Thèmes – Famille

Erwerbsersatz bei Mutterschaft: Keine Sparübungen auf Kosten der Frauen

Bei der Neuverhandlung von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) stehen seit der Einführung des Erwerbsersatzes bei Mutterschaft regelmässig die Urlaubs- und Lohnfortzahlungslösungen bei Mutterschaft auf der Traktandenliste. Einige Arbeitgeber versuchen, von besseren Lösungen auf das gesetzliche Minimum zurückzukrebsen. Das ist nicht tolerierbar. Denn noch immer sind Arbeitnehmerinnen in vielen Belangen diskriminiert.

31 octobre 2005, Anna Christen, Responsable politique d’égalité

Studie „Familienfreundliche Unternehmenspolitik“ – Kinderzulagen haben Priorität

Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut, dass die Familien auch für die Unternehmen und den Wirtschaftsminister ein Thema sind. Gleichzeitig darf für Travail.Suisse das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht von anderen aktuellen und für die Familien mindestens ebenso wichtigen Anliegen wie der dringenden Verbesserung der Kinderzulagen ablenken. mehr

Eine familienfreundliche Personalpolitik ist für viele Arbeitnehmenden wichtig. Gerade in Familien mit tiefen Einkommen sind bereits heute oft beide Elternteile erwerbstätig. Eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel durch das zur Verfügungstellen von Betreuungsplätzen, würde für diese Familien zwar keine finanzielle Besserstellung, aber zumindest eine bessere Betreuung der Kinder mit sich bringen.

Bedeutung von Kinderzulagen anerkannt
Erfreulich ist für Travail.Suisse auch, dass die Studie auf die Bedeutung von Kinderzulagen hinweist. Die Geburt eines Kindes belastet das Familienbudget oft gleich doppelt. Einerseits fallen höhere Ausgaben an. Andererseits sinkt gleichzeitig das Einkommen, weil viele Familien den Erwerbsumfang einschränken. Kinderzulagen entlasten das Familienbudget wirksam, und die Unternehmen werden in der Studie ermuntert, diese Zulagen über das gesetzliche Minimum hinaus zu erhöhen.

Politische Prioritäten nicht aus den Augen verlieren
Auch wenn möglicherweise einzelne Unternehmen bei den Kinderzulagen von sich aus eine Verbesserung vornehmen – bezeichnenderweise ist aber gerade bei diesem Punkt keine Best Practice ausgewiesen – ist für Travail.Suisse in diesem Bereich die Politik gefordert. Dies gilt umso mehr, als dass die entsprechenden Vorlagen weit fortgeschritten sind. Sowohl die Initiative „Für faire Kinderzulagen!“ als auch der Gegenvorschlag dazu stehen kurz vor dem Abschluss der parlamentarischen Diskussion. Beide Vorlagen bringen, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmass, Verbesserungen für die Familien. Für Travail.Suisse müssen jetzt bei den Kinderzulagen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Hier liegt die politische Priorität, von der jetzt nicht abgelenkt werden darf.

31 octobre 2005, Martin Flügel, Président

Sonntagsarbeit diskriminiert die Frauen und zementiert gesellschaftliche Missstände

Sonntagsarbeit betrifft vor allem die vielen im Verkauf tätigen Frauen. Was nach aussen wie eine willkommene Arbeitsgelegenheit für Familienfrauen aussieht, entpuppt sich für die Betroffenen schnell als Eigengoal: Der Druck auf die Löhne in einer traditionellen Frauenbranche mit tiefen Gehältern wird zunehmen, und die Missstände in der familienexternen Kinderbetreuung und bei den ungenügenden Kinderzulagen bleiben bestehen.

16 septembre 2005, Anna Christen, Responsable politique d’égalité

Ideen der Credit Suisse zur Familienpolitik: Familienpolitik für die guten Kunden

Neuerdings interessiert sich auch die Credit Suisse für die Familien. Allerdings nur insoweit, als beide Eltern möglichst vollzeitig ihre Arbeitskraft der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Jegliche anderen Leistungen der Familien sollen keine gesellschaftliche Anerkennung erhalten. Die Lebensgestaltungsfreiheit der Eltern wird massiv eingeschränkt.

12 septembre 2005, Daniel Furter, secrétaire du parti SP

Einführung der Mutterschaftsentschädigung am 1. Juli 2005: Travail.Suisse fordert Arbeitgeber zu fairem Verhalten auf

Am 1. Juli tritt sie endlich in Kraft: Die einheitliche Mutterschaftsentschädigung, geregelt über die EO (Erwerbsersatzordnung). Travail.Suisse informiert erwerbstätige Frauen über die Rechte der Frau am Arbeitsplatz mit Infoline und Broschüre. Viele Frauen sind mit der neuen Lösung nun endlich minimal abgesichert. Bereits aber versuchen einige Arbeitgeber von besseren Lösungen auf das gesetzliche Minimum zurückzukrebsen. Travail.Suisse fordert die Arbeitgeber zu fairem Verhalten auf. mehr

60 Jahre hat es gebraucht, bis der Verfassungsauftrag zur Einrichtung einer Mutterschaftsversicherung endlich umgesetzt wurde. Die Schweiz ist das letzte Land Europas, das noch über keine Mutterschaftsentschädigung verfügt hat. Und mit 14 Wochen bei 80 Prozent des Lohnes ist nun ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss gefunden worden, der im europäischen Vergleich alles andere als eine Luxusvariante darstellt. Trotzdem sind damit nun etli-che erwerbstätige Mütter besser gestellt als bisher.

Travail.Suisse informiert weiterhin schwangere Frauen und stillende Mütter über ihre Rechte am Arbeitsplatz in den Bereichen Mutterschaftsurlaub, Kündigungs- und Gesundheitschutz; Stillen etc. Es stehen eine leicht verständliche Informationsbroschüre in zwölf Sprachen und eine Infoline in Deutsch und Französisch zur Verfügung.

Die Freude über die nun in Kraft tretende Mutterschaftsentschädigung wird jedoch bereits getrübt. Einige Arbeitgeber, welche bis anhin bessere Lösungen kannten, fühlen sich offensichtlich versucht, auf das gesetzliche Minimum zurückzukrebsen. In unrühmlicher Art und Weise drängen auch politische Akteure in einigen Kantonen staatliche Arbeitgeber zu solchen Schritten. Dies ist ein höchst unanständiges Vorgehen, umso mehr als die Arbeitgeber insgesamt mit der EO-Lösung im Gegensatz zu den Arbeitnehmenden erheblich entlastet werden.

Vor kurzem rangierte die Schweiz in einer WEF-Studie zur Gleichstellung der Geschlechter auf einem äusserst beschämenden Platz hinter etlichen Entwicklungsländern. Auch die ALL-Studie (Adult Literacy and Lifeskulls Survey) zeigte ein erheblich schlechteres Abschneiden der erwachsenen Frauen bei Grundkompetenzen in Mathematik, Problemlösen und Lesen. Dazu kommen noch die eben offiziell erhobenen Angebotsdefizite bei Betreuungsangeboten. Travail.Suisse fordert die Arbeitgeber deshalb auf, die frei werdenden Beträge in frauenfördernde Massnahmen zu investieren!

30 juin 2005, Anna Christen, Responsable politique d’égalité

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