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Sehbehinderte machen sich digital fit

Wenn die Augen schwächer werden, können digitale Technologien die Teilhabe an der Gesellschaft deutlich verbessern. In Kursen lernen Sehbehinderte, ihr Smartphone optimal einzusetzen. Travail.Suisse Formation, hat im Rahmen seines Projektes „Besserer Zugang für blinde und sehbehinderte Menschen zur öffentlichen Weiterbildung“ die Apfelschule besucht und sehbehinderten Menschen beim Lernen über die Schultern geschaut. mehr

Suchend streicht Cécile Haldemann über das Display ihres Smartphones. „Telefon, WhatsApp, E-Mail, Rekunia“, liest ihr die Computerstimme vor. Sie tippt die Rekunia-App an, klaubt ein Bündel Noten aus ihrem Portemonnaie und richtet die Kamera auf eine davon. „Etwas näher dranhalten“, rät Kursleiter Sandro Lüthi. Nun klappt‘s: „Zehn Schweizer Franken“, tönt es aus dem Telefon. „Die neuen Geldscheine sind für mich schwierig auseinanderzuhalten, weil sie fast gleich gross sind“, sagt die 61-Jährige. Während geübte Sehbehinderte die Noten anhand von feinen tastbaren Strichen an den Rändern erkennen, fällt dies Menschen, die sich noch vor Kurzem auf ihre Augen verlassen konnten, schwerer. „Bis anhin hatte ich meistens einen Sack voll Fünfliber bei mir, weil diese sich gut von anderen Münzen unterscheiden lassen“, lacht Haldemann. „Man wird erfinderisch.“

Um den Umgang mit ihrem Smartphone zu üben, hat die Frau aus dem St. Gallischen Gommiswald Anfang November an einem zweitägigen Workshop in Uznach teilgenommen. Der Verein Apfelschule bietet regelmässig Kurse in der ganzen Schweiz an. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind digitale Geräte eine grosse Hilfe bei der Bewältigung des Alltags. Doch die optimale Anwendung will gelernt sein. Viele ältere Menschen sind mit dem Smartphone noch wenig vertraut. Jüngere dagegen müssen die Bedienung mit der Stimme üben.

Den fruchtigen Namen hat sich die Organisation gegeben, weil Geräte der Marke Apple für Sehbehinderte einst am besten geeignet waren. Das Betriebssystem des iPhone enthielt als erstes integrierte Bedienungshilfen wie etwa die sprechende Assistentin Siri sowie die Funktion VoiceOver, die Texte laut vorliest. Zudem gibt es verschiedene spezielle Apps, die heruntergeladen werden können. Finanziell ist der Verein aber nicht vom Apple-Konzern abhängig, sondern wird vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) unterstützt.

Übung und Kniffe

„Das Smartphone erweitert meine Bewegungsfreiheit erheblich“, sagt Geschäftsführer Sandro Lüthi. Der 41-Jährige ist seit zehn Jahren selbst von einer fortschreitenden degenerativen Augenkrankheit betroffen, hat aber noch einen Sehrest. Er hat sein Smartphone so eingerichtet, dass die Schrift weiss auf schwarzem Hintergrund erscheint; so kann er es vorderhand noch optisch bedienen. Lüthi ist mit digitalen Technologien aufgewachsen und kann sich dennoch gut in andere Generationen einfühlen. „Wenn schon sehbehindert sein, dann ist heute die beste Zeit dafür», stellt er klar.

Dass Cécile Haldemann vollständig bind ist, merkt man ihr kaum an. In den vertrauten Räumen bewegt sie sich auch ohne Stock sicher und stösst kaum an. Beim Sprechen schaut sie dem Gegenüber direkt in die Augen. Doch im Alltag ist die aktive, lebenslustige Frau stark auf die Unterstützung ihres Ehemannes und des grossen Bekanntenkreises angewiesen. Bis vor Kurzem hat sie sich noch mit ihrem alten Tasten-Handy durchgeschlagen. Doch dies wurde immer schwieriger. „Nachrichten lesen und schreiben konnte ich nicht mehr.“ Erst vor einer Woche hat sie sich deshalb ein Smartphone zugelegt. Die Spracherkennungs-Software Siri ist zu ihrer treuen Assistentin geworden. „Bitte ruf Werner an“, sagt Haldemann, oder „Schreib Helen ein WhatsApp.“ Siri gehorcht brav und setzt die gesprochenen Worte in Schrift um. Sie kennt auch sämtliche Emojis besser als viele Sehende und beschreibt sie: «Grinsendes Gesicht mit zusammengekniffenen Augen, Pizzastück, Flagge von Togo». Zudem hat Siri den Zeitplan im Griff: Sie trägt Termine in der Agenda ein oder antwortet auf die Frage: «Was für Termine habe ich heute?»

