Thèmes – Famille – Proches aidants

Erste nationale Plattform für pflegende und betreuende Angehörige

In Zukunft werden immer mehr ältere Menschen auf Betreuung und Pflege angewiesen sein. Viele von ihnen möchten möglichst lange zu Hause bleiben. Um das zu ermöglichen, bieten ihnen Angehörige oft ihre Hilfe an – zum Teil obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Die Website www.info-workcare.ch von Travail.Suisse stärkt die generationenübergreifende Hilfe innerhalb der Familien. Sie bietet kostenlose Informationen, Ratschläge, Tools und nützliche Adressen für alle erwerbstätigen pflegenden Angehörigen.

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Veranstaltung zum Tag der Angehörigenpflege

Am Montag, 30. Oktober 2017, findet in Zürich die Impulsveranstaltung “Berufstätig sein und Angehörige betreuen” statt. Im Fokus steht die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Betreuungsarbeit. Denn die Unterstützung von kranken, behinderten oder hochaltrigen Angehörigen ist eine Herausforderung – für den einzelnen Menschen, für die Gesellschaft und für die Wirtschaft.

Die Impulsveranstaltung soll die aktuelle Situation sichtbar machen, den Dialog zwischen Angestellten, Arbeitgebern und der öffentlichen Hand fördern, aber auch Erfolgsmodelle und Stolpersteine thematisieren.

» Mehr zur Veranstaltung vom 30. Oktober finden Sie hier


Travail.Suisse fordert eine echte Gleichstellung

Für Travail.Suisse ist es zentral, eine moderne Gleichstellungspolitik zu betreiben. Heute präsentiert der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden deshalb das neue Positionspapier „Gleichstellung von Frau und Mann heute und morgen“ mit 28 Forderungen für mehr Wahlfreiheit und zur Gewährleistung der Lebensqualität von Arbeitnehmenden. Im Fokus stehen dabei die Einführung einer schwarzen Liste für lohndiskriminierende Unternehmen und der Individualbesteuerung sowie eine bessere soziale Absicherung bei Care-Arbeit. mehr

Seit 1988 dürfen Frauen in der Schweiz ohne das Einverständnis ihres Ehemannes arbeiten oder ein Bankkonto eröffnen, seit 2005 erhalten erwerbstätige Frauen einen Lohnersatz während des Mutterschutzes und im Jahr 2017 beträgt die Lohndiskriminierung noch immer mindestens 7,7 Milliarden Franken. Auch bei den Männern gibt es offene Baustellen: Zwar möchten 9 von 10 vollbeschäftigten Männern gerne Teilzeit arbeiten (aus: „Was Männer wollen“, Studie von Pro Familia Schweiz, Bern 2011), aber gerade mal 17.5 Prozent machen es. Und einen gesetzlichen Vaterschaftsurlaub gibt es schon gar nicht. Der Weg zu einer echten Gleichstellung ist noch sehr lang. Deshalb hat Travail.Suisse ein Positionspapier erarbeitet, das als Basis für parlamentarische Vorstösse in den kommenden Sessionen dienen wird. Im Fokus stehen aktuell folgende Forderungen:

1. Es braucht eine schwarzen Liste für lohndiskriminierende Unternehmen

Die Lohngleichheit ist eine jahrzehntealte Forderung. „Leider stösst sie vor allem politisch noch immer auf taube Männerohren, das hat der Ständerat kürzlich bewiesen“, sagt Sabri Schumacher, Leiterin der Fachstelle Gleichstellung bei Syna. Die Lohndiskriminierung beträgt im Jahr 2017 noch immer über 600 Franken pro Monat und Frau, „das ist mehr als eine Ohrfeige für erwerbstätige Frauen“, so Schumacher. Mit dem vorliegenden Positionspapier wird klar: Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ muss in den Unternehmen zwingend durchgesetzt werden. Das Parlament wollte im Gleichstellungsgesetz keine ausreichenden Vorkehrungen treffen, um die die Situation zu verbessern. Deshalb prüfen Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände die Einführung einer schwarzen Liste, auf der diejenigen Unternehmen aufgelistet werden, die keine freiwilligen Lohnüberprüfungen anhand einer anerkannten Methode durchführen.

