Thèmes – Egalité

info-workcare.ch für berufstätige betreuende Angehörige

Seit einem Jahr leitet Travail.Suisse das Projekt zur Schaffung der ersten nationalen Plattform mit Informationen, nützlichen Tipps und Adressen für berufstätige Personen, die Angehörige betreuen, unterstützen und pflegen. Die Lancierung dieses neuen Angebots ist für 2016 geplant, doch über einen Teil der Inhalte, die allen Betroffenen auf www.info-workcare.ch kostenlos zur Verfügung stehen werden, können wir im Folgenden bereits informieren. mehr

Eine neue Website zu konzipieren, ist nicht einfach, insbesondere nicht, wenn damit eine grosse Lücke geschlossen werden soll. Im Jahr 2012 hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen runden Tisch «Work and Care» einberufen, an dem rund dreissig auf diesem Gebiet tätige Organisationen teilnahmen, die sich der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit 1 verschrieben haben. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, war mit von der Partie und hat festgestellt, dass es auf nationaler Ebene kein zentralisiertes Informationsangebot gibt, wo betreuende Angehörige rasch nützliche Angaben finden. Dies entsprach auch den Schlussfolgerungen des BAG. Eine weitere Schlussfolgerung des runden Tisches war die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit für die Aktivität der betreuenden Angehörigen zu sensibilisieren und Tabus zu brechen.

Im Anschluss an diese Feststellung und gestützt auf seine demografische Analyse 2 hat Travail.Suisse ein Projekt zur Erstellung einer neuen Website lanciert und dafür vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann finanzielle Unterstützung erhalten. Auf dieser Website sollen berufstätige betreuende Angehörige kostenlos und einfach Informationen und Tipps finden. Das Projekt ist im Juni 2014 3 angelaufen und dauert bis Frühling 2017. Die Website selbst soll im Herbst 2016 online gehen.

Wertvolle Hilfe von Fachleuten

Für die Konzeption des Inhalts der künftigen Website www.info-workcare.ch hat Travail.Suisse Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Fachleute aus verschiedenen Kreisen beigezogen. Dank der Erfahrung und dem Know-how der Schweizerischen Alzheimervereinigung, des auf Personalmanagement spezialisierten Büros avaconseils.ch 4 , des Forschungsinstituts Careum Forschung 5 , von Caritas Schweiz, des Schweizerischen Roten Kreuzes, der Männerorganisationen «mannschaft» und «männer.ch» sowie des Vereins Part Time Optimierung (der das Projekt zur Förderung von Jobsharing 6 umgesetzt hat) erhält das Projekt viele Inputs. Der Expertenausschuss wird ergänzt durch Fachleute wie Frau Prof. Nicky Le Feuvre der Universität Lausanne, die eines der den älteren Arbeitnehmenden gewidmeten Projekte im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP60 über die Gleichstellung der Geschlechter7^ geleitet hat, und Joëlle Curchod, Autorin einer umfassenden Studie über das Angebot für betreuende Angehörige im Kanton Jura.

Weitere Unterstützung bei diesem ehrgeizigen Unterfangen erhält Travail.Suisse durch die eigenen Mitgliedsverbände. Syna, OCST und transfair sind auch in der Projektleitung vertreten. Vertreter der Fachstelle UND und des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner vervollständigen das Team.

Die Rahmenbedingungen für die Care-Arbeit kennen

info-workcare.ch bezweckt die Förderung der generationsübergreifenden Betreuung innerhalb der Familie und will dabei dazu beitragen zu verhindern, dass Berufstätige ihre eigene Arbeitstätigkeit aufgeben oder zu stark einschränken müssen. Sie müssen über ihre eigene Situation als betreuende Angehörige – heute wie in Zukunft – in Kenntnis der Sachlage selbst entscheiden können. Die Rahmenbedingungen für die Care-Arbeit stellen einen wichtigen Teil des Angebots von info-workcare.ch dar.