Mobil und informiert

Zeit für eine Pause, in der sich die Kursteilnehmer rege über ihre Erfahrungen austauschen. Nach einem Kaffee steht die Bedienung der SBB-App auf dem Programm. Kursleiter Jörg Schilling erklärt, wie man Abfahrts- und Zielort über Sprachbefehle eingibt und die Verbindung abruft. Zudem empfiehlt er, die geplante Reise stets zu speichern. „So kündigt euch die App an, wann ihr aussteigen müsst. Das ist praktisch, wenn ihr nicht mehr sicher seid, welche Haltestelle als nächste kommt.“ Ein weiteres Thema des Kurses sind Medien: Auf Play-SRF können auch Blinde problemlos Radio und Fernsehen hören. Und auf der App E-Kiosk stehen ihnen für rund 100 Franken im Jahr die meisten Schweizer Zeitungen zur Verfügung. Damit Sehbehinderte auch gewöhnliche Webseiten und Apps nutzen können, sollten sie barrierefrei gestaltet sein. Bei den meisten offiziellen Angeboten wie etwa der SBB-Fahrplanabfrage sei dies heute gewährleistet, sagt Sandro Lüthi.

Auch Ernst Horat ist sehr froh um all die digitalen Hilfen, die ihm zur Verfügung stehen. Denn das Lesen längerer Texte ist für den 78-Jährigen sehr anstrengend geworden. «Der Blick ist verschleiert, wie wenn jemand die Vorhänge gezogen hätte», erklärt der vitale Renter aus Richterswil, der vor weniger als einem Jahr noch mit dem Auto unterwegs war. Nun kann er sich in der Öffentlichkeit noch knapp mit den Augen orientieren, doch Bücher und Zeitungen lässt er sich vom Screenreader vorlesen. Ein iPhone besitzt er schon länger. «Früher habe ich Siri mehr als Spielerei und Zeitverschwendung angeschaut», sagt Ernst Horat. «Heute ist die digitale Assistentin für mich zur unentbehrlichen Begleiterin im Alltag geworden.»


Nicht allein gelassen mit der Technik
Der Verein Apfelschule geht auf das Engagement des heutigen Ehrenpräsidenten Urs Kaiser zurück. Der blinde Solothurner hatte vor rund 7 Jahren begonnen, Blinde und Sehbehinderte im Umgang mit ihrem Smartphone zu unterstützen. Wegen zunehmender Nachfrage wurde 2016 ein offizieller Verein gegründet mit je einer professionellen Geschäftsstelle in der Deutschschweiz und der Romandie. Die Apfelschule bietet an diversen Standorten Basis-, Aufbau- und Themenkurse an. Neben Kommunikation und Organisationshilfen werden Aspekte wie Mediennutzung und Navigation aufgegriffen. www.apfelschule.ch

Schulungen und Beratungen für die Bedienung technischer Geräte bietet zudem die Firma Tools4theBlind an, die 2007 von Stefan Hofmann gegründet wurde. In seinem Verkaufslokal in Winterthur sind zahlreiche Hilfsmittel für Arbeit, Alltagsgestaltung und Unterhaltung erhältlich. Das Team bietet zudem Unterstützung beim Einrichten des Arbeitsplatzes an. www.tools4theblind.ch

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2018 12 17 TS-Formation Apfelschule d.docx 21 KB

16 décembre 2018, Andrea Söldi, libre journaliste RP Drucker-icon

Neun Handlungsfelder im Bereich der Weiterbildungspolitik

Am 1. Januar 2017 ist das Weiterbildungsgesetz (WeBiG) in Kraft getreten. Man steht damit nicht mehr vor der Aufgabe zu begründen, warum es ein Weiterbildungsgesetz braucht. Vielmehr müssen jetzt Antworten darauf gefunden werden, wie das WeBiG umgesetzt werden soll. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat neun Handlungsfelder identifiziert, die politisch bearbeitet werden müssen. mehr

Das Weiterbildungsgesetz WeBiG1 soll das lebenslange Lernen im Bildungsraum Schweiz stärken. Zur Weiterbildung gehören alle nonformalen Ausbildungen, angefangen bei den Grundkompetenzen bis hin zu den Weiterbildungen im Hochschulbereich. Auf allen Ebenen gibt es aus Sicht von Travail.Suisse Handlungsbedarf.