2. Die Care-Arbeit muss besser sozial abgesichert werden

In der Schweiz betreuen 35 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung regelmässig Kinder oder Erwachsene, das sind fast 1,9 Millionen Personen. „Den Löwenanteil dieser unbezahlten Care-Arbeit leisten Frauen – und werden dafür spätestens im Rentenalter mit einer kleineren Rente bestraft“, sagt Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse. Die Diskussionen um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zielte in den vergangenen Jahren mehrheitlich auf die Betreuung von Kindern ab. Das ist auch richtig so, aber es ist höchste Zeit, dass die Betreuung erwachsener und betagter Angehöriger einbezogen wird – gerade im Angesicht von Demografie und Fachkräftemangel. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen zwingend verbessert werden und es braucht eine Anpassung des Sozialversicherungssystems, damit die Care-Arbeit generell sozial abgesichert wird.

3. Die Individualbesteuerung muss eingeführt werden

Die Individualbesteuerung ist aus Sicht der Gleichstellung zwingend. Die Einkommen der Frauen und Männer sollen einzeln sichtbar und versteuert werden. „Nur die zivilstandsunabhängige und diskriminierungsfreie Besteuerung kann uns den nötigen gesellschaftlichen Kulturwandel bringen“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Ausserdem setzt die Individualbesteuerung positive Anreize zur Aufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit. Travail.Suisse fordert den Bundesrat auf, dem Parlament eine Umsetzung ohne Einnahmeausfälle zu präsentieren.

Weitere Informationen:

  • Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93
  • Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Travail.Suisse, Mobile: 079 598 06 37
  • Sabri Schumacher, Leiterin der Fachstelle Gleichstellung bei Syna, Mobile: 078 642 10 45

→ Link zum Positionspapier

30 avril 2018, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité

Es braucht bezahlte Urlaube für die Betreuung von Angehörigen

Im Mai 2018 beginnt die Vernehmlassung zur Gesetzesvorlage zur Entlastung der betreuenden Angehörigen. In seiner Ankündigung dieser Vorlage vor einem Jahr sprach der Bundesrat von diversen möglichen Massnahmen, unter anderem von kurzen Urlauben für die Betreuung kranker Angehöriger und längeren Urlauben für die Betreuung eines schwerkranken oder verunfallten Kindes. Diese Massnahmen kommen in Notsituationen zum Tragen. Einige ausländische und Schweizer Unternehmen zeigen sich in entsprechenden Situationen bereits heute verständnisvoll und manchmal gar grosszügig. Wir stellen die Bedürfnisse und die Erwartungen in den Fokus. mehr

Laut der Deutschschweizer Presse1 kommen einige Schweizer Grossunternehmen – Migros, Novartis, Swisscom, Roche und UBS – ihren Angestellten bei dringenden Care-Aufgaben flexibel entgegen. Sie folgen dabei im weitesten Sinn dem Beispiel einiger nordamerikanischer Unternehmen: Microsoft etwa gewährt seinen Mitarbeitenden bis zu vier Wochen bezahlten Betreuungsurlaub, ohne ein Arztzeugnis zu verlangen. Bei Google haben die Angestellten Anspruch auf bis zu 14 Tage bezahlten Betreuungsurlaub und sie können bei Bedarf unbezahlte Urlaube beziehen oder kürzere Arbeitszeiten aushandeln. Die Lösungen der Schweizer Unternehmen sind nicht so grosszügig wie die der amerikanischen Unternehmen. Doch man darf ihnen zumindest zugutehalten, dass sie die Notwendigkeit erkannt haben, auf die Bedürfnisse ihrer Angestellten einzugehen. Trotz der fehlenden gesetzlichen Grundlage haben sie die Initiative ergriffen. Allerdings können es sich heute nur Unternehmen mit einer soliden finanziellen Basis leisten, betreuenden Angehörigen bezahlte Urlaube zu gewähren.

Bei den verschiedenen Lösungen fällt auf, dass sie vom guten Willen der Vorgesetzten abhängen. Alles wird einzeln ausgehandelt, niemand hat die Gewähr, das gleiche Angebot zu bekommen wie der Kollege. Die Massnahmen für die erleichterte Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit gehen sehr weit auseinander. Ein Unternehmen bietet den Angestellten an, früher und/oder zu Wochenbeginn später zur Arbeit zu erscheinen, um das Wochenende so zu verlängern. Anderswo wird ein Zeitkonto angelegt, um die für die Angehörigenbetreuung bezogene Zeit später zu kompensieren. Oder es werden unbezahlte Urlaubstage gewährt. Einige Arbeitgeber bezahlen ihren Angestellten eine Beratung bei einer auf Fragen der Vereinbarkeit spezialisierten Firma.