Aber von welchen Informationen ist denn überhaupt die Rede? Finanzielle und rechtliche Aspekte sind wichtige, grundlegende Fragen, die sich betreuende Angehörige stellen müssen. Hinsichtlich der finanziellen Seite wird info-workcare.ch auf wichtige Fragen eingehen, die bei jeder Person, unabhängig von der persönlichen Situation, auftauchen können. Wie kann man sein eigenes Einkommen bei der Pensionierung bestimmen, wenn man beschlossen hat, weniger zu arbeiten, um seinen Angehörigen zu helfen? Gibt es Finanzhilfen für betreuende Angehörige? Und über welche Mittel verfügt die betreute Person unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Situation? Werden Kosten vergütet und falls ja, von wem? Wie ist vorzugehen, um die vorgesehenen Hilfen für die betreuten Angehörigen zu erhalten? Können betreuende Angehörige Hilfe beantragen?

Auf rechtlicher Ebene stellen sich ebenfalls wichtige Fragen sowohl für die Angehörigen, die man betreut, wie auch für sich selbst. Die Gesetzgebung bezüglich Erwachsenenschutz wurde revidiert, was wichtige Neuerungen in Bezug auf die Art, wie die Angelegenheiten und die Gesundheitspflege der betreuten Angehörigen delegiert werden können, nach sich gezogen hat. Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung, gesetzliche Vertretung durch den Ehegatten, Vertretung bei medizinischen Massnahmen und die verschiedenen Arten der Beistandschaft werden auf der Website erläutert.

Häufig gehen betreuende Angehörige selbst einer Erwerbstätigkeit nach. info-workcare.ch weist auf die geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen hin, bietet aber auch alle notwendigen Informationen und Tipps zur Erarbeitung von massgeschneiderten individuellen Lösungen. Es existieren gute Praktiken, und neue Arbeitsmodelle wurden bereits in vielen Unternehmen erprobt: Hier finden betreuende Angehörige Anregungen, um ihrem Arbeitgeber Vorschläge zu unterbreiten.

Nützliche Tipps

In einem Notfall müssen rasch Mittel und Wege gefunden werden, um optimal mit der Situation umzugehen. Zusammen mit Fachleuten wurden sieben Notfallsituationen definiert. Was macht man, falls betreute Angehörige verunfallen und man am Arbeitsplatz angerufen wird? Wie organisiert man sich, wenn man darüber informiert wird, dass ein Familienmitglied verschwunden ist? Oder wie geht man mit Situationen um, in denen die Gewaltbereitschaft zunimmt? Für jede der sieben Notfallsituationen gibt es eine kurze Liste mit Tipps zum weiteren Vorgehen. Den vorgeschlagenen Vorgehensweisen gemeinsam ist die Art, wie die Situation am Arbeitsplatz gehandhabt werden soll: Denn bei info-workcare.ch steht die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit im Fokus.

Über Notfallsituationen hinaus gilt es auch, Wege zu finden, um sich bei der Arbeit wie zu Hause zu organisieren. Für die Situation am Arbeitsplatz werden vier Schritte vorgeschlagen, und in drei Kapiteln werden Tipps für die Situation zu Hause geliefert. Die Informationen sind zeitlich strukturiert. Nach dem Notfall müssen die betreuenden Angehörigen die Angelegenheiten nach und nach organisieren und auch an die – nahe und ferne – Zukunft denken.

Im Internet müssen die veröffentlichten Texte jeweils so kurz wie möglich gehalten werden. Das Lesen am Bildschirm ist nicht so einfach wie auf Papier. Deshalb werden einige Themen in Merkblättern im PDF-Format vertieft behandelt. Diese Dateien lassen sich herunterladen, ausdrucken und in Ruhe «offline» lesen.

Noch mehr Inhalte!

Die künftige Website wird noch viele weitere Informationen, Dienstleistungen und Tipps umfassen. Travail.Suisse hat bereits über 1100 Adressen zusammengetragen und geprüft, und die Erhebung geht weiter. Über den Aufbau und die Auswahlkriterien der Adressen werden wir in einem nächsten Artikel des Medienservices informieren.