Handlungsfeld „Grundkompetenzen“

Im Bereich der Grundkompetenzen stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann die Zielgruppe der Menschen mit ungenügenden Grundkompetenzen erreicht werden? Nationale Marketingkampagnen sind zu begrüssen und wichtig2. Aber viel wichtiger ist es, Personen mit Problemen im Zusammenhang mit den Grundkompetenzen am Arbeitsplatz bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV oder bei der Sozialhilfe darauf anzusprechen. Dazu müssen sich aber diese Orte als Teil des politischen Auftrags “Erhalt und Erwerb von Grundkompetenzen” verstehen. Diese Einbindung muss gelingen, um das Anliegen „Erhalt und Erwerb von Grundkompetenzen" vorwärtszubringen.

Handlungsfeld „WeBiG und Berufsbildungsgesetz BBG"

Das WeBiG ist ein Rahmengesetz. Es legt die Grundsätze fest, denen alle Gesetze folgen müssen, in denen Weiterbildung ein Thema ist. Das Berufsbildungsgesetz BBG muss die Anpassung an die Grundsätze des WeBiG noch vornehmen. Das heisst die Berufsbildung muss sich überlegen, was im BBG angepasst werden muss, damit die Grundsätze des WeBiG auch im BBG berücksichtigt werden. Diese Arbeit ist bisher nicht gemacht worden.

Handlungsfeld „Anpassungsbildung“

Die Weiterbildung dient sowohl zur Höherqualifizierung wie auch – über die Anpassungsbildung – zum Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit. Angesichts der rasanten technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen stellt sich die Frage, wer für die Anpassungsbildung zuständig ist. Das WeBiG nennt zwar im Artikel 5 Verantwortlichkeiten, hat aber keine Möglichkeiten, diese auch durchzusetzen. Wenn in Bezug auf die Anpassungsbildung etwas geschehen soll, so haben sich der Bund, die Kantone und die Wirtschaft für bestimmte Zielgruppen (z.B. wenig Qualifizierte) auf klare und überprüfbare Ziele und auf Massnahmen zur Erreichung der Ziele zu einigen.

Handlungsfeld „Nationaler Qualifikationsrahmen Berufsbildung“

In den „Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung“ NQR-BB3 werden bisher nur formale Abschlüsse eingeordnet. Um der Weiterbildung mehr Wert und Transparenz im Arbeitsmarkt und im Bildungssystem zu geben, ist es politisch angezeigt, unter bestimmten Bedingungen auch Branchenzertifikate in den NQR-BB aufzunehmen.

Handlungsfeld „Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung“

Die Arbeitgeber und Arbeitnehmenden brauchen angesichts der technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen vermehrt Kompetenzen zur Laufbahngestaltung. Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung BSLB muss daher aufgewertet und im Bildungssystem neu positioniert werden, gerade auch zur Planung der Weiterbildung. Dazu braucht die BSLB einen nationalen Auftrag statt 26 unterschiedliche kantonale Aufträge. Neu soll sich der Bund über eine Pauschale und über Projekte an den Kosten beteiligen. Die BSLB muss vermehrt national abgestimmte Dienstleistungen für Erwachsene und Betriebe anbieten und so das lebenslange Lernen stärken.

Handlungsfeld „Hochschulweiterbildung“

Gemäss WeBiG Artikel 2.2 liegt es in der Zuständigkeit der hochschulpolitischen Organe, die Grundsätze des Weiterbildungsgesetzes umzusetzen. Bei der Umsetzung muss dabei darauf geachtet werden, dass es zu keinen Wettbewerbsverzerrungen gegenüber der Höheren Berufsbildung (Art. 3i HFKG) kommt. Insbesondere sind klare Regeln zu definieren im Zusammenhang mit der Durchführung von Vorbereitungskursen im Hinblick auf Berufsprüfungen und Höhere Fachprüfungen.