Die regelmässige Care-Arbeit ist weit verbreitet, aber häufig ein Tabu

Vor der Fertigstellung der Vorlage mit den Gesetzesänderungen hat das Bundesamt für Gesundheit verschiedene Studien in Auftrag gegeben, um einerseits den Umfang der Bedürfnisse zu eruieren und andererseits zu prüfen, wie die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Betreuung kranker Angehöriger in den Unternehmen gehandhabt wird. Frühere Studien des Forschungsinstituts Careum Forschung haben gezeigt, dass die Unternehmen die Lage ihrer Angestellten, die Care-Arbeit verrichten, sehr häufig verkannten. Laut ersten Ergebnissen wussten die Unternehmen nicht immer genau, welche gesetzlichen Vorgaben bereits existieren, wie zum Beispiel Artikel 36 des Arbeitsgesetzes. Dieser Artikel sieht vor, dass der Arbeitgeber berufstätigen Eltern einen Urlaub von bis zu drei Tagen zur Betreuung ihres kranken Kindes gewähren muss. 20 Prozent der Angestellten der befragten Unternehmen können keinen Urlaub beziehen und weitere 20 Prozent erhalten während dieses gesetzlich vorgeschriebenen Kurzurlaubs keinen Lohn.

Travail.Suisse wurde zur Stichhaltigkeit der ersten Ergebnisse der Befragung, die vom Basler Unternehmen B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung bei rund 2200 Unternehmen durchgeführt wurde, befragt und hat dabei darauf hingewiesen, dass die privat geleistete Care-Arbeit immer noch stark tabuisiert wird. Dies gelte es bei der Beurteilung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Bei einer offiziellen Umfrage oder im Gespräch mit einem Journalisten ist die Versuchung gross, die Unternehmenspolitik im besten Licht zu präsentieren. Was sich aber effektiv abspielt, steht auf einem anderen Blatt. Es müssten daher eigentlich die in erster Linie betroffenen Personen befragt werden, nämlich die betreuenden Angehörigen.

Gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 20142 organisieren sich über die Hälfte der Erwerbstätigen mit Betreuungsaufgaben (56 %) so, dass sie aus familiären Gründen ganze Tage freinehmen können. 11 Prozent der Personen, die Betreuungsaufgaben für Erwachsene übernehmen, gaben an, ihre Arbeitszeit für mindestens einen Monat reduziert zu haben, und 7 Prozent haben ihre Erwerbsarbeit für mehr als einen Monat ganz unterbrochen. In der Schweiz sind täglich fast 340 000 Personen mit solchen Schwierigkeiten konfrontiert – eine Zahl, die wegen der alternden Bevölkerung und mangelnder Betreuungseinrichtungen steigen wird. Frauen schränken ihre Erwerbstätigkeit wegen Care-Aufgaben deutlich häufiger ein als Männer: Sind die Kinder noch klein (0–14 Jahre), betrifft dies 32,7 Prozent der Frauen, die in einer Paarbeziehung mit Kindern leben (und 37,7 Prozent der alleinerziehenden Mütter), im Vergleich zu 11,7 Prozent der Männer, die in einer Paarbeziehung mit Kindern leben (und 24,9 Prozent der alleinerziehenden Väter). In Haushalten mit älteren Kindern oder Erwachsenen, die betreut werden müssen, schränken 18,5 Prozent der Frauen ihre Berufstätigkeit ein. Bei den Männern sind die Zahlen nicht signifikant (und werden nicht erhoben).

