. 3.i.
3 WeBiG, Art. 2.2

21 novembre 2017, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

Besser studieren mit Beeinträchtigung

Seh- und Hörbehinderte sehen sich an Hochschulen mit vielen Hürden konfrontiert. Im Rahmen der projektgebundenen Beträge des Bundes will ihnen ein Forscherteam das Studium erleichtern. mehr

Im Hintergrund sieht man ein kleines Kind, das am ganzen Körper zuckt. Gleichzeitig gibt ein Arzt Erklärungen zum Wund-Starrkrampf ab. Mit diesem Film will das Bundesamt für Gesundheit die Bevölkerung für die Tetanus-Impfung gewinnen. Wie aber kann man damit auch Sehbehinderte erreichen? Sie können zwar die Ausführungen hören. Die emotionale Botschaft, die mit den Bildern transportiert wird, bleibt ihnen jedoch verwehrt.

Mit solchen Fragen befasst sich derzeit ein Team der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Forschenden des Instituts Übersetzen und Dolmetschen wollen gemeinsam mit Fachkollegen der Universität Genf ein Nationales Kompetenzzentrum für Barrierefreie Kommunikation aufbauen. Im Fokus stehen Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, mit temporären kognitiven Beeinträchtigungen, wie sie etwa bei schweren Erkrankungen oder in persönlichen Belastungssituationen auftreten können, sowie Fremdsprachige. Ihnen soll der Zugang zu einem Hochschul-Studium erleichtert werden.

Emotionale Bilder beschreiben

Am Beispiel des Kampagnen-Films für die Tetanus-Impfung will man herausfinden, wie Lehrfilme für Sehbehinderte verbessert werden können. Bei der Versprachlichung von Spielfilmen habe man bereits viel Erfahrung, sagt Projektleiterin Susanne Jekat, die in diesem Bereich mit dem Schweizer Fernsehen zusammengearbeitet hat. Populäre Sendungen wie der „Tatort“ oder „der Bestatter“ werden heute für Sehbehinderte aufbereitet. Die in den Bildern enthaltenen Informationen und Eindrücke werden für sie vertextet und zwischen den Dialogen eingefügt. Sind die Lücken in der Originalversion zu kurz, müssen die Dialoge komprimiert werden. Dabei darf der Spannungsaufbau nicht verloren gehen. Zwar gibt es auf dem Markt bereits sogenannte Audiodeskriptionsprogramme, welche die Übersetzung von Bildern unterstützen. Diese sind aber teuer und eignen sich eher für Spielfilme als für Lehrfilme, bei denen die Wissensvermittlung im Vordergrund steht.

Gebärdender Avatar

Weitere Teile des Projekts widmen sich zum Beispiel der maschinellen Übersetzung von gesprochener in Gebärdensprache. Ein entsprechendes System mit einem Avatar wurde an der Universität Genf bereits entwickelt und soll nun für gehörlose Studierende erweitert werden. Ein Forschungsgebiet ist zudem die Einfache Sprache: Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder für Fremdsprachige sollen Fachtexte vereinfacht werden.

In einer ersten Phase verschaffen sich die Forschenden einen Überblick der bereits bestehenden technischen Hilfsmittel und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Danach werde diese von Nutzern getestet und für den Gebrauch an Hochschulen adaptiert.

Service für alle Hochschulen

Das Projekt zugunsten Studierender mit Beeinträchtigung wird vom Bund im Rahmen der Projektgebundenen Beiträge 2017-2020 mit 578 000 Franken unterstützt. Insgesamt stehen knapp 225 Millionen Franken für 18 Projekte und Programme zur Verfügung. Das bekannteste davon dürfte wohl jenes für die Erhöhung der Ausbildungsplätze in der Humanmedizin sein, das mit 100 Millionen Franken allein fast die Hälfte des Budgets verschlingt.

Gemäss Vorgabe müssen die Innovationen von gesamtschweizerischer hochschulpolitischer Bedeutung sein, wie auch mit dem geplanten Kompetenzzentrum für Barrierefreie Kommunikation angestrebt wird: „Es soll eine Anlaufstelle werden, an die sich jede Hochschule wenden kann, um die Bedürfnisse ihrer diversen Studierenden mit Beeinträchtigung abzudecken“, erklärt Susanne Jekat.