Handlungsfeld „Weiterbildung und Menschen mit Sehbehinderungen“

Gemäss Artikel 8 WeBiG sind Bund und Kantone bestrebt, „mit der von ihnen geregelten und unterstützten Weiterbildung insbesondere: (…) b. den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen Rechnung zu tragen;“. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist der Zugang zur öffentlichen Weiterbildung durch verschiedene Barrieren (z.B. nicht barrierefreie Texte) erschwert. Travail.Suisse Formation führt ein Projekt unter dem Titel «Für Menschen mit einer Sehbehinderung den Zugang zur öffentlichen Weiterbildung verbessern» durch. Dabei wird unter anderem eine Krite-rienliste erarbeitet, die Bildungsanbietern helfen soll, Weiterbildungen so zu gestalten, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen erfolgreich daran teilnehmen können. Ziel muss sein, dass die Anbieter von öffentlichen Weiterbildungen diese Kriterienliste verwenden und so den blinden und sehbehinderten Menschen einen barrierefreien Zugang zu ihrer Weiterbildung ermöglichen.

Handlungsfeld „Gesamtarbeitsverträge und Weiterbildung“

Die Sozialpartner haben die Möglichkeit, unabhängig von der Politik über das Instrument der Gesamtarbeitsverträge GAV die Weiterbildung zu stärken. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände sind bestrebt, das lebenslange Lernen auch über den GAV zu fördern, und zwar für alle Angestellten4, auch für die wenig qualifizierten und Menschen mit Behinderungen5.

Handlungsfeld „Weiterbildung und die Senioren“

Angesichts der demografischen Entwicklung verfügt die Gruppe der Seniorinnen und Senioren über ein grosses Potenzial zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen. Dieses Potenzial sollte besser genutzt werden. Dazu braucht es eine Strategie und Weiterbildungsmassnahmen. Die Kantone entwickeln zusammen mit dem Bund eine Strategie, um das Potenzial der Senioren und Seniorinnen zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen besser nutzen zu können. Der Bund unterstützt eine Organisation der Weiterbildung (WeBiG Art. 12), die sich dem Thema «Seniorinnen und Senioren» widmet.

1 https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20141724/index.html
2 https://www.besser-jetzt.ch/
3 https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bildung/mobilitaet/nqr.html
4 https://www.transfair.ch/Ressourcen/PDF/Communication/GAV/GAV_Swisscom_2018_de-de.pdf, Kapitel 2.4
5 https://ts-paperclip.s3-eu-west-1.amazonaws.com/system/uploadedfiles/4616/original/Integration_druck.pdf?1522244770; Seite 24.

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2018 10 02 Handlungsfelder-fuer-die-Weiterbildungspolitik d.docx 20 KB

02 octobre 2018, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Zusammenarbeitsvereinbarung Save50plus und Travail.Suisse: Den älteren Arbeitnehmenden eine Stimme geben

Die Situation der älteren Arbeitnehmenden muss von der Wirtschaft ernster genommen werden. Es braucht mehr Aus- und Weiterbildung und einen kulturellen Wandel in den Unternehmen. Diese Entwicklung wollen der Schweizerische Arbeitnehmer- und Arbeitslosenverband Save50Plus und Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, stärker beeinflussen. Im Vorfeld der 4. Nationalen Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende vom 26. April haben Save50plus und Travail.Suisse eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet, um über die Konferenz hinaus die Interessen der älteren Arbeitnehmenden auf nationaler Ebene besser zu vertreten. mehr

Zwar ist demografiebedingt mittlerweile jeder fünfte Erwerbstätige älter als 54 Jahre, aber die Situation hat sich für ältere Arbeitnehmende in den letzten Jahren wenig vorteilhaft entwickelt. Die Arbeitslosenquote ist bei Erwerbstätigen ab 50 Jahren in den wirtschaftlich schwierigen Jahren deutlich stärker gestiegen und geht jetzt im Aufschwung langsamer zurück als bei den Jüngeren. Unter dem Strich bedeutet dies, dass ältere Arbeitnehmenden schneller entlassen werden, länger arbeitslos bleiben und weniger schnell wieder eine Stelle finden. Parallel dazu ist die Sozialhilfequote bei den 56-64-Jährigen seit 2011 stark angestiegen. Es besteht folglich Handlungsbedarf die älteren Arbeitnehmenden gezielt zu unterstützen.