Chronische Situationen erfordern innovative Massnahmen

Die Vorlage, die demnächst in die Vernehmlassung kommt, scheint nur auf akute und Ausnahmesituationen einzugehen (sehr schwere Erkrankung, Unfall, Notfall), d. h. auf Situationen, bei denen der Mangel an Betreuungseinrichtungen am prekärsten ist. Es sind gleichzeitig aber auch die Situationen, bei denen die Arbeitgeber am häufigsten Verständnis zeigen und Hand für Lösungen bieten. Das ist positiv. Aber auch für die langfristige und regelmässige Care-Arbeit braucht es innovative Massnahmen. Denn es sind genau diese Situationen, die von den betreuenden Angehörigen am schwierigsten zu meistern sind, die sie gesundheitlich belasten und bis zur Erschöpfung führen können, die aber auch für ihre finanzielle Zukunft problematisch werden können (Lücken in der zweiten Säule bei einer Reduktion oder einer Aufgabe der Erwerbstätigkeit). Travail.Suisse hofft, dass die Vorlage den Bedürfnissen der meisten Betroffenen gerecht wird, indem auch Lösungen für langfristige Betreuungssituationen, bei chronischen Erkrankungen oder Behinderungen vorgesehen werden.

1Tages-Anzeiger / Berner Zeitung / Der Bund / Blick «US-Firmen bringen Pflegeurlaub in die Schweiz», 19. Januar 2018

2BFS, Schweizerische Arbeitskräfteerhebung: «Vereinbarkeit von Beruf und Familie», Neuenburg, Oktober 2014 https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/349762/master

06 février 2018, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité

Pflegende Angehörige verdienen unsere Unterstützung – in der ganzen Schweiz

Am 30. Oktober wird in der Westschweiz zum vierten Mal der Tag der Angehörigenpflege durchgeführt – organisiert wird er von den Westschweizer Kantonen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinigungen. Der Tag hat nicht nur symbolischen Wert, sondern eine wichtige Signalwirkung, die noch an Ausstrahlung gewinnen würde, wenn der Tag in der ganzen Schweiz durchgeführt würde. In der Deutschschweiz dürfte dazu noch ein beträchtlicher Weg zurückzulegen sein. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, engagiert sich dafür, dass die Angehörigenarbeit auch auf nationaler Ebene mit einem besonderen Tag mehr öffentliche Anerkennung erhält. mehr

Der Kanton Waadt gab als Pionier in diesem Bereich den Anstoss dazu, dass alle Westschweizer Kantone im Rahmen des «Tags der Angehörigenpflege» am 30. Oktober (www.journee-proches-aidants.ch) gemeinsam für dieses Anliegen eintreten. An diesem Tag finden vielfältige Anlässe statt, die sich dem Engagement all jener widmen, die es Angehörigen ermöglichen, trotz eingeschränkter Selbstständigkeit weiterhin unter guten Bedingungen zuhause zu leben: Ausstellungen und Konferenzen, Begegnungs-Cafés und Brunches, Marktstände, Theater- und Filmvorführungen – es ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Westschweizer Tag der Angehörigenpflege – ein starkes Signal

Dieser Tag ist zwar vor allem von symbolischem Wert. Er setzt jedoch ein wichtiges Zeichen, und es wäre falsch, dies zu unterschätzen. In der Schweiz erledigen 56% der Erwerbstätigen Betreuungsaufgaben und beziehen dafür Ferientage (ausserhalb der Ferien). 2013 gaben 15% der Erwerbstätigen an, dass sie wegen Betreuungsarbeit ihr Arbeitspensum reduziert haben oder überhaupt nicht arbeiten konnten 1. Von der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz zwischen 15 und 64 Jahren betreuen 35% regelmässig Kinder oder Erwachsene. Dies entspricht 1,9 Millionen Personen. Das Volumen an direkter Care-Arbeit beläuft sich auf über 80 Milliarden Franken pro Jahr. Die indirekte Care-Arbeit umfasst Haushaltsarbeit im Zusammenhang mit der Betreuung von Familienmitgliedern wie Kochen, Putzen, Wäschewaschen, Einkaufen usw., d.h. notwendige Arbeiten, welche die betreuten Personen im Allgemeinen nicht selber erledigen können. Das Volumen an indirekter Care-Arbeit beträgt über 20 Milliarden Franken pro Jahr. Insgesamt ist die Care-Arbeit somit 100 Milliarden Franken wert! Damit wird klar, dass das soziale und gesundheitliche Gleichgewicht ins Wanken käme, wenn wir nicht mehr auf pflegende Angehörige zählen könnten. Dieser Tag würdigt all jene, die Zeit, Energie und Geld für Care-Arbeit aufwenden und allzu häufig ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, weil sie nicht genügend entlastet werden.