Für die Sensibilisierung gibt es ausserdem Videos von Personen, die von der Thematik betroffen sind. Diese Videos wurden in drei Landessprachen gedreht und sollen das Bewusstsein wecken, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung eines Tages mit der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit konfrontiert sein wird. Denn wir sind alle Tochter oder Sohn, Schwiegertochter oder Schwiegersohn, Nichte oder Neffe.

1 In der Schweiz definiert das Eidgenössische Büro für Gleichstellung von Frau und Mann Care-Arbeit als «Betreuungs-, Sorge- und Pflegeaufgaben für Kinder sowie für pflege- und betreuungsbedürftige Erwachsene». In «Absicherung unbezahlter Care-Arbeit von Frauen und Männern. Anpassungsbedarf des Sozialstaats in Zeiten sich ändernder Arbeitsteilung». Bern, Januar 2012.
2 Dr. Martin Flügel «Zehn Thesen zur Demografie – Ein Manifest für die Arbeit», Bern, Februar 2011. http://www.travailsuisse.ch/system/uploadedfile4s/205/original/d_Thesen_Demografie_Februar_2011.pdf
3 Medienservice vom 15. September 2014: «Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und ‹Care›-Arbeit für betagte Angehörige – Ein neues Projekt wird lanciert!» von Valérie Borioli Sandoz
4 Siehe www.avaconseils.ch
5 Siehe www.careum.ch
6 Siehe www.go-for-jobsharing.ch
7 Projekt EGALISE des NFP60

02 novembre 2015, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique d'égalité

Betreuende Angehörige leisten doppelte Arbeit! Wen kümmert‘s?

Heute, 30. Oktober 2015, findet in der Westschweiz der interkantonale Tag der betreuenden Angehörigen statt. Der Fokus liegt – zurecht – auf den zahllosen Leistungen, die Angehörige meist unentgeltlich für Personen in ihrem Umfeld, die Hilfe benötigen, erbringen. Vergessen geht meist, dass die betreuenden Angehörigen in erster Linie einer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Mit dem Projekt «info-workcare.ch» will Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit erleichtern: Travail.Suisse wird 2016 die erste nationale Plattform mit Informationen, Dienstleistungen und Adressen für berufstätige betreuende Angehörige einrichten. mehr

2012 hatte das Bundesamt für Gesundheit den runden Tisch «Work and Care» einberufen, an dem auch Travail.Suisse teilgenommen hat. Das Ergebnis dieses Treffens waren rund zehn Schlussfolgerungen, allen voran die Feststellung, dass es auf nationaler Ebene kein zentralisiertes Informationsangebot gibt, wo sich die betreuenden Angehörigen gut und rasch informieren können. Auch heute noch gibt es keine einheitliche Plattform, wo Betroffene Unterstützungsangebote auf regionaler Ebene finden können.

Travail.Suisse hat deshalb beschlossen, die erste nationale Plattform mit kostenlosen Informationen und Dienstleistungen für berufstätige Angehörige zu schaffen, die Personen aus ihrem Umfeld pflegen und betreuen. Info-workcare.ch bezweckt eine bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit. Es sollen nützliche Informationen bereitgestellt werden, um den Erhalt der Beschäftigung der betreuen¬den Angehörigen zu begünstigen. Mit verschiedenen Fachleuten und schweizweit aktiven Verbänden, und dank der finanziellen Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, verfolgt Travail.Suisse das ehrgeizige Ziel, die Plattform im Herbst 2016 aufzuschalten.