Mit Save50plus hat Travail.Suisse mit einem der bedeutendsten Verbände, die sich für die älteren Arbeitnehmenden einsetzen, einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen. Save50plus zählt über 1600 Mitglieder und richtet seine Arbeit auf motivierte, ältere Arbeitssuchende aus und zeigt ihnen Strategien und Wege zu modernen Arbeitsmodellen auf, die ein Einkommen ermöglichen und den bisherigen Lebensstandard sichern können. In Zusammenarbeit mit Organisationen und Unternehmen, die das Potenzial erfahrener Arbeitnehmenden erkannt haben und ihr Know-How zu schätzen wissen, setzt sich der nationale Dachverband Save50plus für einen altersneutralen Arbeitsmarkt ein und vermittelt wertvolle Kontakte. Im Vorfeld der Konferenz für ältere Arbeitnehmende hat Save50plus am Vortrag Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Austausch getroffen. Daniel G. Neugart, Präsident und Geschäftsführer von Save50plus: „Wir bauen auf strategische Kooperationen im Dialog mit Wirtschaft und Politik. Wir wollen nicht effektvoll sein und Attacken reiten, sondern effiziente und konkrete Lösungen anbieten. In diesem Sinne erachten wir die Zusammenarbeit mit Travail.Suisse als besonders hilfreich.“

Travail.Suisse ist wie in den letzten drei Jahren als nationaler Sozialpartner nächsten Donnerstag zur Konferenz eingeladen und wird seine Forderungen präsentieren. Neben der Förderung der Aus- und Weiterbildung und der Standortbestimmung für Erwachsene ist die wirksame Umsetzung der Stellenmeldepflicht für Erwerbslose zentral. Damit die Anliegen der älteren Arbeitnehmenden effektiver adressiert werden können, ist die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden sinnvoll. Es braucht kulturelle Veränderungen in den Unternehmen und der Wirtschaft generell, aber auch politische Massnahmen. „Zusammen mit Save50plus wollen wir das Bewusstsein in Wirtschaft und Politik stärken, dass ältere Arbeitnehmende angesichts der demografischen Entwicklung wertvoll sind. Ihnen soll mehr Weiterbildung angeboten wird, damit sie bis zur ordentlichen Pensionierung im Arbeitsmarkt aktiv sein können“, umschreibt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, das Ziel der Zusammenarbeit.

Durch die Zusammenarbeit der beiden Organisationen sollen die Situation der älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt und ihre Interessenvertretung auf nationaler Ebene verbessert werden. Dies soll sowohl durch politisches Engagement, Medienarbeit und Weiterbildungsmassnahmen erreicht werden.

Weitere Informationen:
• Daniel G. Neugart, Präsident Save50plus, 061 361 50 05
• Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93

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2018 04 24 MM Zusammenarbeit TravailSuisse-und-Save50plus Aeltere-Arbeitnehmende d.docx 75 KB

24 avril 2018, Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon

Den Zugang zur Weiterbildung für Menschen mit Behinderungen verbessern

Seit dem 1. Januar 2017 ist das Weiterbildungsgesetz WeBiG in Kraft. Es gibt dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI die Möglichkeit, Leistungsvereinbarungen mit sogenannten Organisationen der Weiterbildung abzuschliessen (Art. 12 WeBiG). Ziel ist es, die Information, die Koordination und die Entwicklung in Bezug auf die Weiterbildung zu stärken (Art. 1 WeBiV). Eine der Leistungsvereinbarungen hat das SBFI mit Travail.Suisse Formation TSF abgeschlossen. Dabei liegt der Schwerpunkt beim Thema “Zugang zur Weiterbildung von Menschen mit Behinderungen”. mehr

Ein Ziel des WeBiG ist es, Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Personen an Weiterbildung teilnehmen können (Art. 4b WeBiG). Das Gesetz erwähnt dabei explizit auch Menschen mit Behinderungen (Art. 8b WeBiG). Sie sollen die gleichen Chancen beim Zugang zur Weiterbildung haben wie Menschen ohne Behinderungen.

Der Inhalt der Leistungsvereinbarung

Dank der abgeschlossenen Leistungsvereinbarung zwischen SBFI und TSF kann TSF das Thema „Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen beim Zugang zur Weiterbildung“ offensiv angehen. Angestrebt werden Vernetzungen zwischen Behindertenorganisationen und Bildungsanbietern. Vorerst liegt der Schwerpunkt der Arbeit bei Menschen mit Sehbehinderungen. TSF wird eng mit dem Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV zusammenarbeiten. Ein wichtiges Ergebnis der Projektarbeit wird eine Kriterienliste für Bildungsanbieter sein. Sie soll Auskunft darüber geben, wie Bildungsangebote gestaltet sein müssen, damit Menschen mit Sehbehinderungen erfolgreich daran teilnehmen können. TSF wird regelmässig über die Entwicklung des Projektes kommunizieren.