Zürich organisiert einen «Tag für pflegende und betreuende Angehörige»

Eine private gemeinnützige Organisation – Entlastungsdienst Schweiz – organisiert in diesem Jahr eine Impulsveranstaltung zur Sensibilisierung des deutschsprachigen Landesteils. Diese soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wertvoll die Hilfe ist, die unzählige Frauen und Männer tagtäglich für ältere und/oder kranke Angehörige leisten. Diese Organisation erbringt in mehreren Kantonen (Aargau, Solothurn, Bern, Stadt St. Gallen, Zürich) kostenpflichtige Leistungen zur Entlastung Angehöriger. Die Veranstaltung widmet sich der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Care-Arbeit (https://www.angehoerige-pflegen.ch/workcare). Unterstützt wird sie von lokal tätigen Organisationen (profawo, Alzheimervereinigung, Spitex, Pro Senectute, Schweizerisches Rotes Kreuz, Familienservice usw.), die im Alltag pflegende Angehörige begleiten.

Travail.Suisse wird sich an dieser Veranstaltung in Zürich beteiligen und ihre Erfahrung einbringen, die sie mit der Lancierung der ersten kostenlosen gesamtschweizerischen Plattform für erwerbstätige pflegende Angehörige gesammelt hat. Die vor genau einem Jahr lancierte Website www.info-workcare.ch bietet kostenlose Informationen, Checklisten, Notfallratschläge und lokale Adressen für alle Personen, die Berufs- und Betreuungsarbeit (sogenannte «Care»-Arbeit) unter einen Hut bringen müssen.

Mit ihrer Teilnahme möchte Travail.Suisse zur notwendigen Sensibilisierung der Deutschschweizer Kantone bei der Anerkennung des Engagements pflegender Angehöriger beitragen. Die Kantone sind verantwortlich für die Infrastruktur zur Betreuung von Kindern und älteren und/oder kranken Menschen. Deshalb kommt es auch den Kantonen zugute, wenn sie für die Betreuung von Personen, die noch nicht vollständig pflegebedürftig sind, die Care-Arbeit durch Angehörige fördern. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vereinigungen und Gesundheitsligen können die Kantone die Initiativen und Angebote in diesem Bereich koordinieren und so den pflegenden Angehörigen das Leben erleichtern. Die Westschweizer Kantone haben dies begriffen. Nun geht es darum, dass die Deutschschweizer Kantone ein Bewusstsein für diese Problematik entwickeln.

Es braucht politische Antworten

Das Ziel von Travail.Suisse ist es, die Hilfe zwischen den Generationen in den Familien zu fördern. Diese Hilfe ist einerseits aus volkswirtschaftlicher Sicht notwendig. Vor allem aber wird sie von den Betreuten gewünscht, ebenso wie von den pflegenden Angehörigen, die ihre Eltern gerne grosszügig unterstützen.

Für Travail.Suisse ist es wichtig, dass Männer ebenso wie Frauen ihren Teil übernehmen, damit beide weiterhin erwerbstätig und gesund bleiben können. Ebenso ist es wichtig, dass sich die Politik dem Thema annimmt und Massnahmen für eine bessere Vereinbarkeit trifft. Denn von dieser Vereinbarkeit ist die aktuelle und künftige Gesundheit der Arbeitskräfte sowie die Höhe ihrer künftigen Rente abhängig. Angesichts der grossen Zahl von Personen, die heute und in Zukunft betroffen sind, wäre es unverantwortlich, einzig darauf zu vertrauen, dass die Unternehmen das Problem lösen. Diese Botschaft wiederholt Travail.Suisse in ihren regelmässigen Kontakten mit Sozialpartnern, Parlamentarierinnen und Parlamentariern und der Bundesverwaltung.


1 Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2014 und 2013, BFS, Neuchâtel.