Eine weitere Schlussfolgerung des runden Tisches war die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit für die Aktivität der betreuenden Angehörigen zu sensibilisieren und Tabus zu brechen. Und genau hier setzt der «Tag der betreuenden Angehörigen» an, der 2015 in der Westschweiz erstmals kantonsübergreifend stattfindet (ohne den französischsprachigen Teil des Kantons Bern). Die Website www.betreuende-angehoerige-tag.ch stellt das Angebot der betreffenden Kantone vor. Runde Tische, Filmvorführungen, Ausstellungsstände oder Tage der offenen Tür in Wohneinrichtungen für betagte Personen, Broschüren, Websites, Interviews mit Politikern usw.: Jeder Kanton organisiert sich ganz individuell. In der Deutschschweiz wird am 24. November 2015 ein erster Tag für betreuende Angehörige stattfinden. Unklar ist jedoch noch, ob die Initiative privat bleibt oder auch von den Kantonen getragen wird. Diese Beispiele zeigen die Stärken, aber auch die Schwächen des föderalistischen Systems auf: Die betreuenden Angehörigen finden sich darin kaum zurecht, was ihre Arbeit unnötig erschwert.

Der Erhalt der Beschäftigung und die Wiedereingliederung in das aktive Leben nach mehrjähriger Care-Arbeit tragen dazu bei, den Fachkräftemangel in unserem Land zu begrenzen. Dank dem Ein¬satz von Travail.Suisse stehen diese Themen auch im neuen Parlament weiterhin auf der politischen Agenda.

Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Travail.Suisse, 079 598 06 37

30 octobre 2015, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique d'égalité

mamagenda.ch : endlich dreisprachig!

Die italienische Version der digitalen Online-Agenda für die Mutterschaft am Arbeitsplatz wurde am 24. September in Lugano der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach wie vor kostenlos und für alle zugänglich ist mamagenda ein einzigartiges Instrument, das Vorgesetzten und Mitarbeiterinnen bei Fragen rund um eine Schwangerschaft am Arbeitsplatz weiterhilft. Die OCST, Mitgliedsorganisation von Travail.Suisse, hat das ehrgeizige Projekt, mamagenda.ch dreisprachig zu gestalten, umgesetzt. Dabei handelt es sich jedoch nicht bloss um eine Übersetzung; die OCST hat vielmehr eine neue Version von mamagenda.ch erstellt. Sie ist moderner und benutzerfreundlicher und wird den zahlreichen Benutzerinnen und Benutzern zweifellos weiterhin gute Dienste leisten. mehr

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, hat die digitale Agenda mamagenda.ch entwickelt und im Sommer 2011 online gestellt. Sie ermöglicht Betrieben und Mitarbeiterinnen eine Schwangerschaft während der Arbeit und die Rückkehr an den Arbeitsplatz stressfrei zu bewältigen. Ursprünglich wurde mamagenda in deutscher und französischer Sprache entwickelt. Die italienischsprachigen Mitglieder der Travail.Suisse angeschlossenen Verbände, wovon der Grossteil bei der OCST im Tessin organisiert ist, wollten die Agenda indes auch in ihrer Sprache nutzen können. Das ist jetzt möglich! Mit der finanziellen Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann und der fachlichen Begleitung von Travail.Suisse hat die OCST deshalb eine italienische Version entwickelt. Somit ist mamagenda.ch nunmehr in drei Sprachen verfügbar.

Das Erscheinungsbild ist praktisch unverändert

Nichts einfacher als eine dritte Sprachversion anzubieten: dafür braucht es ja nur eine Übersetzung. Die OCST hat jedoch einen andern Weg eingeschlagen und beschlossen, eine neue Homepage mamagenda.ch mit einem CMS (content management system) zu entwickeln, was Travail.Suisse und der OCST erlaubt, den Inhalt bei gesetzlichen Änderungen rasch anzupassen. Dabei wurden auch die kleinen Fehler in der Originalversion ausgemerzt.

Um die zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer von mamagenda.ch nicht zu verwirren, blieb das allgemeine Erscheinungsbild unverändert. Das Publikum von mamagenda.ch nimmt im Übrigen laufend zu. Schon nach 6 Monaten haben insgesamt 1500 Besucher 2700-mal diese Seite aufgerufen. Nach einer Werbekampagne von 2012 bis 2014 mit Ständen an Fach- und Publikumsmessen und gezielten Werbebeilagen stieg die Besucherzahl deutlich an. 2013 haben 800 Besucher monatlich 1100-mal diese Homepage aufgerufen. Im Verlaufe der letzten 12 Monate (September 2014 bis September 2015) zählte mamagenda.ch durchschnittlich 950 Besucher mit 1216 Sessionen pro Monat. Juli 2015 war der Spitzenmonat mit 1581 Benutzern und 1740 Besuchen.

Verbesserte Funktionsfähigkeit

mamagenda.ch begleitet die Vorgesetzten und Angestellten während der Schwangerschaft, dem Mutterschaftsurlaub und auch während der ersten Wochen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz mit allgemeinen und rechtlichen Informationen, Ratschlägen und Checklisten. Alle können sich gratis auf der Homepage registrieren und mit einer E-Mail-Adresse ein persönliches Konto einrichten. Die Mitarbeiterin trägt zudem den errechneten Geburtstermin ein. Danach erhält sie einen Zeitplan, der von diesem Datum ausgeht. Wenn der oder die Vorgesetzte sich zuerst registriert, kann sie oder er so viele Kalender einrichten, wie Schwangerschaften gleichzeitig zu betreuen sind.

Das Spezielle von mamagenda.ch besteht darin, dass sowohl Vorgesetzte als auch Mitarbeiterinnen zu einer gemeinsamen Nutzung aufgefordert werden. mamagenda.ch generiert ein E-Mail, worin eine der Parteien die andere dazu auffordert, die Registrierung durch einen Klick auf einen Link zu bestätigen. Zu verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft schlägt mamagenda.ch Vorgesetzten und Mitarbeiterinnen Gespräche mit Diskussionsthemen vor. Beide Parteien bereiten sich auf jedes Treffen anhand von thematischen Informationsblättern vor, die online verfügbar sind und ausgedruckt werden können. Es werden Daten für die Gespräche festgelegt, die – und das ist neu – von beiden Parteien geändert werden können. Wer das vereinbarte Treffen verschiebt, muss dies natürlich der anderen Partei mitteilen, was sich eigentlich von selbst versteht.

Während der Zeit vor und nach der Geburt werden die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen zu Gunsten der betroffenen Frauen (Schwangerschaft, nach der Niederkunft oder während der Stillzeit) eingeblendet. Als Gedächtnisstütze verschickt der Kalender allen, die sich abonniert haben, kleine Informationen per E-Mail. Daraus geht hervor, ob sich aus gesundheitlichen Gründen irgendwelche Änderungen am Arbeitsplatz aufdrängen. Zuweilen steht auch das Wohlbefinden der Frauen während der Schwangerschaft, nach der Niederkunft oder dem Wiedereinstieg im Vordergrund.

Humoristische Videos von Michele Januzzi

Die neue verbesserte dreisprachige Version von mamagenda.ch läuft auf allen Geräten (PC, Tablet und Smartphone) und mehreren Browsern (wie z.B. Safari, Chrome, Firefox). Deshalb kann mamagenda.ch auch unterwegs eingesehen werden.

Weitere Neuheit: kleine humorvolle Videos, gezeichnet von Michele Januzzi. Er hat als Protagonistin Magda, eine Architektin, ausgewählt, die für einen einfühlsamen Chef arbeitet, und es mit zugegebenermassen manchmal etwas einfältigen Kolleginnen und Kollegen zu tun hat. Diese Videos sind auf Youtube verfügbar.

Verschiedene Sponsoren auf beidseits der Alpen unterstützen mamagenda.ch: die Handels- und Industriekammer des Kantons Tessin, diie Gewerkschaft Syna – Mitgliedsorganisation von Travail.Suisse – und die Ernst Göhner Stiftung. Das Patronat haben das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Pro Familia Schweiz, Schweiz. Stiftung zur Förderung des Stillens, Schweiz. Gesellschaft für Arbeitsmedizin und die Fachstelle UND übernommen.