Wer ist Travail.Suisse Formation TSF?

Travail.Suisse Formation TSF ist eine Organisation der Weiterbildung, die in allen Sprachregionen der Schweiz tätig und vertreten ist. Die Umsetzung der Leistungsvereinbarung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von TSF. Daneben ist TSF aber noch weiteren Zwecken verpflichtet. Gemäss Statuten sind es die folgenden:
a) sie nimmt Informationsaufgaben in Bezug auf die angeschlossenen Mitgliedsorganisationen und die Öffentlichkeit wahr;
b) sie übernimmt innerhalb der Arbeitswelt Netzwerk- und Koordinationsaufgaben;
c) sie setzt sich für Qualitätssicherung und -entwicklung in der Weiterbildung ein;
d) sie regt zur Entwicklung der Weiterbildung Projekte an und führt diese zusammen mit Mitgliedsorganisationen und/oder Partnern durch; und
e) sie fördert die Weiterbildung der Arbeitnehmenden und ist bestrebt, die Hürden zur Weiterbildung abzubauen.

Mitglieder von TSF sind das Bildungsinstitut für Arbeitnehmende ARC mit den Arbeitnehmerverbänden Syna, transfair, SCIV, SwissPersona und dem Dachverband Travail.Suisse, das Centro di formazione professionale CFP mit dem Träger OCST und Enaip. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Francesco Genova (Präsident), Giuseppe Rauseo (Finanzen) und Bruno Weber-Gobet (Geschäftsführer). TSF kommuniziert dreisprachig (dt./frz./ital.).

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2017 06 27 TSF Leistungsvereinbarung d.docx 15 KB

27 juin 2017, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Endlich!

Am 1. Januar 2017 tritt das erste eidgenössische Weiterbildungsgesetz in Kraft. Endlich! Für Travail.Suisse erhält damit ein wichtiger Bildungsbereich einen wertvollen Schub für die Zukunft. Qualität, Transparenz und der Zugang zur Weiterbildung sollten für alle verbessert und gestärkt werden. Ebenso wird klarer, wie das Verhältnis der Weiterbildung zu den anderen Bildungsbereichen ist. Schliesslich benennt das Gesetz auch die Aufgaben von Bund und Kantonen in Bezug auf die Weiterbildung. Travail.Suisse begrüsst daher die Inkraftsetzung des Weiterbildungsgesetzes auf Anfang 2017 sehr. mehr

Demografische, technologische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen prägen unsere Gesellschaft. Bei der Bewältigung all dieser Fragen spielt die Bildung eine wichtige Rolle. Mit dem ersten nationalen Weiterbildungsgesetz erhält die Schweiz ein Instrument an die Hand, um wichtige Fragen im Bereich Weiterbildung koordinierter und konkreter angehen zu können. Zum Beispiel wird dank diesem Gesetz die Förderung der Grundkompetenzen Erwachsener zu einem Thema, das jetzt angepackt werden kann. Auch der Zugang zur Weiterbildung für gering qualifizierte Personen und benachteiligte Personen sollte verbessert werden dank dem Engagement der öffentlichen Hand, aber auch aufgrund der Projekte der Organisationen der Weiterbildung. Zudem regelt das Gesetz auch die Verantwortung des Einzelnen in Bezug auf die Weiterbildung, aber auch die Verantwortung der Arbeitgeber. Sie sollen die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden begünstigen. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie ein günstiges Umfeld für Bildung im Unternehmen schaffen. Arbeitnehmende dürfen daher erwarten, dass die Arbeitgeber in einem betrieblichen Weiterbildungsleitbild aufzeigen, wie sie ihre Verantwortung in Bezug auf die Weiterbildung wahrnehmen und welche zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Ressourcen sie für die Begünstigung der Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden einsetzen wollen. Aus Sicht von Travail.Suisse enthält daher das Weiterbildungsgesetz ein wichtiges Potenzial für die Lösung anstehender Probleme.

Für mehr Informationen:
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse , Tel. 031 370 21 11 oder 079 348 71 67

25 février 2016, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon