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Angriff auf die Unfallversicherung stoppen

Die Unfallversicherung ist eine finanziell gesunde, tadellos funktionierende Sozialversicherung. Nun soll sie nach dem Willen der Sozialkommission des Nationalrates verschlechtert und verteuert werden. Dies unter dem Einfluss der Lobby der Privatversicherer. Diese wollen die Rahmenbedingungen festschreiben, welche ihre Gewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden und Arbeitgeber erhöhen. Für Travail.Suisse ist klar, dass eine solche Revision zum Scheitern verurteilt ist. Der unabhängige Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden fordert deshalb einen klaren Richtungswechsel oder einen Übungsabbruch.

21 juin 2010, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Für die Wiedereingliederung von IV-Rentner/innen braucht es einen Integrationsbeitrag der Arbeitgeber

Mit der 6. IV-Revision will der Bundesrat IV-Rentnerinnen und IV-Rentner zurück in den Arbeitsmarkt bringen und damit Geld bei der IV sparen. Travail.Suisse begrüsst eine möglichst hohe Integration behinderter Menschen im Arbeitsmarkt. Aber woher sollen die über 15’000 erforderlichen Jobs kommen? Es ist keine Verpflichtung für die Arbeitgeberseite vorgesehen. Sollen die Massnahmen nicht einfach zur Schikane für die Betroffenen werden, müssen neue Wege beschritten werden. Travail.Suisse fordert einen obligatorischen Integrationsbeitrag der Arbeitgeber sowie die Förderung des Modells der Sozialfirmen in der IV. Der unabhängige Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden hat dazu heute ein Positionspapier veröffentlicht. mehr

Travail.Suisse begrüsst grundsätzlich weitere Eingliederungsbemühungen. Wieder zu arbeiten entspricht dem Bedürfnis vieler IV-Rentner/innen. Der Anschluss von Ausgeschlossenen stellt zudem für unsere Gesellschaft einen grossen Wert an sich dar. Ohne einen verpflichtenden Integrationsbeitrag der Arbeitgeberseite werden die angestrebten Ziele allerdings illusorisch bleiben. Travail.Suisse hat deshalb ein eigenes Integrationsmodell entwickelt und fordert das Parlament auf, realistische Wege der Wiedereingliederung zu prüfen, anstatt einseitig den Druck auf die Betroffenen zu erhöhen.

Schweiz heute bei Integration behinderter Menschen massiv im Rückstand
Sollen IV-Rentner/innen wieder eingegliedert werden, braucht es Jobs für die Betroffenen. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern werden in der Schweiz nur wenig Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit in den Arbeitsmarkt integriert. In Deutschland und Frankreich sorgt eine Verpflichtung für Arbeitgeber, behinderte Menschen zu beschäftigen, für eine hohe Erwerbsbeteiligung dieser Gruppe. Ihr Anteil am Total der Beschäftigten ist dementsprechend bedeutend höher: Rund 4 Prozent in Deutschland und Frankreich gegenüber nicht einmal einem Prozent in der Schweiz.

Verpflichtender Integrationsbeitrag der Arbeitgeber notwendig
Es braucht deshalb auch in der Schweiz ab einer bestimmten Unternehmensgrösse einen verpflichtenden Integrationsbeitrag der Arbeitgeberseite. Der Integrationsbeitrag kann geleistet werden, indem ein Arbeitgeber Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit beschäftigt oder indem ein finanzieller Beitrag als zweckgebundene Abgabe entrichtet wird. Nach dem Modell von Travail.Suisse soll pro 40 Vollzeitstellen ein Arbeitsplatz für Menschen mit einer Behinderung bereitgestellt werden. Mit den Mitteln der Abgabe sollen spezifisch auf solche Arbeitnehmende ausgerichtete Arbeitsplätze geschaffen werden.

Alternativen zur direkten Integration in ersten Arbeitsmarkt entwickeln
Dabei müssen auch Alternativen zur direkten Integration in den ersten Arbeitsmarkt entwickelt werden. Dazu gehört für Travail.Suisse ein stärkeres Engagement der IV beim Aufbau und Betrieb von Sozialfirmen. Werden faire Rahmenbedingungen für die Eingliederung über Sozialfirmen definiert, bieten diese ein Erfolg versprechendes Modell: So können z.B. dank Skaleneffekten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. In Sozialfirmen ist zudem ein gestaffelter Übergang in den ersten Arbeitsmarkt möglich.

Das Dokument „6. IV-Revision: Realistische Wege der Eingliederung prüfen“ ist unter http://travailsuisse.ch/de/node/2453 abrufbar.

14 juin 2010, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

6. IV-Revision: Realistische Wege der Eingliederung prüfen

10 juin 2010, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Weitergehende Eingliederung behinderter Menschen nur mit Integrationsbeitrag der Arbeitgeberseite möglich

Im Rahmen der 6. IV-Revision soll die IV nach dem Willen des Bundesrates einen weiteren Schritt zur Eingliederungsversicherung machen. Eine möglichst hohe Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt ist grundsätzlich zu begrüssen. Ohne verpflichtenden Integrationsbeitrag der Arbeitgeberseite können die notwendigen Jobs dafür allerdings schlicht nicht erhalten oder neu geschaffen werden. Travail.Suisse fordert deshalb im Rahmen der 6. IV-Revision, dass Arbeitgeber, welche keine behinderten Menschen beschäftigen, einen Integrationsbeitrag als zweckgebundene Abgabe leisten.

19 avril 2010, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

Travail.Suisse fordert eine zweckgebundene Abgabe für Arbeitgeber, die keine Behinderten beschäftigen

Die heute vom Bundesrat vorgestellte eingliederungsorientierte Rentenrevision ist gut gemeint, aber realitätsfern. Die über 15’000 Vollzeitstellen, welche für die Wiedereingliederung heutiger Rentenbezüger/innen geschaffen werden müssten, fehlen. Sie können nur mit einer Verpflichtung der Arbeitgeberseite, Jobs für heutige IV-Bezüger/innen anzubieten, entstehen. Wer keine oder zuwenig Behinderte anstellt, soll eine zweckgebundene Abgabe zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Behinderte leisten. mehr

Die Zahlen im benachbarten Ausland zeigen, dass mit verpflichtenden Elementen auf Arbeitgeberseite Wiedereingliederungen erst ermöglicht werden. Die Schweiz ist bei der Eingliederung von Personen mit einer Behinderung international gesehen im Rückstand. Der Anteil der Behinderten am Total der Arbeitnehmenden beträgt nicht einmal ein Prozent. In unseren Nachbarländern Frankreich und Deutschland sind es hingegen rund 4 Prozent. Kein Wunder: In diesen Ländern besteht für Arbeitgeber eine Pflicht, Behinderte zu beschäftigen. Travail.Suisse fordert für die Schweiz ebenfalls eine solche Verpflichtung. Angestrebt werden soll ein Anteil von 2.5 Prozent leistungsbeeinträchtigter Personen an der Belegschaft.

Zweckgebundene Abgabe zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Behinderte
Wer keine oder zuwenig Behinderte beschäftigen kann oder will, soll eine zweckgebundene Abgabe entrichten müssen. Diese kann nach Betriebsgrösse abgestuft sein. Die Einnahmen aus der Abgabe müssen von der IV-Stelle zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Personen mit einer Behinderung verwendet werden.

Sozialfirmen als prüfenswertes Modell für die Zukunft
Neben verpflichtenden Elementen braucht es für eine verstärkte Wiedereingliederung auch neue Ansätze. Für Travail.Suisse stellt die Weiterentwicklung von Sozialfirmen ein Modell der Zukunft dar, das im Rahmen der 6. IV-Revision ernsthaft geprüft werden muss. Mit der zweckgebundenen Abgabe könnten IV-Stellen vermehrt den Aufbau und Betrieb von Sozialfirmen mitfinanzieren. Diese haben ein grosses Entwicklungspotenzial.

Alternativen zur unbedingten und direkten Wiedereingliederung ausbauen
Sozialfirmen sind eine Alternative zur direkten und unbedingten Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Denn die Erfahrung und diverse Studien zeigen: Der direkte Schritt zurück in den Arbeitsmarkt nach längerer Abwesenheit ist die Ausnahme. Sozialfirmen schaffen Nischenarbeitsplätze für Behinderte, indem sie marktgerechte Produkte und Dienstleistungen anbieten. Wer es schafft, kann nach einer gewissen Zeit in den ersten Arbeitsmarkt wechseln. Aber auch die dauerhafte Beschäftigung in einer Sozialfirma ist für Travail.Suisse für die soziale Integration zuträglicher als der Ausschluss aus dem Erwerbsleben.

24 février 2010, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale

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