Konkreter Beitrag zur Bekämpfung des Mangels an Facharbeitskräften

Für die Frauen stellt die Schwangerschaft ein echtes Risiko für das Ausscheiden aus dem Berufsleben dar, nachdem sie ihren Rückstand auf die Männer bei der Berufsbildung aufgeholt haben. mamagenda.ch ist ein konkreter Beitrag von Travail.Suisse im Kampf gegen den Fachkräftemangel, denn damit wird dank des kontinuierlichen Dialogs der Wiedereinstieg der Frauen nach der Mutterschaft gefördert.

28 septembre 2015, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique d'égalité

mamagenda.ch: endlich dreisprachig !

Die italienische Version der digitalen Agenda mamagenda.ch wird heute in Lugano der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach wie vor kostenlos und für alle zugänglich ist mamagenda ein einzigartiges Instrument, das Vorgesetzten und ihren Mitarbeiterinnen bei organisatorischen Fragen rund um eine Schwangerschaft am Arbeitsplatz weiterhilft. Die italienische Version von mamagenda.ch wurde von der Organizzazione Cristiano-Sociale Ticinese OCST, Mitgliedsorganisation von Travail.Suisse, entwickelt. mamagenda.ch wurde aber nicht nur ins Italienische übersetzt, sondern auch gestalterisch und technisch angepasst. mamagenda.ch ist heute moderner und benutzerfreundlicher und wird ihren Nutzerinnen und Nutzer viele wertvolle Dienste leisten. mehr

Die von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, entwickelte digitale Agenda mamagenda.ch ist seit dem Sommer 2011 online. Sie ermöglicht Betrieben und ihren Mitarbeiterinnen, eine Schwangerschaft am Arbeitsplatz und den Rückkehr an den Arbeitsplatz stressfrei zu bewältigen. Ursprünglich wurde mamagenda in deutscher und französischer Sprache entwickelt. Die italienischsprachigen Mitglieder der Travail.Suisse angeschlossenen Verbände, wovon der Grossteil bei der OCST organisiert sind, wollten die Agenda indes auch in ihrer Sprache nutzen können. Mit der finanziellen Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann und der fachlichen Begleitung von Travail.Suisse hat die OCST deshalb eine italienische Version entwickelt. Ab heute ist mamagenda.ch in drei Sprachen verfügbar.

Um die zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer der mamagenda.ch – im Durchschnitt wird mamagenda.ch von 950 Personen pro Monat genutzt – nicht unnötig zu verwirren, ist das Erscheinungsbild nicht grundlegend verändert worden. Die Seite wurde jedoch durch Animationsfilme von Michele Januzzi angereichert. Diese Filme sind auch auf Youtube abrufbar. Sie setzen die Mitarbeiterin Magda in verschiedenen, amüsanten Situationen in Szene.

mamagenda.ch wurde auch in technischer Hinsicht verbessert und funktioniert jetzt auf allen gängigen Geräten (Computer, Tablets und Smartphones) und auf verschiedenen Internetbrowsern (IE, Safari, Chrome, Firefox).

mamagenda.ch begleitet Vorgesetzte und ihre Mitarbeiterinnen durch die Phasen Schwangerschaft, Mutterschaftsurlaub und in den ersten Wochen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz mit allgemeinen und rechtlichen Informationen, Ratschlägen und Checklisten. Den Betroffenen werden zudem Gespräche zu Themen vorgeschlagen, die dem jeweiligen Zeitpunkt der Schwangerschaft angepasst sind.