16 octobre 2017, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité

Die Informationswebsite für berufstätige betreuende Angehörige ist bedürfnisgerecht

In den letzten Monaten haben die Besucherzahlen der Website www.info-workcare.ch zwar abgenommen, sie bleiben aber mit gegen 500 Besuchern pro Monat hoch. Um mehr über das neue Informationsangebot für berufstätige betreuende Angehörige zu erfahren, hat Travail.Suisse eine externe Stelle mit einer Bewertung des Angebots betraut. Der Fall ist klar: Die erste kostenlose nationale Plattform in drei Sprachen entspricht den Bedürfnissen der Zielgruppe. mehr

Nach dem anfänglichen Ankündigungs- und Neuigkeitseffekt hat sich die Erwartung, dass die Besucherzahlen der Website www.info-workcare.ch zurückgehen, bewahrheitet. In den letzten sechs Monaten, d. h. von März bis August, wurden monatlich rund 640 Sitzungen und 480 Benutzer gezählt, was etwas mehr als die Hälfte ist als die von Travail.Suisse in den ersten Monaten erhobenen Zahlen (1000 Besucher pro Monat). Pro Sitzung ruft eine Benutzerin oder ein Benutzer rund 6 Seiten ab. Diese Besucherzahlen sind, über die ganze Periode betrachtet, ziemlich stabil.

Die Website www.info-workcare.ch, die am 25. Oktober 2016 dank vom Gleichstellungsgesetz vorgesehener Finanzhilfen aufgeschaltet werden konnte, wird insbesondere von Benutzerinnen und Benutzern in der Deutschschweiz aufgerufen: Im letzten halben Jahr betrafen 51 % der Sitzungen den deutschen Teil der Website, während 35 % auf den französischen Teil entfielen. Die italienische Website verzeichnet nur wenige Aufrufe (4 %). Die restlichen Sitzungen erfolgten hauptsächlich von Computern mit englischer Benutzeroberfläche aus.

Hohe Besucherzahlen in der Westschweiz, anlaufende Sensibilisierung in der Deutschschweiz

Bei der kantonalen Herkunft der Benutzer zeigt sich ein ähnliches Bild: Die meisten stammen aus der Deutschschweiz (67 %), aber ein grosser Teil entfällt auf die Westschweiz (31 %). Nur 2,21 % der Aufrufe kommen aus dem Tessin. In der Deutschschweiz belegt der Kanton Zürich den Spitzenplatz mit 31 % der Sitzungen, gefolgt von Waadt und Bern (13,9 % und 12,55 %) sowie dem Westschweizer Trio Wallis (6,5 %), Genf (4,8 %) und Freiburg (4,3 %) sowie dem Kanton Luzern (4,2 %). Die restlichen Kantone machen jeweils nur wenige Prozentpunkte aus.

Diese relativ hohen Besucherzahlen aus der Westschweiz sind darauf zurückzuführen, dass die Westschweizer Kantone, allen voran der Kanton Waadt, der eine Pionierrolle innehatte, das Thema der betreuenden Angehörigen seit mehreren Jahren aktiv bearbeiten. Der Tag der betreuenden Angehörigen am 30. Oktober (www.betreuende-angehoerige-tag.ch), der von den Kantonen organisiert wird, erlaubt es, die Angebote von Verbänden und Organisationen im Gesundheitsbereich regional bekannt zu machen, die Thematik an Vorträgen zu erörtern usw. Es nehmen die sechs Westschweizer Kantone teil, während in der Deutschschweiz auf kantonaler Ebene (noch) keine ähnliche Initiative besteht.

Doch langsam kommt der Stein ins Rollen, insbesondere in Zürich. Denn am 30. Oktober 2017 nimmt Travail.Suisse an einer Impulsveranstaltung mit dem Titel «Berufstätig sein und Angehörige betreuen: Wie gelingt dies?» teil. Diese Veranstaltung wird vom Entlastungsdienst Schweiz organisiert, einer gemeinnützigen Organisation, die in verschiedenen Deutschschweizer Kantonen tätig ist. Fachpersonen aus dem Carebereich werden an der Veranstaltung auftreten, darunter Prof. Dr. Iren Bischofberger des Forschungsinstituts Careum Forschung, die die Entwicklung von info-workcare.ch verfolgt hat, aber auch betreuende Angehörige und Vertreter der Wirtschaft und der Berufswelt.

www.info-workcare.ch entlastet die betreuenden Angehörigen effektiv

Das Analyseinstrument auf der Website (Google Analytics) liefert uns interessante Zahlen. Dank dieser Technologie erfahren wir, dass die Website beispielsweise hauptsächlich von Computern aus aufgerufen wird (PC, Laptop: 74,4 % der Sitzungen), weniger vom Mobiltelefon aus (18,4 %) und noch weniger von einem Tablet aus (7,2 %).

Um noch mehr Details zu erfahren, hat Travail.Suisse das Büro INTERFACE in Luzern mit einer qualitativen Bewertung beauftragt. Dank einer Fokusgruppe, die während der Konzeption der Website zusammengestellt wurde, und einem anonymen Fragebogen, der von den Benutzern der Website nach ihrer Aufschaltung abgerufen werden konnte, liefert die Bewertung ermutigende Ergebnisse, auch wenn der Fragebogen nur während einer relativ kurzen Periode online war (21. März bis 9. Mai).

Die Bewertung hat gezeigt, dass das ursprünglich anvisierte Zielpublikum die Website auch tatsächlich nutzt: Berufstätige Männer und Frauen, die hilfsbedürftige Angehörige in ihrer Freizeit betreuen. Die Website bietet der Zielgruppe eine gewisse Entlastung: Betreuende Angehörige können nun endlich alle erforderlichen Informationen an einem Ort finden. Sie können die Betreuung ihrer Angehörigen dank der Website organisieren und erhalten Unterstützung dabei, ihre Berufstätigkeit und die Betreuung von Angehörigen unter einen Hut zu bringen.

Die Benutzer der Website finden sich leicht zurecht

Die Website enthält eine Fülle an Informationen, die online gelesen oder als PDF-Dokumente heruntergeladen und offline gelesen werden können. Letzteres wird übrigens besonders geschätzt. Trotz der vielen Informationen finden aber die Benutzerinnen und Benutzer rasch die Informationen, die sie benötigen. Kritisiert wurden die zahlreichen internen Verlinkungen der Website, und der Internetauftritt wurde bereinigt und von den mehrfach vorhandenen Links «befreit».

Gemäss Bewertung entsprechen die Inhalte den Bedürfnissen der berufstätigen betreuenden Angehörigen, also der Zielgruppe der Website www.info-workcare.ch. Die behandelten Themen werden als richtig und wichtig beurteilt. Kein Thema wird als überflüssig erachtet. Die Informationen sind für die allermeisten Personen, die sich an der Onlinebefragung beteiligt haben, verständlich.

Die nützlichen Adressen erfreuen sich grosser Beliebtheit

Die Benutzerinnen und Benutzer der Website suchen insbesondere allgemeine Informationen, Adressen sowie Tipps – diese Seiten werden am meisten abgerufen. Eine regelmässige Aktualisierung der Adressen wird gewünscht und empfohlen. Die letzte Überarbeitung hat übrigens im letzten August stattgefunden.

Seither können die Organisationen, die Dienstleistungen für betreuende Angehörige anbieten, Travail.Suisse ihr Angebot mithilfe einer vorformatierten Excel-Datei melden. Sie müssen nicht mehr das Onlineformular ausfüllen, was sich für Organisationen, die in mehreren oder gar in allen Kantonen tätig sind, als sehr mühselig erwiesen hat.

Das Projekt wird Ende 2017 auslaufen. Eine neue Kampagne, um die Website www.info-workcare.ch in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen, wird gerade vorbereitet. Diese Massnahme entspricht einer Empfehlung des Büros INTERFACE, das die Bewertung durchgeführt hat.

Künftig soll das Angebot der Website verbessert und erweitert werden, insbesondere in Bezug auf das Thema Behinderung, das anfangs bewusst ausgeklammert worden war. Die Zukunft wird zeigen, wie die erste nationale Plattform mit Informationen für berufstätige betreuende Angehörige sich weiterentwickeln wird. Auf jeden Fall wird Travail.Suisse sein Engagement unverändert stark weiterführen.


Veranstaltung zum Tag der Angehörigenpflege
Montag, 30. Oktober 2017, 17 bis 19 Uhr in Careum Auditorium in Zürich

Am Tag der Angehörigenpflege findet in Zürich die Impulsveranstaltung „Berufstätig sein und Angehörige betreuen: Wie gelingt das?“ statt. Travail.Suisse als Betreiber der Plattform www.info-workcare.ch unterstützt die Veranstaltung.