21 novembre 2017, Andrea Söldi, libre journaliste RP

Forumtheater „I Girl I Boy I Phone“

„Identitätsfindung junger Menschen in Zeiten der Globalisierung, der Digitalisierung und der Migration“ – so lässt sich das Thema der neuen Forumtheaterproduktion von Maralam zusammenfassen. Die Premiere des Forumtheaters „I Girl I Boy I Phone“ findet am 20. November 2017 in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule BBB (BerufsBildungBaden) in Baden statt. Träger des Projektes ist Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden. mehr

Von Bruno Weber-Gobet, Produktionsleiter des Forumtheaterprojekts und Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse und Peter Braschler, Projektleiter MARALAM

Die neue Forumtheaterproduktion nimmt die teilnehmenden Schulklassen mit auf eine Reise durch Fragen der Identitätsfindung junger Menschen in Zeiten der Globalisierung, der Digitalisierung (Industrie 4.0) und der Migration. Inhaltlich bedeutsam sind die unterschiedlichen Frauen- und Männerbilder, mit denen junge Menschen in der heutigen Zeit in ihrem familiären, schulischen, beruflichen, religiösen und gesellschaftlichen Umfeld konfrontiert werden. Besonders beachtet wird dabei die Rassismusdebatte, die durch Migrations- und Integrationsfragen wie auch durch die starke Vernetzung über die sozialen Medien angefacht wird.

Intensive Recherchearbeit

Die Grundlage für die Erarbeitung des Forumtheaters bilden intensive Recherchearbeiten in und mit Berufsschulklassen und Betrieben. Die Theatermacher wollten verstehen, was heutige Berufslernende beschäftigt, wie sie mit Globalisierung, Digitalisierung und Migration umgehen und in welche Identitätskonflikte sie als Frauen oder Männer verwickelt sind. Daraus sind konfliktreiche Szenen entstanden, auf welche die Teilnehmenden reagieren können.

Interaktion wird gross geschrieben

Das Forumtheater ist eine besondere Theaterform. Sie setzt auf Interaktion. Die Szenen thematisieren Konflikte und fordern die Teilnehmenden heraus, aktiv ins Bühnengeschehen einzugreifen und ihre Vorschläge zur Lösung der Konflikte spielerisch einzubringen. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Prozess des konkreten Ausprobierens von Lösungen für die Teilnehmenden spannend und befreiend ist – es wird viel gelacht. Begleitet wird das Forumtheater durch didaktisch-pädagogische Materialien zur Vor- und Nachbereitung. Während das Forumtheater eher eine ganzheitliche, auch die Emotionen und die Ästhetik einschliessende Form darstellt, werden mit den Materialien zur Vor- und Nachbereitung eher theoretisches, analytisches und mehr-perspektivisches Wissen zum Themenfeld aufgebaut. Es ermöglicht eine vertiefte und breite Reflexion des Themenfeldes.

Smartphone on

Identitätsfindung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern in der realen Welt, zu der heute auch die digitale Welt gehört. Das Smartphone als Teil der digitalen Welt und ständiger Begleiter der meisten Jugendlichen (und Erwachsenen) gehört daher auf die Bühne, sonst wird die heutige Welt nicht richtig abgebildet. Für die SchauspielerInnen wie auch für die Schulklassen heisst es daher „Smartphone on“. In den Szenen soll präsent sein, dass die digitale Welt unsere Beziehungen prägt, über sie Werte vermittelt werden, ihre richtigen (?) oder falschen (?) Informationen Wirklichkeiten mit zum Teil weitreichenden Folgen schafft und die Berufe und die Berufsbildung beeinflusst.

Der Start eines längeren Projektes

Mit der Premiere in Baden startet ein längerfristig angelegtes Projekt. Zur Premiere sind daher auch die Verantwortlichen der anderen Berufsfachschulen eingeladen. Sie sollen durch die Visionierung entscheiden können, ob sie das Forumtheaterprojekt „I Girl I Boy I Phone“ auch an ihrer Schule durchführen wollen. Das Vorgängerprojekt von „I Girl I Boy I Phone“ – „Rookie – verschiedene Nationalitäten im Lehrlingsalltag“, das ebenfalls von Travail.Suisse und Maralam initiiert wurde – hat zwischen 2007 und 2014 mehr als 20‘000 Berufslernende erreicht. Das neue Projekt wird auch in der französischsprachigen und italienischsprachigen Schweiz durchgeführt. Die Premierenorte sind schon festgelegt und die Verträge mit den jeweiligen Theatergruppen unterzeichnet. Alle weiteren Informationen sind auf der Homepage www.Igirlboyphone.ch zu finden.

Abspann

Das Forumtheaterprojekt „I Girl I Boy I Phone“ wird getragen von Travail.Suisse in Partnerschaft mit der SDK, Schweizerische Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen und dem SVABU, Schweizerischer Verband für allgemeinbildenden Unterricht.

Für die Premierenserie in der Deutschschweiz besteht eine Kooperation mit der Berufsfachschule BBB (BerufsBildungBaden). Die Produktion wird unterstützt durch die Schweizerische Eidgenossenschaft, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und dem
Industrieverband „*Swissmem*“.

Durchgeführt wird es durch das Theater Maralam, das seit Jahren mit spezifischen Produktionen für Berufsschulen erfolgreich ist – stufengerecht, doch herausfordernd. www.maralam.net

13 novembre 2017, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation

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