Travail.Suisse will mit mamagenda.ch die mit einer neuen Situation verbundenen Unsicherheiten reduzieren und damit Vorgesetzten wie Mitarbeiterin während der Schwangerschaft und bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem Mutterschaftsurlaub eine möglichst stressfreie Zeit ermöglichen. Damit leistet Travail.Suisse einen Beitrag zur Förderung des Wiedereinstiegs der Frauen nach einer Mutterschaft und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse, 079 598 06 37
Nadia Ghisolfi, Verantwortlich für den Bereich « Frau und Arbeit » bei der OCST, 091 950 09 02

24 septembre 2015, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique d'égalité

Zaudernder Bundesrat verpasst wichtige Weichenstellung

Die heute vorgestellten Berichte hätten die Möglichkeit geboten, verschiedene zeitgemässe Anpassungen bei der Familienpolitik vorzunehmen. Die vom Bundesrat tatsächlich getroffenen Massnahmen sind indes äusserst bescheiden. Statt mutig voranzugehen, beschränkt sich die Landesregierung auf Pflästerlipolitik. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Abeitnehmenden, erachtet dieses Vorgehen angesichts der demografischen Herausforderungen und der Familienarmut als mut- und verantwortungslos. mehr

Die Herausforderungen der Familienpolitik sind heute besonders vielfältig: Alternde Gesellschaft, bescheidene Geburtenraten und Fachkräftemangel haben viel mit Familienpolitik zu tun. Der Schweiz fehlt es bis jetzt an einer durchdachten Familienpolitik. Statt einer gesamtheitlichen Strategie gibt es ein Sammelsurium von Einzelmassnahmen. Die Schweiz gibt mit 1.3 Prozent des BIP sehr wenig für die Familien aus. Resultat: Es fehlt an Massnahmen, damit den Familien genügend Geld zum Leben bleibt. Es fehlt an Massnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten, und es fehlt an Massnahmen, damit genügend Zeit für das Familienleben bleibt.

Zaudernder statt mutiger Bundesrat

In dieser Situation wäre ein mutiger Bundesrat gefordert. Mit den heute präsentierten Grundlagenberichten hätte er die Möglichkeit gehabt, voranzugehen und zukunftsweisende Weichenstellungen sowohl bei der Bekämpfung des „Armutsrisikos Familie“ wie auch bei der Vereinbarkeitsproblematik vorzunehmen. Er hätte bedarfsabhängige Kinderzulagen für armutsbetroffene Familien vorantreiben, Gutschriften auf dem Steuerbetrag (inkl. Negativsteuern) einführen, das Recht auf eine Pensenreduktion bei Geburt eines Kindes ins Spiel bringen und Vorschläge liefern können, wie die heutige Anstossfinanzierung des Bundes bei der familienexternen Betreuung zu einem Rahmengesetz für die Betreuungsinfrastruktur von Kindern und pflegebedürftigen Menschen umgebaut werden könnte.

Stattdessen zaudert der Bundesrat. Die Berichte zeigen die Möglichkeiten gut auf, aber der Bundesrat versteckt sich, wie schon bei der Thematik über den Vaterschaftsurlaub, hinter dem Parlament und den Kantonen. Dabei hätte der Bund bei den Steuern und bei den Familienzulagen durchaus die Kompetenzen, um die Weichen anders zu stellen.

Nichts tun kostet

Der Bundesrat ist nur bereit, 100 Mio. Franken über 8 Jahre zusätzlich in die familienergänzende und schulergänzende Betreuung zu investieren. Das reicht bei weitem nicht. Mit 14 Mio. Franken pro Jahr an zusätzlichen Investitionen in die Familien wird man die anstehenden Probleme nicht lösen können. Zum Vergleich: Würde die Schweiz schon nur mit dem OECD-Durchschnitt bei den Familienausgaben gleichziehen, müsssten über 4.5 Mrd. Franken zusätzlich in die Familien investiert werden. „Das fehlende Geld ist kein Argument“, betont Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. „Gestern hat der Bundesrat der Landwirtschaft grosszügig die Subventionsbeiträge erhöht. Soviel wie eine Kuh sollten uns auch die Kinder wert sein!“. Der Bund muss endlich beginnen, in die Familien zu investieren. Denn auch Nichtstun kostet: Der künftige Preis ist eine tiefe Kinderzahl und/oder eine tiefe Erwerbsbeteiligung der Frauen. Beides kostet unsere Gesellschaft weit mehr als eine zeitgemässe Familienpolitik.

Für mehr Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079 777 24 69

21 mai 2015, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

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