Sind betreuende und pflegende Angehörige gleichzeitig berufstätig, so haben sie eine anspruchsvolle Aufgabe zu meistern. Am 30. Oktober, dem Tag für pflegende und betreuende Angehörige, steht die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Betreuungsarbeit im Fokus. Denn die Unterstützung von kranken, behinderten oder hochaltrigen Angehörigen ist eine Herausforderung – für den einzelnen Menschen, für die Gesellschaft und für die Wirtschaft. Die Impulsveranstaltung soll die aktuelle Situation sichtbar machen, den Dialog zwischen Angestellten, Arbeitgebern und der öffentlichen Hand fördern, aber auch Erfolgsmodelle und Stolpersteine thematisieren.

Mehr Infos unter www.angehoerige-pflegen.ch/workcare

18 septembre 2017, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité

www.info-workcare.ch – die Evaluation durch die Benutzerinnen und Benutzer läuft

Fast tausend Personen besuchen jeden Monat die am 25. Oktober lancierte Website www.info-workcare.ch, die Informationen und Tipps für berufstätige betreuende Angehörige bereithält. Während einiger Wochen haben sie die Möglichkeit, ihre Meinung zum neuen kostenlosen Angebot von Travail.Suisse kundzutun. mehr

Seit dem 21. März werden die Besucher der Website www.info-workcare.ch, der ersten nationalen Website mit kostenlosen Informationen für berufstätige betreuende Angehörige, um ihre Meinung zum neuen Angebot von Travail.Suisse gebeten. In einer kurzen Onlineumfrage können sie mitteilen, ob sie auf der Website die gesuchten Informationen zur Vereinbarkeit ihrer Berufstätigkeit mit den Care-Aufgaben bei ihren Angehörigen gefunden haben.

Fachleute wissen: Berufstätige, die innerhalb ihrer Familie Care-Aufgaben übernehmen, verschweigen ihre Doppelbelastung sehr lange, was häufig zulasten ihrer eigenen Gesundheit geht. Wahrscheinlich aus Scham oder weil sie – oft zu Unrecht – glauben, alles alleine meistern zu können. Aus diesem Grund hat Travail.Suisse darauf verzichtet, ein Dutzend betroffene Personen zu rekrutieren, damit diese in persönlichen Interviews an einer Evaluation der Website teilnehmen. Das Büro INTERFACE in Luzern hat stattdessen einen Fragebogen mit rund 15 Fragen erstellt, der in 5 bis 10 Minuten ausgefüllt werden kann. Die Fragen gehen natürlich auf den Inhalt ein, aber auch auf die Gestaltung, die technische Umsetzung sowie den Zweck der Website.

Die Evaluation bleibt bis Ende April online, und die Informationen, die daraus gewonnen werden, dienen dazu, das Angebot von info-workcare.ch zu optimieren. Seit ihrer Aufschaltung vor fünf Monaten verzeichnet die Website rund 1000 Besucherinnen und Besucher pro Monat. Nach dem anfänglichen Ankündigungseffekt und der Neugier zu Beginn scheinen die Besuchszahlen ziemlich stabil zu sein.

Unterstützung vom Bund

Die Website www.info-workcare.ch ist das Ergebnis eines Projekts, das mit finanziellen Mitteln unterstützt wurde, die vom Gesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann vorgesehen und vom Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) gewährt wurden. Das Projekt wurde von Johann Schneider-Ammann, der bei der Lancierung der Website amtierender Bundespräsident war, unterstützt. Denn www.info-workcare.ch trägt auch zu den Bemühungen des Bundes bei, den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Die Website ermutigt die betreuenden Angehörigen, weiterhin am Berufsleben teilzunehmen, indem sie ihnen – unter anderem – Tipps zur Vereinbarkeit gibt, gute Praktiken bestimmter Unternehmen aufzeigt oder eine Liste von nach Regionen und Leistungen aufgeteilte Adressen bereitstellt, an die sich Betroffene wenden können. Mit Testimonial-Videos versucht www.info-workcare.ch alle berufstätigen betreuenden Angehörigen sowie die Unternehmen zu sensibilisieren: Es muss möglich sein, Care-Aufgaben, die in der Familie wahrgenommen werden, am Arbeitsplatz zu thematisieren. Denn fast jede zweite berufstätige Person wird früher oder später davon betroffen sein. Und das wird sich zwangsläufig auf die Berufstätigkeit auswirken.

11 avril 2017, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité

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